Bereits bei den Bohrungen zur Errichtung des Bergungsbauwerks wurden erste Archivalien ans Licht gebracht. Es handelt sich vor allem um städtische Akten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

  • ©Historisches Archiv
    Geborgenes Archivgut
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    Der Pfahlbohrer im Einsatz

Darunter auch die sogenannten "Ausländerakten" aus den 1960er und 1970er Jahren.

Diese Funde bestätigen, dass in der Einsturzstelle beziehungsweise im Grundwasser Archivalien vorhanden sind, die sich nach wie vor restaurieren lassen.

Die Bildergalerie vermittelt einen Eindruck von der Art und dem Zustand des geborgenen Archivguts. Zudem zeigt sie den Pfahlbohrer sowie Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Die Archivalien waren zwar durchnässt aber in einem relativ guten Zustand, da sie luftdicht abgeschlossen waren. Beim Herausholen an die Oberfläche kamen sie jedoch in Kontakt mit dem Luftsauerstoff, der den Schimmelbefall und die Zersetzung beschleunigt. Deshalb wurde noch direkt an der Einsatzstelle mit der "Erstversorgung" begonnen. Dabei wurden die Archivalien in sogenannten "Waschstationen" mit Frischwasser abgebraust, um Dreck und Steine zu entfernen. Anschließend wurden sie in Stretchfolie eingeschlagen und in Gitterboxen abgelegt, die rasch in die Gefriertrocknung nach Troisdorf gebracht wurden.

Im Kühlhaus wurden die Fundstücke dann sehr schnell auf minus 28 Grad heruntergekühlt ("Schockfrostung") und später im Vakuum wieder aufgetaut. Dabei sublimiert das Wasser, das heißt, es verwandelt sich im Vakuum sofort in Wasserdampf und kann so abgesaugt werden, ohne das Archivgut erneut zu durchnässen.

Römisches Brandgrab

© Römisch-Germanisches Museum/Dr. Marcus Trier

Am 12. Juni 2010 wurde zudem ein römisches Brandgrab gefunden, das nach erster Einschätzung der Archäologen in das erste Jahrhundert nach Christus zu datieren ist. Ungewöhnlich ist, dass das Brandgrab in einer Tiefe von sieben bis neun Metern entdeckt wurde. Die Schicht, in der solche Funde normalerweise liegen, ist vermutlich abgesunken. Vor allem Ziegel und Keramik konnten aus dem Grab geborgen werden. Die Ziegel dienten zur Auskleidung der Grabgrube, die Gefäße, teilweise aus hochwertiger Keramik, waren Grabbeigaben.

Die Severinstraße verläuft exakt entlang der ehemaligen römischen Fernstraße Richtung Süden. Da die Römer ihre Toten außerhalb der Stadtmauern ("extra muros") beisetzten, finden sich an den Ausfallstraßen häufig frühe Gräberfelder.

Das bislang berühmteste Grab an einer Ausfallstraße Kölns ist das des Legionärs Poblicius (um 40 nach Christus). Dieses Grabmal ist bis heute eines der bekanntesten Exponate des Römisch-Germanischen Museums.