Veranstaltung zum Internationalen Tag behinderter Menschen am 30. November 2007 im Historischen Rathaus

Mehr als 200 Gäste waren der Einladung des Oberbürgermeisters und der Stadtarbeitsgemeinschaft zur Veranstaltung gefolgt.

Nach einer Einführung zum barrierefreien Bauen durch den Kölner Architekten Walter Maier diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus der Wohnungswirtschaft und dem Wohnungsbau mit Mitgliedern der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik über Hemmnisse und Perspektiven für Köln. In der zweiten Runde wurden die Vorsitzenden der zuständigen Ratsausschüsse aufgefordert, gemeinsam über politische Lösungen nachzudenken.

Ergebnisse des Fachbeitrags und der Diskussion mit der Wohnungswirtschaft

  • Barrierefreiheit erhöht die Attraktivität des Wohnraums und die Zukunftsfähigkeit;
  • Barrierefreiheit muss nicht teurer sein; bei Planung von vornherein ist der Mehraufwand gering;
  • der Bedarf an stadtnahen Wohnungen ist groß; ihr Vorteil: Anbindung an die KVB, gute Infrastruktur;
  • Probleme:
    - es gibt nur wenige stadtnahe bebaubare Flächen;
    - die laufenden Betriebskosten für Aufzüge sind hoch und führen zu hohen Nebenkosten.

In der Veranstaltung wurden folgende Vorschläge erarbeitet:

  • Es ist notwendig, die Aufklärungsarbeit über die Chancen barrierefreien Bauens bei privaten Investoren zu intensivieren;
  • Barrierefreiheit sollte vergleichbar mit Umwelt-/Energiegesichtspunkten bei der Liegenschaftsvergabe eine Rolle spielen;
  • es ist zu prüfen,
    - ob Vorgaben zur Barrierefreiheit im Planungsverfahren möglich sind und im Bebauungsplan für Neubauvorhaben festgeschrieben werden können;
    - ob die Liegenschaftspolitik stärker steuern kann, zum Beispiel durch die Vergabe von Grundstücken nicht immer an die Meistbietenden, sondern unter Berücksichtigung der Entstehung barrierefreien und preiswerten Wohnraums;
  • für die Kölner Wohnungspolitik ist ein Masterplan wünschenswert, der die Bedarfe der verschiedenen Zielgruppen berücksichtigt (Ältere, Menschen mit Behinderungen...) und gemeinsam mit den Beteiligten aus dem Wohnungsbau erarbeitet wird;
  • das Wohnungsbauprogramms 2015 sollte überprüft und eventuell um Zielsetzungen zur Barrierefreiheit ergänzt werden;
  • übereinstimmend wurde festgehalten, dass die Voraussetzungen für eine Bebauung des Clouth-Geländes mit barrierefreien Wohnungen günstig sind, da die Planungen noch nicht abgeschlossen sind und noch Einfluss genommen werden kann.

Die Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik verfolgt diese Vorschläge weiter. Verwaltungsintern wurde bereits Ende Oktober 2007 eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe gebildet mit dem Auftrag, Lösungsvorschläge für eine deutliche Zunahme barrierefreien und bezahlbaren Wohnraums zu erarbeiten.

Zusätzlich bestand am Veranstaltungstag die Gelegenheit, sich an Informationsständen über Kölner Wohnprojekte, Wohnungsbauunternehmen und Beratungsstellen zu informieren. Das städtische Behindertenzentrum Dr. Dormagen-Guffanti stellte die Ergebnisse eines Kunsthappenings zum Thema "Wohnen ohne Barrieren" aus.

Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung 2007

Zusätzlich zu der zentralen Veranstaltung im Rathaus fanden in drei Stadtbezirken Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung statt.

LEBENSFARBEN - Wanderausstellung

Zum Abschluss einer Wanderausstellung durch Thüringen wurden vom 2. bis 16. Dezember 2007 rund 60 Kunstwerke - Bilder, Skulpturen und Gedichte - im Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes in der Kölner Südstadt gezeigt. 21 Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung, die in verschiedenen Thüringer Einrichtungen leben und dort künstlerisch tätig sind, hatten diese Ausstellung zusammengestellt.

Veranstalter war die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz.

VERWANDLUNGEN - Fotoausstellung
Behinderte Menschen entdecken sich neu

Sich selbst ausprobieren, den eigenen Stil finden - für die beteiligten Mitarbeiterinnen der Gemeinnützigen Werkstätten Köln war dieses Projekt eine wunderbare Erfahrung. Denn nur allzu oft werden Menschen mit Behinderung in ein eher unauffälliges und angepasstes Äußeres gedrängt. Im Rahmen des Projektes hatten sie nun die Möglichkeit, ihren Typ kreativ zu verändern. Die Fotoausstellung, deren Schirmherrin die Bürgermeisterin Angela Spizig war, dokumentierte diesen Veränderungsprozess. 

KUNSTAUSSTELLUNG

Die Bewohnerinnen und Bewohnern einer Außenwohngruppe der Diakonie Michaelshoven in Hürth stellten vom 4. bis 14. Dezember 2007 im Bezirksrathaus Rodenkirchen ihre Werke aus.

Weiterführende Links

Übersicht der Berichte zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
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Büro des Behindertenbeauftragten