Gruppen, Unternehmen und Sonderpreis "Digitales Engagement"

Eine unabhängige Jury hat die Preisträgerinnen und Preisträger von "KölnEngagiert 2015" aus insgesamt 137 Vorschlägen ausgewählt. Es wurden fünf Einzelpersonen, vier Gruppen, zwei Schulen und ein Unternehmen ausgezeichnet. Den Sonderpreis für "Digitales Engagement" erhielt die Käthe-Kollwitz-Realschule. Die Preise überreichten unter anderem Oberbürgermeister Jürgen Roters und der Ehrenamtspate Fatih Çevikkollu im Rahmen des 16. Kölner Ehrenamtstages am 6. September 2015 im Historischen Rathaus.

Gruppen

Kölner Suchthilfe (KSH) e. V.

Der KSH e. V. ist der erste und einzige Kölner Selbsthilfe-Verein, der sich seit Jahrzehnten um alkohol- und medikamentenabhängige Menschen, deren Lebenspartner und Angehörige kümmert. Es ist ein lokaler Verein, der für seine Arbeit nicht auf ein deutschland- oder gar weltweites Netzwerk zurückgreifen kann. Gegründet wurde der Verein 1985. Derzeit zählt er 72 Mitglieder. Er gehört dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an und finanziert sich aus Beiträgen, städtischen Mitteln, Zuwendungen der Krankenkassen sowie Spenden.

Unter dem Dach der KSH treffen sich wöchentlich 10 Selbsthilfegruppen. Im Jahr werden insgesamt circa 1.000 Besucherinnen und Besucher gezählt, die einmal, mehrmals oder regelmäßig kommen. Geleitet werden die Gruppen von selbstbetroffenen Ehrenamtlichen. Sie kommen immer am ersten Donnerstag im Monat zusammen, um organisatorische Fragen zu besprechen. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklungen in den Gruppen und die regelmäßige Präsentation der KSH in Kliniken. Zudem werden die Teilnahme an Wochenendseminaren mit Suchtexpertinnen und Suchtexperten der Kölner Diakonie sowie die Vorbereitung von gruppenübergreifenden Unternehmungen bei den Treffen diskutiert.

Die jüngste Gruppe, 2013 gegründet, richtet sich in erster Linie an jüngere Drogenabhängige und nennt sich CAPS, die Kurzform für Cannabis-Alkohol-Partydrogen-Selbsthilfe. Das Angebot schlägt eine Brücke zwischen Süchtigen, die von "legalen" und "illegalen" Drogen abhängig sind und erfährt großen Zuspruch, wie die Besucherzahlen zeigen.

Ziel aller Bemühungen der KSH ist es, durch kontinuierliche wechselseitige Unterstützung ein suchtfreies und zugleich zufriedenes Leben möglich zu machen.

Das Ehrenamtsteam der Palliativ-Station Merheim (Kliniken der Stadt Köln gGmbH)

Das Ehrenamtsteam der Palliativ-Station in Merheim kümmert sich direkt um schwerstkranke Menschen und besteht insgesamt aus 20 Personen im Alter von 24 bis 70 Jahren. Sie alle stellen das Wichtigste was sie haben zur Verfügung: Ihre Zeit und ihre Persönlichkeit.

Sie erledigen kleine Besorgungen, lesen aus Zeitungen oder Büchern vor, begleiten bei Spaziergängen oder Fahrten oder hören einfach nur zu, wenn die Sorgen und Nöte quälend werden. Daneben organisieren sie "kulturelle Events", um das Leben auf der Station nicht vorbeiziehen zu lassen. Hierzu gehören Lesungen, Konzerte, Kabarett oder Ausstellungen.

Darüber hinaus organisieren und leiten sie ein monatliches "Begegnungs-Café", backen mehrfach im Jahr Waffeln, pflegen den Wintergarten und die Terrasse, organisieren Besuche von Therapiehunden und gestalten den "Rheinischen Nachmittag". Dieser kommt dank des Engagements vieler Karnevalisten, die unentgeltlich auftreten, zustande. Der Höhepunkt ist der Besuch des Dreigestirns.

TrauBe e. V. Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

TrauBe Köln e. V. begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die eine ihnen nahestehende Bezugsperson durch Tod verloren haben. Bei TrauBe können sie sich mit ihren Gefühlen auseinander setzen. Auch die Angehörigen werden im Umgang mit ihren trauernden Kindern beraten.

Für Kinder und Jugendliche gefährdet der Tod ihr Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung. Oft werden sie dazu noch im sozialen Umfeld ausgegrenzt. Daher ist es für sie wichtig, in dieser Zeit Gleichaltrige kennen zu lernen, denen ein ähnliches Schicksal wiederfahren ist. Hier kommen die ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter ins Spiel. Sie übernehmen den größten Teil der Arbeit und werden regelmäßig durch Weiterbildungen geschult.

Die Trauergruppen für jeweils zwölf Kinder (vier bis zwölf Jahre) treffen sich alle zwei Wochen. Sie werden von einer qualifizierten Gruppenleitung sowie fünf ehrenamtlich geschulten Mitarbeiterrinnen und Mitarbeitern betreut. Parallel dazu finden fachlich angeleitete Gesprächskreise für Angehörige statt. Die Kinder besuchen die Gruppen im Durchschnitt ein bis zwei Jahre lang.

Außerdem gibt es eine fortlaufende, offene Trauergruppe für Jugendliche (18 bis 27 Jahre). Diese findet acht Mal im Monat statt. TrauBe e. V. organisiert unter anderem einen Trauerbrunch und führt im Bedarfsfall auch Familien- und Einzelgespräche durch. Zudem werden allen Ratsuchenden telefonische Sprechzeiten angeboten.

LESEMENTOR Köln

LESEMENTOR Köln startete im Februar 2010. Seitdem helfen ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren an 100 Schulen Zugang zum Lesen zu finden. Diese Förderung ist deswegen wichtig, da mangelnde Lesekompetenz nach wie vor eines der größten Defizite von Schülerinnen und Schülern in Deutschland ist. Immer weniger Jungen und Mädchen wird vorgelesen. Zudem fehlt es an Lesevorbildern in den Familien. Das Besondere an diesem Projekt ist die 1:1 Begleitung. Damit unterscheidet es sich von anderen Leseförderungsprojekten.

Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Lesekompetenz, fördern ihr Selbstbewusstsein und ihre sozialen Kompetenzen. Die Ehrenamtlichen werden als große Unterstützung gesehen, die eine individuelle Förderung ermöglichen. Von dem Leseprojekt profitieren nicht nur die Kinder und Jugendlichen sondern auch die Ehrenamtlichen, von denen viele im Ruhestand sind.

Unternehmen

Wefers Gebäudetechnik GmbH

Die Wefers GmbH ist einer der größten Arbeitgeber im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in Köln. Das Unternehmen hat sich ganz bewusst entschieden, ihre Mittel nicht auf ein einzelnes öffentlichkeitswirksames Projekt zu konzentrieren, sondern da zu helfen, wo es Not tut.

Es werden diejenigen unterstützt, die Gutes tun wie Kindertagesstätten und Jugendvereine, Nachbarschaftsorganisationen, Kulturvereine oder Hilfsprojekte. Die Unterstützung kann einige Laptops für Kinder oder ein Drucker für ein Büro sein. Es werden aber auch komplette Heizungen und die Duschen in einem Sportclub für Kinder renoviert, Geld gestiftet für eine Solaranlage, eine neue Abluftanlage für ein Jugendheim geplant oder Bewerbungstrainings mit schwer vermittelbaren Jugendlichen durchgeführt. Wenn es geht, greift die Firma bei den Projekten auf die Fähigkeiten der eigenen Mitarbeitenden zurück. Sie sind das Herz der Firma und die Wefers GmbH freut sich, sie in die Projekte einzubinden.

Im Zuge der Kölner Freiwilligentage stellt die Firma pro Jahr über 400 Arbeitsstunden zur Verfügung, in denen die Mitarbeitenden mit all ihrem Können gemeinnützige Projekte unterstützen, so zum Beispiel die Arche e. V., Neuland e. V., das Kindertheater Casa Max oder die Kita Marienstraße.

Sonderpreis "Digitales Engagement"

Die Medienscouts der Käthe-Kollwitz-Realschule - Die digitalen Angstfänger

An der Käthe-Kollwitz-Realschule gibt es einige sehr pfiffige Schülerinnen und Schüler, denen der Umgang mit den modernen Medien überhaupt keine Probleme bereitet. Sie sind in der Lage ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, den Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern im Umgang mit Internet und Co beizustehen: die "digitalen Angstfänger" der Käthe-Kollwitz-Realschule.

Diese helfen insbesondere den jüngeren Schülerinnen und Schülern bei Problemen in sozialen Netzwerken. Denn Mobbing passiert in den unterschiedlichsten Situationen. Besonders durch digitale Kommunikation verlagern sich Mobbing-Attacken immer öfter auf Apps wie WhatsApp oder Facebook. Cybermobbing verändert sich und damit auch seine Gefahren und die Handlungsmöglichkeiten für Betroffene oder Außenstehende.

Aber die Medienscouts unterstützen auch die Eltern ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Sie zeigen Ihnen wie sie die neuen Medien sicher nutzen können und der Lehrerschaft geben sie Nachhilfe im Umgang mit den medialen Geräten an der Schule.

Bei Bedarf stehen die Medienscouts den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern für Gespräche zur Verfügung. Die Betroffenen können die digitalen Angstfänger jederzeit auf dem Medienscout-Handy oder per E-Mail, anonym, sowie namentlich bekannt erreichen. Auch für Klassengespräche stehen sie jederzeit zur Verfügung.

Einzelpersonen

Die Einzelpersonen, die den diesjährigen Ehrenamtspreis erhalten haben:

Preisträgerinnen und Preisträger 2015 - Einzelpersonen

Schulen

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Schulpreises:

Schulpreis "Eine Frage der Ehre" 2015