Ziel des Denkmalschutzes auf Friedhöfen ist es, den geschichtlichen Aussagewert der historischen Grabstätten als Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren. Dazu trägt die Erhaltung des originalen Zustandes beziehungsweise die behutsame Restaurierung unter Wahrung des Ortes, der Materialität und der inschriftlichen Aussage bei.

© Stadtkonservator/in, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege

Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, sind im Umgang mit dem Grabdenkmal folgende Regeln zu berücksichtigen:

  • Es besteht die gesetzliche Verpflichtung, für alle Maßnahmen an der gesamten Grabanlage die denkmalpflegerische Erlaubnis einzuholen.
  • Die Einholung der Erlaubnis nach § 9 und § 26 DSchG NW ist vor der Durchführung jeglicher Maßnahmen zwingend erforderlich. Bei Unterlassung finden nach § 27 die Vorschriften des Ordnungsbehördengesetzes Anwendung.
  • Alle beabsichtigten Maßnahmen (jegliche Veränderung, zum Beispiel Herstellung der Standsicherheit, Reinigung, Restaurierungsarbeiten, Anbringung zusätzlicher Inschriften) sind schriftlich zu beantragen. Beizufügen sind Unterlagen zur Beurteilung des Vorhabens (in der Regel ein Angebot einer Fachfirma für die Instandsetzung). Erst nach schriftlicher Erteilung der Erlaubnis sind die Arbeiten zu beauftragen beziehungsweise zu beginnen.

Grundsätzlich gilt...

Alle Maßnahmen müssen substanzschonend sein, um den historischen Bestand der Grabstätte möglichst zu bewahren.

Nicht zulässig sind:

  • Entfernen oder Umsetzen des historischen Grabmals, einzelner Teile des Grabmals oder der Grabstätte, wie zum Beispiel der Einfassung
  • Entfernen von originalen historischen Inschriften, insbesondere der Erstinschrift
  • Umdrehen von Grabmalen oder Anbringen von historischen Inschriftplatten auf der Rückseite
  • Erhebliche Veränderung der originalen Bestandteile der Grabanlage

Für die Platzierung zusätzlicher Inschriften beziehungsweis Namen je nach individueller Situation des historischen Bestandes beachten Sie bitte folgende Anregungen:

  • Anbringen auf einer freien Fläche des Grabmals
  • Anbringen auf dem Sockel des Grabmals
  • Hinzufügen einer kleinen Liegeplatte auf der Grabfläche
  • Hinzufügen einer großen Liegeplatte auf der Grabfläche
  • Aufstellen einer oder mehrerer Stelen versetzt neben dem Grabmal

Ergänzungen sollten nicht in historisierenden, sondern in modernen Formen erfolgen. Bei der Gestaltung von Stelen und Liegesteinen sind verschiedene Materialien denkbar. Neben den herkömmlichen Materialien Stein, Holz und Metall können auch Glaselemente in Frage kommen. Alle Lösungsansätze sind hinsichtlich ihrer Verträglichkeit mit den individuellen Gegebenheiten der einzelnen Grabanlagen jeweils zu überprüfen. Verallgemeinerungen sind leider nicht möglich.

Hinweis zur Erlaubnispflicht

Arbeiten an denkmalgeschützten Grabanlagen bedürfen einer denkmalrechtlichen Erlaubnis nach § 9 DSchG NW. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, haben wir Ihnen zusammengestellt:

Erlaubnis nach § 9 DSchG NW
Merkblatt Grabanlagen
PDF, 135 kb