Am 13. September 2009 fand im Rahmen des zehnten Ehrenamtstages die Preisverleihung im Tanzbrunnen Köln statt.

Der Kölner Ehrenamtspreis wird seit 2001 jährlich vergeben. Eine Jury bestimmt die Preisträgerinnen und Preisträger. 2009 wurden vier Einzelpersonen, drei Vereine, zwei Schulen und ein Unternehmen ausgezeichnet.

Auszeichnung von Einzelpersonen

In dieser Kategorie erhielten folgende Personen die Preise: 

Christa Bochem

Frau Christa Bochem ist Leiterin und Initiatorin von "Ferien zu Hause" in Köln-Heimersdorf.

"Ferien zu Hause" ist eine Freizeitmaßnahme, die drei Wochen lang in den Sommerferien in Köln-Heimersdorf stattfindet. In der Zeit werden täglich über 400 Kinder beaufsichtigt, betreut und mit einem bunten Freizeitprogramm und warmen Mittagessen versorgt. Seit zwölf Jahren organisiert und koordiniert Frau Bochem das gesamte Ferienprogramm. Die Planung, Durchführung und Nachbereitung erstreckt sich über ein komplettes Jahr. Sie bemüht sich um Sponsorinnen und Sponsoren, beantragt Zuschüsse, sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stellt ein Leitungsteam zusammen und kümmert sich um die Räumlichkeiten und die Logistik, wenn die Kinder auf Exkursionen gehen.

Im Jahr 2009 waren etwa 75 Ehrenamtliche an der Ausrichtung von "Ferien zu Hause" beteiligt, zu denen die Katholische Kirchengemeinde Christi Verklärung eingeladen hatte. 43 Jugendliche betreuten die Jungen und Mädchen und 30 Helferinnen arbeiteten in der Küche. Kooperationspartner war das Kinder- und Jugendzentrum Magnet aus Heimersdorf.

Anneliese Hein

Frau Anneliese Hein ist Rentnerin und seit sechs Jahren als ehrenamtliche "Leseoma" in der Gemeinschaftsgrundschule Westerwaldstraße in Köln-Humboldt tätig. Sie ist täglich fünf Stunden im Unterricht anwesend, liest mit den Kindern, übt spielerisch das Alphabet und rechnet mit ihnen. Nach Absprache mit der Lehrerin übt sie gezielt mit den lernschwachen Kindern.

Wolfgang Haehn

Herr Wolfgang Haehn ist in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ehrenamtlich aktiv. Vor 25 Jahren war Herr Haehn Mitbegründer der Deutschen Asia Pacific Gesellschaft e. V. (DAPG) und ist bis heute dessen Vorsitzender. Der Verein vermittelt seit über 20 Jahren Geschäftskontakte in den asiatisch-pazifischen Raum. Das Ziel der DAPG ist die Förderung von wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit als Grundlage für die Beziehungen zu Menschen und Märkten, Unternehmen und Organisationen im asiatisch-pazifischen Raum.

Darüber hinaus hat er vor zehn Jahren den Verein "Helfen durch Geben - Der Sack e. V." mitgegründet.  Bis heute unterstützt er den Verein in vielen Bereichen. So sammelt er Spendengelder oder gibt Hilfestellung bei unterschiedlichen Aktionen.

Insgesamt elf Jahre, bis zur Session 2007 / 2008, hat Herr Haehn sich im Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e. V. als geschäftsführendes Vorstandsmitglied engagiert. Außerdem hat er für die Stadt die Aktionen "Keine Kurzen für Kurze" und "Gewalt gegen Frauen" ehrenamtlich mitentwickelt und umgesetzt. Zudem fährt er seit Jahren auf eigene Kosten nach Mönchengladbach, um für jeweils vier Stunden die Studentinnen und Studenten der Hochschule Niederrhein "Non-Profit-Marketing" zu lehren.

Seit 2004 ist Herr Haehn Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).

Irmgard Spindler

Frau Irmgard Spindler ist seit Januar 1994 für die Kölner Tafel tätig. Der Kölner Tafel e. V. wurde 1993 gegründet. Sie sammelt überschüssige, aber noch verzehrfähige Lebensmittel ein und gibt diese an Bedürftige weiter.

Im Oktober 2001 wechselte Frau Spindler ins Büro der Kölner Tafel, um die Tätigkeit der Tafel zu koordinieren und auszubauen. Sie arbeitet bis heute an drei Tagen in der Woche ehrenamtlich im Büro. Seit November 2001 ist Frau Spindler Mitglied des Vorstandes der Kölner Tafel. Heute sammelt die Kölner Tafel pro Monat etwa 60 Tonnen Lebensmittel mit fünf Transportern ein und verteilt sie an 160 soziale Einrichtungen in Köln.

Auszeichnung von Gruppen

In dieser Kategorie wurden drei Preise vergeben:

Hausaufgabenbetreuung in Finkenberg

Hierbei handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Hoffnungskirche, dem Familienbildungswerk "Treffpunkt" und des Bürgerzentrums Finkenberg Pari Sozial gGmbH.

Vor vier Jahren wurde die Hausaufgabenbetreuung des Familienbildungswerks ins Leben gerufen. Sieben Ehrenamtliche, die fast alle zwischen 70 und 80 Jahren alt sind, geben ihre Erfahrungen mit großer Begeisterung weiter, vermitteln den Kindern soziales Verhalten und zeigen ihnen, was Integration wirklich bedeutet. Die Bevölkerung des Stadtteils Finkenberg ist durch einen hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund und Arbeitslosigkeit sowie Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfängern geprägt. Das Projekt unterstützt besonders deren Kinder und fördert ihre Integration.

Diese Arbeit hat zu einem deutlich größerem Verständnis und mehr Offenheit zwischen den Besucherinnen und Besuchern des Bürgerzentrums und den Kindern und Familien mit Migrationhintergrund geführt. Die sieben Ehrenamtlichen leisten wöchentlich etwa 50 Stunden gemeinnützige Arbeit.

KidKit

KidKit ist ein internetbasiertes Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche aus sucht- und / oder gewaltbelasteten Familien. Übergeordnete Zielsetzung von KidKit ist, Kinder und Jugendliche in Notsituationen möglichst niederschwellig zu erreichen und sie altersgerecht zu informieren. Außerdem sollen Anknüpfungspunkte zum Hilfesystem hergestellt und bei Bedarf konkrete Hilfe angeboten werden. Die Online-Beratungsarbeit wird derzeit von sieben ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet.

Die Aufgabe der Ehrenamtlichen liegt insbesondere in der täglichen Online-Beratung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Sie verstehen, unterstützen und begleiten die hilfesuchende Zielgruppe in ihrer schwierigen Lebenssituation. Unter der KidKit-Website erhalten sie neben den Informationsangeboten eine kostenlose und anonyme Beratung.

KidKit ist ein Kooperationsprojekt mit den gemeinnützigen Vereinen KOALA e. V. und der Drogenhilfe Köln e. V.

KidKit - Hilfe für Kinder und Jugendliche

Ambulanter Kinderhospizdienst e. V.

Im Jahr 1990 wurde der Deutsche Kinderhospizdienst e. V. gegründet, der sich seit 2004 verstärkt dem Aufbau ambulanter Kinderhospizdienste widmet. In Köln wurde ein solcher 2006 eröffnet, der ab der Diagnose der Erkrankung des Kindes eine Begleitung für die ganze Familie anbietet. Er fördert die Vernetzung der betroffenen Familien und bietet Anlaufstellen an verschiedenen Orten. Zudem sind Seminare für Familien, für einzelne Familienmitglieder und Interessierte in Gesellschaft und Beruf im Angebot. Weiterhin findet eine Beratung der Familien in Sozial- und Palliativfragen statt. Um die Selbsthilfe der Eltern und auch der Geschwister untereinander zu fördern, finden regelmäßig Familiencafés statt. Die Begleitung der Familien endet aber nicht nach dem Tod des erkrankten Kindes, sondern geht noch weit über die Zeit hinaus und kann die Familien zum Beispiel auch bei der Trauerbewältigung unterstützen.

Im Ambulanten Kinderhospizdienst e. V. sind 54 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Derzeit werden 39 Familien verschiedener Nationalitäten und Religionen betreut.

Auszeichnung eines Unternehmens

United Parcel Service Deutschland Inc. & Co. OHG

Die United Parcel Service Deutschland Incorporated & Co. OHG (UPS) engagiert sich in den Vereinigten Staaten schon seit über 50 Jahren im Rahmen von "Community Involvement" - also im gemeinnützigen Unternehmensengagement - im sozialen Bereich. Seit 1986 gibt es die Niederlassung am Flughafen Köln/Bonn.

Seit 2004 werden von der UPS Cologne Airport Operation in Zusammenarbeit mit verschiedensten Organisationen Community Involvement-Aktivitäten organisiert. Alle UPS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch deren Angehörige und Verwandte können sich einer Aktion anschließen oder selbst organisatorisch tätig werden. Die Palette der geförderten Organisationen und Projekte in Köln ist breit. Es gibt sowohl langfristige als auch einmalige Projekte. So werden beispielsweise seit 2004 im Bürgerzentrum Engelshof e. V., Porz-Westoven, und seit 2007 für die AIDS Hilfe Köln e. V. / Lebenshaus Stiftung Renovierungs- und Gartenarbeiten durchgeführt.

Der Schulpreis "Eine Frage der Ehre"

Auch im Jahr 2009 gab es unter dem Motto "Eine Frage der Ehre" bei "KölnEngagiert" eine Sonderkategorie für Schulen.

Hier die Preisträger:

Die Preisträger der Sonderkategorie für Schulen