Was ist die Europäische Charta der Gleichstellung?

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Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene ist vor dem Hintergrund entstanden, dass die Gleichstellung der Geschlechter trotz der formalen gesetzlichen Anerkennung auf vielen Ebenen noch nicht erreicht ist. In zahlreichen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens sind Frauen gegenüber Männern benachteiligt, zum Beispiel existieren teils gravierende Entgeltunterschiede und Frauen werden auf vielen Entscheidungsebenen in Politik und Wirtschaft nicht ausreichend repräsentiert. Ein starres, in Familie, Kultur, Medien, Arbeitswelt und Bildung herrschendes Stereotypendenken verstärkt diese Ungleichheiten.

Die Kommunen, die die EU-Charta unterzeichnen, bekennen sich formell zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern. Sie sind aufgerufen, Benachteiligungen zu bekämpfen und Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit zu entwickeln. Sie verpflichten sich, konkrete Maßnahmen zu neun Handlungsfeldern zu erarbeiten und in einem Aktionsplan festzulegen. Ziel ist, Männer und Frauen die gleiche Teilhabe an den Ressourcen der Gesellschaft zu bieten, sie gleichermaßen zu stärken und zu fördern.

Weitere Informationen zur Charta auf der Website des Rates der Gemeinden und Regionen Europas

Die Handlungsfelder der Charta

Inhalt der Charta sind neun Handlungsfelder, die insgesamt 30 Artikel umfassen:

  1. Demokratische Verantwortung
  2. Politische Rolle
  3. Allgemeiner Rahmen für die Gleichstellung 
  4. Rolle als Arbeitgeberin
  5. Öffentliches Beschaffungs- und Vergabewesen
  6. Rolle als Dienstleistungserbringerin
  7. Planung und nachhaltige Entwicklung
  8. Rolle als Regulierungsbehörde
  9. Städtepartnerschaften und internationale Kooperationen

Köln hat die "EU-Charta" unterzeichnet

Köln hat die EU-Charta am 8. August 2011 unterzeichnet. Der Beitrittsbeschluss wurde durch die Gleichstellungsbeauftragte und eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe vorbereitet.

1. Dialog mit der Stadtgesellschaft zur Erarbeitung des 1. Aktionsplans

Im Dialog mit der Stadtgesellschaft am 29. Oktober 2013 wurden im ersten Schritt zu drei Handlungsfeldern Ideen und Ziele erarbeitet, die in den ersten Aktionsplan eingeflossen sind.

Aktionspläne

In den Aktionsplänen werden konkrete Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit festgelegt.

Der 1. Kölner Gleichstellungsaktionsplan 2016 - 2020 ist in Kraft.

Die 126 Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit tragen zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg sowie zur gleichen Teilhabe von Frauen und Männern in unserer Stadt bei.

Wenn Sie mehr wissen wollen, hier können Sie den Aktionsplan herunterladen:

1. Kölner Gleichstellungsaktionsplan 2016 – 2020
PDF, 4888 kb