Beendete frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung

Veröffentlicht im Amtsblatt am 10. Juni 2020

Ziel ist es, Planungsrecht für 190 bis circa 250 Wohneinheiten zu schaffen. Dabei soll ein "Allgemeines Wohngebiet" mit einer Mischung aus Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäuser festgesetzt werden.

Geltungsbereich
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Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses am 19. März 2020

Der Stadtentwicklungsausschuss beschließt, nach § 2 Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) einen Bebauungsplan für das Gebiet nördlich des Friedhofs Leidenhausen, westlich der Eiler Kleingartenanlage, südlich der Wohnbebauung an der Leidenhausener Straße und am östlichen Ende einer Stichstraße von der Schubertstraße, östlich der Haydnstraße sowie östlich der Morzartstraße in Porz-Eil (Gemarkung Eil, Flur 9, Flurstücke 5/2, 30/1, 30/2, 31, 32, 33, 34, 47, 77, 79, 139, 143, 230, 250, und teilweise 40, 45, 212, 213, 269) aufzustellen mit dem Ziel, "Allgemeines Wohngebiet" mit Planungsrecht für 190 bis circa 250 Wohneinheiten mit einer Mischung aus Einfamilien- Doppel- und Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäuser festzusetzen. 

Arbeitstitel: Leidenhausener Straße in Köln-Porz-Eil

Beschlussvorlage, Pläne und Erläuterung

Informationen zum Verfahren

In Abstimmung mit uns hat die Investorin für das Plangebiet mit dem Arbeitstitel Leidenhausener Straße in Köln-Porz-Eil ein Planungskonzept erarbeitet.

Das Plangebiet mit dem Arbeitstitel "Leidenhausener Straße in Köln-Porz-Eil" befindet sich im Stadtbezirk 7, Köln-Porz, im Stadtteil Eil. Die westlich der A 59 liegende Potentialfläche am Ortsrand von Porz-Eil nördlich des Friedhofs Leidenhausen, westlich der Eiler Kleingartenanlage, südlich der Wohnbebauung an der Leidenhausener Straße und am östlichen Ende einer Stichstraße der Schubertstraße, östlich der Haydnstraße, sowie östlich der Mozartstraße gelegen wird es von der Leidenhausener Straße erschlossen und umfasst eine Fläche von circa 4,4 Hektar.

Vorrangiges Ziel ist die Entwicklung von Wohnraum sowie die Sicherung und Stärkung der Wohnfunktion. Daher sollen im Geltungsbereich südlich der Leidenhausener Straße circa 190 bis 250 Wohneinheiten entstehen. Das "Allgemeine Wohngebiet" soll in Einfamilien- und Doppelhäusern mit möglicher Einliegerwohnung, Doppel-Mehrfamilienhäusern 1,5 geschossig mit bis zu 4 Wohneinheiten und Mehrgenerationenhäusern errichtet werden, sodass sich die Neuplanung in das heterogene Umfeld mit seinen verschiedenen Gebäudetypologien einfügt. Geplant ist die Errichtung teilweise als öffentlich geförderter Wohnungsbau gemäß des "Kooperativen Baulandmodells".

Ziel ist es, eine qualifizierte städtebauliche Konzeption zu erhalten, welche die lokale Integrität und architektonische Qualität des Vorhabens sicherstellt. Zur Realisierung haben wir eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung sowie ein städtebauliches Qualifizierungsverfahren durchgeführt.

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Beteiligungsverfahren fand vom 18. Juni bis 2. Juli 2020 statt. Wegen der aktuellen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Verfahren nur mit einem öffentlichen Aushang des Planungskonzepts oder mit telefonischer Auskunft durchgeführt. Schriftliche Stellungnahmen konnten bis einschließlich 9. Juli 2020 an den Bezirksbürgermeister des Stadtbezirkes Porz gerichtet werden.

Die eingegangenen Stellungnahmen aus dem Verfahren der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden in der zuständigen Bezirksvertretung beraten und es wurde eine Beschlussempfehlung für den Stadtentwicklungsausschuss formuliert. Der Stadtentwicklungsausschuss ist dieser Beschlussempfehlung gefolgt und hat auf dieser Grundlage die Vorgaben zur weiteren Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfs beschlossen.

Beschlussvorlage zum Beteiligungsverfahren, Pläne und Erläuterung

Ergebnis des städtebaulich-freiraumplanerischen Qualifizierungsverfahrens 

© Rheinflügel Severin & Studio Vulkan

Im Anschluss daran fand im Rahmen des laufenden Bebauungsplanverfahrens vom 27. November 2020 bis 9. Februar 2021 der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbe­werb statt. Dieser wurde als qualitätssicherndes Verfahren für das städtebauliche Konzept durchgeführt. 

Insgesamt sechs Teams, bestehend aus städtischen Planungsteams, Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros, entwarfen unterschiedliche Konzepte für eine wohnbauliche Entwicklung an der Leidenhausener Straße. Entsprechend zuvor klar definierter Anforderungen sollte ein neues Wohnquartier geplant werden, das durch einen großen Anteil an Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern und einem untergeordneten Anteil an Geschosswohnungsbau geprägt wird. Die eingegangenen Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung sind in die Aufgabenstellung für das Wettbewerbsverfahren eingeflossen.

Weitere wesentliche Beurteilungskriterien waren unter anderem die Vernetzung mit den Nachbarschaftsquartieren sowie die Siedlungsrandgestaltung im Übergang zu den angrenzenden Freiraumstrukturen. Die Jury, die sich aus Vertretungen aus anerkannten Fachleuten, Politik, Verwaltung und des Vorhabenträgers zusammengesetzt hat, prämierte mit dem ersten Preis das eingereichte Konzept der Bürogemeinschaft Rheinflügel severin aus Düsseldorf mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH aus München. Insbesondere das klar lesbare städtebauliche Konzept mit vier Wohnhöfen, das durch ein starkes Freiraumnetz zusammengehalten wird und eine durchgängige Vernetzung mit der Umgebung herstellt, überzeugte die Jury

Auszug aus der Beurteilung der Jury:

Die Arbeit besticht durch eine klare Aufteilung in vier Nachbarschaften und einen stark ausgeprägten kreuzförmigen Grünzug zwischen den Quartieren. Die Quartiere selbst bieten jeweils zentral einen eigenen Nachbarschaftsplatz, der von einer durchgehenden Erschließungsstraße tangiert wird. Die Verkehrserschließung ist sehr sparsam dimensioniert. Ein Großteil des Verkehrs wird bereits bis zum zweiten Viertel in Tiefgaragen abgeleitet. An der Ostseite des Plangebietes bieten drei- bis vier-geschossige Mehrfamilienhäuser einen nahezu durchgängigen Schallschutzriegel gegenüber der Autobahn. Innerhalb der klar abgegrenzten Wohnquartiere bieten unterschiedliche Gebäudeformen und Gebäudetypen vielfältige Wohnformen. Der geförderte Wohnungsbau ist zur Durchmischung der Bewohner nahezu gleichmäßig mit Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern auf die Nachbarschaften verteilt. Der zwischen den Quartieren konsequent ausgeprägte Grünzug bietet eine durchgängige Vernetzung mit den Nachbarschaften. Die schutzwürdigen Gehölze sind in die Grünanlagen integriert und werden durch öffentliche Aufenthaltsräume ergänzt. 

Wie geht es weiter?  

Der Siegerentwurf, der mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, bildet die Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren. Das städtebauliche Konzept wird nun zunächst in ein Bebauungsplanentwurf überführt. Die Auswirkungen der Planung auf die Umwelt und den Verkehr werden gutachterlich untersucht und berücksichtigt. Darüber hinaus werden unter anderem die Themenfelder Artenschutz, Klimawandelanpassung und Starkregen behandelt. Sobald sämtliche Unterlagen erarbeitet sind, erhalten die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Offenlage erneut die Gelegenheit, eine Stellungnahme innerhalb einer bestimmten Frist abzugeben. Hierbei wird der Entwurf des Bebauungsplans mit der Begründung und weiteren Unterlagen für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt.   

Auskunft zum Planungskonzept und Informationen zum Amtsblatt