Die Corona-Pandemie wird unsere Gesellschaft 2021 begleiten. Daher wurden zur Eindämmung der Infektionszahlen weitere einschränkende Coronaschutzverordnungen des Bundes, des Landes sowie der Stadt ausgesprochen. Diese Verordnungen bedeuten für die Berufsausübung der Kulturschaffenden erhebliche Einschränkungen für den Betrieb von Spielstätten und Veranstaltungen.

Für die Kulturszene waren und sind die Beschränkungen für das Öffnen von Spielstätten und Veranstaltungen nicht nur schmerzhaft, sondern zum Teil existenzbedrohlich. Es ist für Kulturschaffende unter den Einschränkungen nur bedingt möglich, öffentlich zu veranstalten, aufzutreten und genügend Umsatz für die Existenz zu erwirtschaften.

Den Reichtum kultureller Akteurinnen und Akteure sowie die Aktivitäten in Köln gilt es weiterhin zu erhalten. Kultur ist weit mehr als eine Freizeitaktivität, sie ist die Seele einer Stadt.  

Der Rat hat am 4. Februar 2021 zusätzlich neue Sonder-Maßnahmen festgelegt. Der Maßnahmenkatalog umfasst die im Folgenden detaillierten Fördermöglichkeiten.

Corona-Sonderförderung zur Struktursicherung freier Kulturvereine und Kulturbetriebe

Zur Struktursicherung bieten wir eine modifizierte, vereinfachte und an die tatsächlichen Bedarfe der Kulturschaffenden angepasste Maßnahme (auf der Grundlage des Ende Dezember ausgelaufenen Notfallfonds Programm B) an.

Antragsberechtigung

Wir sprechen Sie als Veranstalterinnen und Veranstalter mit Sitz in Köln an, zum Beispiel:

  • freie Kulturbetriebe (wie Theater-, Tanz-, Literatur-Spielstätten, Filmkunst-Kinos, unabhängige Plattenläden et cetera),
  • eingetragene Kulturvereine,
  • freie Kultureinrichtungen (Clubs),
  • kulturelle Initiativen,
  • Kulturschaffende,

soweit sie ganzjährige Kurs- oder Veranstaltungsprogramme bieten und nicht institutionell von uns gefördert werden.

Zur Antragstellung müssen Sie mindestens drei der nachfolgenden Kriterien erfüllen:

  • Sie sind seit mindestens einem Jahr vor Beginn der Corona-Krise im März 2020 kulturell aktiv.
  • Sie üben mindestens 80 Prozent Ihrer geschäftlichen Tätigkeiten in Köln aus.
  • Sie haben durchschnittlich mindestens 12 Kulturveranstaltungen pro Jahr von 2017 bis 2019 in Köln durchgeführt (Ausnahmen sind (Mehr-)Tagesfestivals).
  • Ihre zugelassene Kapazität liegt unter 2.000 Personen (bei Veranstaltungsstätten) oder unter 10.000 Personen (bei (Mehr-)Tagesfestivals).

Grundvoraussetzung ist, dass der Kulturbetrieb oder Kulturverein vor Ort kulturelle, für Köln bedeutsame Angebote bietet, die nicht rein gewerblich ausgerichtet sind. Der Fortbestand für die Zeit nach der Corona-Krise muss beabsichtigt und plausibel dargelegt werden.

Nicht antragsberechtigt sind Kulturbetriebe und Kulturvereine, die eine institutionelle Förderung von anderen Zuschussgeberinnen und -gebern erhalten, die größer als 20 Prozent der Gesamteinnahmen ist oder eine institutionelle Förderung durch die Stadt Köln erhalten.

Die Antragstellung ist ab sofort möglich.

Veranstalter können Anträge für den Betriebszeitraum 1. Januar bis 30. April 2021 stellen. 

Nicht antragsberechtigt sind Kulturbetriebe und Kulturvereine, die eine institutionelle Förderung von anderen Zuschussgebern erhalten, die größer als 20 Prozent der Gesamteinnahmen ist.

Fördervoraussetzungen

  • Konkrete durch Corona bedingte Unterdeckung zwischen betrieblichen Kosten und Erlösen, welche die Existenz der Antragstellenden durch Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gefährdet. 
  • Wegfall oder Minderung der Einnahmen aus Kartenverkauf und sonstiger Veranstaltungserlöse.
  • Wegfall von Pacht-, Gastronomie-, Sponsoring-Einnahmen,
  • Einfrieren bestehender Förderprogramme und andere.

Im Übrigen finden die geltenden Förderkriterien des Kulturamtes weiter Anwendung.

 

Ziele und Kriterien

Höhe der Förderung

Die Förderung ist auf einen Betrag in Höhe von maximal 50.000 Euro begrenzt.

Verfahren

  • Die Abwicklung der Anträge und Bescheide erfolgt zentral über das Kulturamt der Stadt Köln.
  • Für die Beurteilung spezieller kultureller und kreativwirtschaftlicher Relevanz behält sich das Kulturamt vor, externe Fachexpertise einzuholen.
  • Die Entscheidung über die Sonderförderung erfolgt durch Beschlussfassung des Ausschusses Kunst und Kultur.

Antragsunterlagen

  • Wirtschaftsplan 2019
  • Wirtschaftsplan 2021
  • Angaben zu Anträgen weiterer Hilfsprogramme (Bund, Land, öffentliche Stiftungen et cetera)
Antragsformular Sondermaßnahme 2021

Anträge können bereits eingereicht werden.

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt sukzessive. Wir kommen bei eventuellen Rückfragen auf Sie zu und bitten um Geduld.

Auf die weitere notwendige Entscheidung durch den Ausschuss für Kunst und Kultur wird nochmals hingewiesen.

 

Erschließung von alternativen Spielstätten

 Corona-Zwischennutzungsfonds für Spielstätten

Für Spielstätten, Produktionen und Veranstaltende ist ein Corona-Zwischennutzungsfonds als Hilfsmaßnahme geplant. Die Ausschreibung richtet sich an Spielstätten, die künstlerischen Produktionen, Ensembles oder Veranstaltenden für

  • Präsentationen,
  • Konzerte,
  • Aufführungen,
  • Proben oder Workshops

eine Zwischennutzung ihrer Spielstätte kostenfrei und spielfertig zur Verfügung stellen.

Ziel ist es, Spielstätten mit größeren Veranstaltungsorten darin zu fördern, ihre Räumlichkeiten für

  • kleinere Venues, 
  • freie Veranstaltende,
  • Gruppen,
  • Ensembles,

zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Instrument bieten wir Kulturschaffenden trotz Corona-Beschränkungen ein breiteres Auftritts-Angebot  Der Rat beauftragte die Verwaltung mit der weiteren Ausgestaltung der Maßnahme zusammen mit einem städtischen Konzept zur Förderung des Open Air-Angebots.

 

Kultur Info-Stelle Corona

Corona-Aufstockungsfonds für Betriebskostenzuschüsse

Empfängerinnen und Empfänger von Betriebskostenzuschüssen konnten zu Beginn des Jahres eine Aufstockung ihres Zuschusses 2021 beantragen. Die Aufstockungshöhe wird einzelfallbezogen entsprechend dem Wirtschaftsplan festgelegt.

 

Coronabedingte Flexibilisierung der Bewilligungsauflagen in der regulären Projektförderung

Die Vorgehensweise bei Projektförderungen wurde schon im Jahr 2020 durch das Kulturamt wesentlich flexibilisiert. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht, sodass die Flexibilisierungen fortgeführt werden.  

Nachfolgende Bewilligungsauflagen finden neben den derzeit geltenden Förderkriterien Anwendung:

  • Der Verausgabungszeitraum wird von drei Monaten auf Ende des Jahres 2021 ausgeweitet.
  • Die Ausfallhonorare sind wie bisher förderfähig (bei coronabedingter Absage beziehungsweise Modifizierung von Veranstaltungen, nicht bei zeitlicher Verlegung).
  • Die durch Corona bedingten Mehrkosten (zusätzliche Honorare, Reisekosten, Sachkosten für Hygienemaßnahmen, Corona-Test et cetera) sind förderfähig.
  • Der Eigenanteil kann bei coronabedingten Absagen oder Modifizierungen (zum Beispiel Streaming) auf bis zu fünf Prozent des Gesamtbudgets heruntergesetzt werden. 

Eine Aufstockung der Förderung bei Verschiebung der Veranstaltung findet per Einzelfallprüfung statt.

Die einzelnen Fachreferate beraten Sie gerne zu Ihrer individuellen Antragstellung.

Kontakt
Weitere Informationen zu Zielen und Kriterien

Lärmschutzfonds mit besonderer Konzentration auf coronagerechte Um- und Aufrüstung von Lüftungsanlagen

Das Kulturamt unterstützt Maßnahmen im "Lärmschutzfonds für freie Kulturinstitutionen und Musikclubs", deren Nutzung emissionsintensiv ist, im Rahmen der jährlich vom Rat der Stadt Köln bereitgestellten Zuschussmittel in Höhe von bis zu 300.000 Euro. Gefördert werden grundsätzlich Maßnahmen, die dazu beitragen, Lärmemissionen, die durch freie Kulturinstitutionen oder Musikclubs hervorgerufen werden, zu reduzieren und somit Konflikte zu entschärfen oder direkt zu vermeiden.

Für einen coronakonformen Umbau von Spielstätten können Sie einen Antrag beim existierenden (investiven) Technikfonds des Kulturamtes einreichen.
Die Laufzeit des Programms richtet sich nach der Verfügbarkeit der Mittel 2021.

 

Weitere Informationen zum Lärmschutzfonds unter Infrastrukturförderung