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Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für die kommende Amtsperiode 2019 bis 2023 ist erreicht, die Bewerbungsphase ist beendet. Wir haben die Vorschlagslisten für die Wahl der Jugendschöffinnen und Jugendschöffen durch die Gerichte geschlossen und bedanken uns herzlich bei allen, die sich beworben haben.

Am 12. Juni 2018 hat der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie die Vorschlagslisten beschlossen, die nach Auflegung im Juli schließlich dem Amtsgericht übergeben worden sind. Der dortige Wahlausschuss trifft seine Entscheidung in der Zeit vom 16. September bis 15. Oktober 2018. Das Amtsgericht Köln informiert im Anschluss die Bewerberinnen und Bewerber, die gewählt wurden.  

Das Schöffenamt ist ein unverzichtbares Element des demokratischen Rechtsstaates. Jugendschöffinnen und Jugendschöffen fällen als ehrenamtliche Richterin oder ehrenamtlicher Richter gemeinsam und gleichberechtigt mit den Berufsrichterinnen und Berufsrichtern das Urteil in Jugendstrafprozessen und entscheiden damit über Schuld und Strafe der Angeklagten.

Als Jugendhauptschöffin oder Jugendhauptschöffe werden Sie durchschnittlich an etwa zwölf Sitzungstagen im Jahr eingesetzt. Dies variiert auf Basis der für die Verhandlungen angesetzten Sitzungstage. Ab einer Anzahl von 24 Sitzungstagen können Sie sich von weiteren Terminen entbinden lassen. Sitzungen am Amtsgericht werden oftmals am gleichen Tag abgeschlossen, während sich Verhandlungen am Landgericht auf mehrere Tage oder Wochen erstrecken können. Zu Jahresbeginn erhalten Sie in der Regel eine Übersicht über die bevorstehenden Termine des gesamten Jahres.

Wer kann Jugendschöffin oder Jugendschöffe werden?

Als Jugendschöffin oder Jugendschöffe sind Sie an keine Weisungen gebunden, sondern ausschließlich dem Gesetz verpflichtet. Sie sollen dafür Menschenkenntnis, Objektivität, Verantwortungsbewusstsein und Lebenserfahrung mitbringen. Für den Einsatz als Schöffin oder Schöffe im Jugendbereich sollten Sie außerdem erzieherisch befähigt, beziehungsweise in der Jugendarbeit erfahren sein. Eine spezielle Ausbildung ist hierfür nicht erforderlich.

Sie können sich bewerben, wenn Sie

  • die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen
  • sich körperlich und geistig in der Lage fühlen, aktiv am Prozessgeschehen teilnehmen zu können
  • zu Beginn der nächsten Amtsperiode zwischen 25 Jahre und 69 Jahre alt sein werden
  • zum Zeitpunkt der Listenaufstellung in Köln wohnen
  • kein Insolvenzverfahren eröffnet und zudem keine eidesstattliche Versicherung über Ihr Vermögen abgegeben haben
  • weder Richterin, Richter, Staatsanwältin, Staatsanwalt, Notarin, Notar, gerichtlicher Vollstreckungsbeamtin, gerichtlicher Vollstreckungsbeamter, Polizeivollzugsbeamtin, Polizeivollzugsbeamter, Religionsdienerin, Religionsdiener, Strafvollzugsbeamtin, Strafvollzugsbeamter, Gerichtshelferin, Gerichtshelfer oder Mitglied der Landes- oder Bundesregierung sind, noch jemals hauptamtlich oder inoffiziell beim Staatssicherheitsdienst der DDR beschäftigt waren
  • zu keiner Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurden
  • und wenn gegen Sie kein Ermittlungsverfahren anhängig ist, das zum Verlust der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter führen könnte

Ich bin berufstätig - kann ich mich trotzdem bewerben?

Ja! Für die mit der Ausübung dieses Ehrenamtes verbundenen Kosten werden Sie entschädigt. Außerdem darf niemand in der Übernahme oder Ausübung des Amtes als Schöffin oder Schöffe beschränkt oder deswegen benachteiligt werden (Benachteiligungsverbot). Sie sind für die Zeit Ihrer Tätigkeit bei Gericht von der Arbeitsleistung freizustellen. Das bedeutet, dass Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber nicht von Ihnen verlangen darf, die bei Gericht verbrachte Zeit nachzuarbeiten, für die Sitzungstage Erholungsurlaub zu nehmen oder Sie in der Entlohnung zu benachteiligen. Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wegen der Übernahme oder der Ausübung des Amtes ist unzulässig.

Rechtliche Grundlagen:

  • § 55 Gerichtsverfassungsgesetz
  • §§ 5 bis 7, 15 bis 18 Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz
  • § 45 Absatz 1a Deutsches Richtergesetz

Wir freuen uns über Ihr Interesse

Wenn Sie Interesse an diesem Ehrenamt haben und die Voraussetzungen erfüllen, notieren Sie sich jetzt schon, dass wir ab Jahresbeginn 2023 für die nächste Amtsperiode 2024 bis 2028 wieder Jugendschöffinnen und Jugendschöffen suchen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Stadt Köln
Amt für Kinder, Jugend und Familie
510/7
Ottmar-Pohl-Platz 1
51103 Köln

Telefon: 0221 / 221-25479 
Telefax: 0221 / 221-28650

E-Mail an das Amt für Kinder, Jugend und Familie

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