17. November 1876 bis 20. April 1964

Als wir 1959 August Sanders fotografisches Werk "Köln wie es war", bestehend aus 16 Bildmappen erwarben, gelangten die Abzüge in den Besitz des Kölnischen Stadtmuseums und die 364 Negative in unser Bildarchiv.

Die Aufnahmen waren bis auf wenige Ausnahmen zwischen 1920 und 1938 entstanden, von Sander aber erst nach dem Krieg in Form einer "Typologie der Stadt" zusammengefügt worden. Dabei griff der Fotograf auf ein dokumentarisches System zurück, dass er bereits in konzeptioneller Weise in seinem Werk "Menschen des 20. Jahrhunderts" angewandt hatte.

Ausgehend vom Kölner Dom und den Sakralbauten als Kernpunkten städtischer Kultur führen seine Aufnahmen über die profanen Denkmäler entlang der Hauptverkehrswege zu den Stadtgrenzen hin. Zugleich wandeln sie vom monumentalen Einzelbild zur Stadtansicht aus Vogelschauperspektive.

Sanders Formate

Sander arbeitete in den Plattenformaten 13 mal 18 Zentimeter und 18 mal 24 Zentimeter, in einzelnen Nachkriegsaufnahmen auch im Format 9 mal 6 Zentimeter. Von den großen Formaten stellte er Kontaktabzüge von den kleineren Vergrößerungen her. Seine Abzüge variieren im Anschnitt zu den Negativen. Abzüge und Negative sollten als Ganzheit gesehen werden. Ihr gemeinsamer Erhalt ist wünschenswert, da er interessante Aufschlüsse über die Arbeitsweise eines der bedeutendsten Kölner und über die Stadtgrenzen hinaus weit bekannten Fotografen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt.

Die Abzüge wurden 2009 in Vorbereitung einer Ausstellung im Kölner Stadtmuseum und der Neupublizierung der Mappenwerke digitalisiert, von den Glasnegativen liegen bereits seit längerer Zeit hochwertige Digitalisate vor.

Literatur zu August Sander im OPAC der Kunst- und Museumsbibliothek August Sander auf Kulturelles Erbe Köln