20 Jahre Museumsnacht Köln - eine Nacht voller Kunst, Kultur und Konzerten

In diesem Herbst steht ein ganz besonderes Datum im Kölner Kulturkalender: Der Stadtrevue Verlag und die Stadt Köln feiern die 20. Museumsnacht Köln. Diesmal öffnen 49 Museen, Kunstorte, Atelierhäuser und Offspaces ihre Tore bis spät in die Nacht – so viele Stationen wie noch nie! Zum 20. Mal erwartet die Besucherinnen und Besucher ein facettenreiches Rahmenprogramm aus Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Workshops, DJ-Sets und mehr. Zum 20. mal trifft sich die einzigartige Kulturvielfalt unserer Rheinmetropole zu einem nächtlichen Rendezvous mit Kunstbegeisterten.

Kostenlose Shuttlebusse bringen Sie während der ganzen Nacht auf vier verschiedenen Routen zu den Veranstaltungsorten.

Einige Highlights der diesjährigen Museumsnacht haben wir für Sie zusammengestellt.

Museumsnacht Köln 2019

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

"Inside Rembrandt - 1606–1669"

© Stadt Köln/Sandra Berlinghof

Anlässlich des 350. Todestages widmet das Museum dem niederländischen Maler Rembrandt Harmensz van Rijn eine große Sonderausstellung. Meister, Virtuose, Genie oder Star — die Titel für Rembrandt sind so vielfältig wie seine Kunst, die die Menschen weltweit begeistert. Aber warum ist das so? Dieser Frage geht die Ausstellung nach. Die Schau taucht ein in die Welt des Niederländers und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Neben Werken aus dem eigenen Bestand zeigt das Haus auch hochkarätige Leihgaben aus renommierten Häusern wie dem Amsterdamer Rijksmuseum, der Getty Collection Los Angeles, dem MOMA New York oder der Münchner Pinakothek.

"Rembrandts graphische Welt"

Rembrandt, die Zweite: In der Graphischen Sammlung zeigt das Museum eine Auswahl an Radierungen aus seinem 160 Blätter umfassenden Gesamtbestand. Rembrandt war nämlich nicht nur genial am Pinsel, auch Stichel und Nadel lagen stets sicher in seiner Hand. Ein Händchen für die Materialwahl hatte der Niederländer auch: Statt des seinerzeit üblichen Büttenpapiers nutze er Japanpapier. Die Schau fragt nach den Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Rembrandt-Radierung auch nach rund 400 Jahren als Meisterwerk angesehen wird.

Adresse

Obenmarspforten 40
50667 Köln

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Kölnischer Kunstverein

"Maskulinitäten"

Zum ersten Mal haben sich der Bonner Kunstverein, der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf zu einem gemeinsamen Projekt zusammengeschlossen. Das Ziel: eine feministische Ausstellung über Männlichkeit. Anhand künstlerischer und kunsttheoretischer sowie gesellschaftspolitischer Positionen werden Konzepte von Männlichkeit reflektiert. Unterschiedliche Perspektiven präsentieren sich durch Positionen verschiedener Generationen und kultureller Kontexte. Künstlerinnen wie Lynda Benglis, Julia Scher oder Sarah Lucas hinterfragen Geschlechterstereotype. Belkis Ayon, Juliette Blightman, Hilary Lloyd, Shahryar Nashat oder Jimmy de Sana hingegen entlarven etablierte Konventionen des "männlichen Blicks", um diese zu brechen.

Um 19:30 Uhr und 22:30 Uhr zeigen wir "O Peixe (the Fish)" von Jonathas de Andrade.
Führungen durch die Ausstellungen gibt es um 20:30 Uhr, 21:30 Uhr und 23:30 Uhr.

Adresse

Hahnenstraße 6
50667 Köln

Kölnischer Kunstverein

Museum für Ostasiatische Kunst

"Trunken an Nüchternheit - Wein und Tee in der chinesischen Kunst"

© Rainer Gärtner

Umgangssprachlich behauptet man, "einen im Tee zu haben", wenn man dem Alkohol zugesprochen hat. Auch in der chinesischen Kultur spielen Alkohol — vor allem Wein — und Tee eine zentrale Rolle: sie dienen als Genussmittel bei sozialen Anlässen, als künstlerische Inspiration, als Opfergabe an die Götter, aber auch als lukratives Konsumgut. Die Bedeutung und der Gebrauch haben sich in der Jahrtausende alten Geschichte Chinas verändert, die Objekte der Ausstellung spiegeln diese Entwicklung wider: Von bronzenen Weinopfergefäßen für die Ahnen, bis hin zu feinster chinesischer Teekeramik, die die japanische Teezeremonie beeinflusste, geht die Ausstellung den Getränken auf den Grund.

Weitere Highlights:

19 bis 21 Uhr (Foyer):
Offene Schriftzeichen-Werkstatt ab 8 Jahren 

19:30 Uhr, 21 Uhr, 22:30 Uhr und 24 Uhr (jeweils circa 20 Minuten) Louis L. Handpan:
Louis L. Handpan ist ein junger Musiker aus Hamburg. Der Begriff Handpan bezeichnet eine Gruppe von Musikinstrumenten, die als Reaktion auf das weltweit große Interesse für das Hang entstanden ist, einem handgespielten Blechklanginstrument. Louis interpretiert klassische und zeitgenössische Stücke und verwandelt sie in verzaubernde Klänge, die zum Träumen einladen.

21:30 Uhr (Vortragssaal) Phillip Grimberg:
Der Professor für Chinastudien interpretiert in seiner Veröffentlichung "que(e)r gelesen: junge Literatur aus Taiwan" den Erzählband "Welt der Sinne" und daraus die Kurzgeschichte "Die Rituale" des taiwanischen Autors Ji Dawei und übersetzt sie ins Deutsche. Vor dem Hintergrund taiwanischer Diskurse zu Homosexualität und ihrer gesellschaftlichen sowie politischen Bezüge, verhandelt Ji Dawei (geboren 1972) als Vertreter einer postmodernen, stark global orientierten und inszenierten, jungen intellektuellen Elite, die Themen Wahrheit, Identität und Ritualität. 

Adresse

Universitätsstraße 100
50674 Köln

Museum für Ostasiatische Kunst

Museum Schnütgen

© Christoph Stallkamp

Kunst in der Kirche: Das Museum ist in einem der ältesten Gotteshäuser Kölns beheimatet. Die Cäcilienkirche ist über 1.000 Jahre alt. In der ständigen Ausstellung werden Werke der bedeutenden Sammlung mittelalterlicher Kunst gezeigt — von Holz- und Steinskulpturen über kostbare Goldschmiedekunst und Glasmalerei bis zu Elfenbeinen und Textilien. Die Stille, die Aura und die besondere Nähe zu den Objekten laden dazu ein, die Kunstwerke in ihrer spirituellen Ausstrahlung und Schönheit zu erleben.

"Noorden pres. Schnütgen 2"

Das Kölner Label Noorden bespielt zum zweiten Mal die Cäcilienkirche mit einem Ambient-Showcase: Sounds der beteiligten Künstlerinnen und Künstler treten in Dialog mit der Architektur, der Kunst und dem Publikum. Dazu vereinen die Mediendesignerinnen des VJ-Teams Prizesin Haralt ihre Visionen in beeindruckenden Live-Visuals.

Weitere Highlights:

  • 19 Uhr und 24 Uhr 
    Martin Schmitz lädt mit seinen Ambient-Interpretationen ein, beim Hören mit auf eine Reise in die eigenen Gedanken zu gehen.
  • 19:15 Uhr und 22 Uhr
    "Mittelalter für Einsteiger" mit G. Säuberlich-Spannagel
  • 20:30 Uhr und 0:45 Uhr
    Phil Latchs DJ-Sets sind inspiriert von musique concrète, zeitgenössischer Experimentalmusik und klassischem Ambient.
  • 21 Uhr 
    "Drachen, Einhörner und Dämonen — die fantastische Welt des Mittelalters"
  • 21:30 Uhr
    Alex Ketzer verschmilzt in seinem Live-Set atmosphärische Sounds und minimale Loops zu einer verträumten und nebulösen Mischung: Ambient-Fragmente treffen auf Drum’n’Bass, Leftfield, Dub und Techno.
  • 22:15 Uhr
    Red On: Seit ihrem Zusammentreffen spielen DJ Philipp Roth und VJ Subrihanna gemeinsam Sound und Bild. Die Musik schwankt zwischen poppiger Zugänglichkeit und der totalen Auflösung im Geräusch. Schleppende Grooves, Gitarre, Claps und Drones in einer großen Wolke.
  • 23 Uhr
    Ozan Tekins Musik ist manchmal bedrohlich, manchmal wütend, manchmal erschöpft und immer unter Spannung
  • 23:45 Uhr
    "Totentanz zur Geisterstunde" mit G. Säuberlich-Spannagel

Adresse

Cäcilienstraße 29-33
50667 Köln

Museum Schnütgen

Cöln Comic Haus

Meisterwerke des analogen Storytellings

© Elke Moorkamp

Comics sind nicht nur etwas für Kinder, das sollte längst allgemein bekannt sein. Ob Manga oder Graphic Novel — das Genre ist so vielfältig wie seine Fans. Zwei davon sind das Ehepaar Schmitz-Lippert, sie initiierten 2008 das Cöln Comic Haus. Die Dauerausstellung "X-Men — The Children of the Atom" mit mehr als 140 ausgewählten Originalheften an der Comic-Wand, eindrucksvollen Statuen, Memorabilien, Original-Art aus der Sammlung und Leihgaben von Freunden und Unterstützern machen das Leben der Mutanten erlebbar.

"Future Noir 2019 — Eine Hommage an Blade Runner"

Regisseur Ridley Scotts Meisterwerk (1982) hat ästhetische und filmtechnische Maßstäbe gesetzt. Der Film gilt als Meilenstein des Science-Fiction-Kinos. 2017 inszenierte Denis Villeneuve die Fortsetzung. In der Sonderausstellung werden Bilder der Illustratoren Martin Schlierkamp, Burkhard Schulz und Torsten Wolber gezeigt, die sich mit dem dystopischen Endzeitdrama beschäftigen. Den Soundtrack dazu liefern Anja Sonneson und Dirk Bartmann mit ihrem "Blade Circulation Project".

Weitere Highlights

19:30 Uhr "Die drei ??? Das Ritual der Schlangen"
Christopher Tauber, Comiczeichner und Preisträger des Max-und-Moritz Preises 2018 für den besten Comic für Kinder und Jugendliche, liest aus der Graphic Novel.

21 Uhr "Die Gruppe X gegen den Magnetbösewicht!"
Die szenischen Lesungen sind Tradition im Cöln Comic! Diesmal mit und von Haus Heinz Heidlberger und Tillmann Courth. Animiert von "PowerPoint-Zauberer" Dirk Nett!

22:30 Uhr "Ist das (Comic)-Leben vielleicht doch ein Ponyhof?"
Sarah Burrini, Comic-Künstlerin aus Köln und Max-und-Moritz Preisträgerin 2018, spricht mit Kurator Darjush Davar über ihre Inspirationswelt, Arbeitsweise und die Leichtigkeit des Seins einer Comic-Zeichnerin.

24 Uhr "Wegwerfhelden: frühe Superman-Klone, die Eintagsfliegen blieben"
Comicjournalist Tillmann Courth wühlte sich durch die Archive und präsentiert Superhelden, die garantiert niemand kennt.

Adresse

Bonner Straße 9
50677 Köln

Cöln Comic Haus

Käthe Kollwitz Museum Köln

"Berliner Realismus — Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix"

Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft. Von Wilhelm II. mit dem Verdikt der "Rinnsteinkunst" belegt, widmen sich Künstler wie Käthe Kollwitz, Hans Baluschek und Heinrich Zille um 1900 erstmals dezidiert den sozialen Themen des Großstadtproletariats — und begründen damit eine spezifisch berlinische Tradition des sozialkritischen Realismus, die während und nach dem Ersten Weltkrieg eine konsequente Fortsetzung findet. Die junge Künstlergeneration um Otto Dix, George Grosz und Otto Nagel nimmt die Abgründe der Gesellschaft und die politische Situation der Weimarer Republik in den Fokus ihrer Arbeit.

Mit der aktuellen Sonderausstellung präsentiert das Käthe Kollwitz Museum mehr als 120 Werke — von Ölmalerei, Zeichnung und Druckgraphik über Plakatkunst und Photographie bis hin zum Film — und spannt gleichzeitig einen Bogen von den 1890er bis in die 1930er Jahre. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Bröhan-Museum, Berlin.

Highlights

19:30 Uhr "Berliner Realismus — Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft …!"
Entdeckertour für Kinder ab 6 Jahren

19:30 Uhr "Käthe Kollwitz — Meilensteine eines Künstlerlebens"
Führung durch die ständige Sammlung

20 Uhr und 22:45 Uhr "Im Westen nichts Neues"
Mit seinem Antikriegsroman erlangte Erich Maria Remarque 1928 weltweite Aufmerksamkeit. Aus der Sicht eines 19-jährigen Freiwilligen — direkt von der Schulbank an die Front und in kürzester Zeit desillusioniert — zeigt er die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges. Gaby von Borstel und Peter Eickmeyer präsentieren ihre gemeinsame Adaption im Rahmen einer multimedialen Lesung. Die Graphic Novel stellt eine fulminante Neuinterpretation dar, die Bezüge zu den Verfilmungen, zur bildenden Kunst sowie zur fotografischen Kriegsberichterstattung herstellt.

21 Uhr "Amusement auf Berliner Plätzen: Rummel und Zirkus in den 1920er und 30er Jahren"
Führung in der Sonderausstellung

21:30 Uhr und 24 Uhr "Der grüne Salon"
Das Quartett erweckt die Musik von Marlene Dietrich, Kurt Weill, den Andrew Sisters und vielen mehr zum Leben. Mit Gesang (Christina Schamei), Saxophon (Johanna Klein), Klavier (Simon Below) und Kontrabass (Marcel Richard) entführt es in die wilden Berliner Zwanziger und die amerikanischen Swinging Thirties.

22:15 Uhr "Gesellschaft am Abgrund: Das Elend in der Weimarer Republik"
Führung in der Sonderausstellung

23:30 Uhr "Auf den Straßen, in den Hinterhöfen: Berliner Leben in Photographien der 1930er Jahre"
Führung in der Sonderausstellung


Adresse

Neumarkt 18-24 (Eingang in der Neumarkt Passage)
50667 Köln

Käthe Kollwitz Museum Köln

Rautenstrauch-Joest-Museum

Die Kulturen der Welt, zuhause in Köln

© Rheinisches Bildarchiv Köln/Wolf

"Heilige und Asketen — Miniaturmalerei der Jaina aus Indien"

Die aus Indien stammende Glaubensgemeinschaft der Jaina vermeidet strikt alles, was anderen Lebewesen, also sowohl Menschen als auch Tieren und Pflanzen, schadet. Ihre Anhängerinnen und Anhänger ernähren sich vegan und leben nach einer in der westlichen Welt nahezu unbekannten Lehre der Gewaltlosigkeit. Eine wertvolle Schenkung von Miniaturen aus den heiligen Schriften der Jaina (spätes 14. bis frühes 17. Jahrhundert) gewährt Einblicke.

"Mexikanischer Totenaltar"

Die Künstlerinnen Rosaana Velasco und Liliana Cobos gestalten anlässlich des traditionellen "Dia de los Muertos" einen beeindruckenden mexikanischen Totenaltar. Er ist der indigenen Malintzin / Malinche, der Geliebten des spanischen Eroberers Cortés und B. Traven gewidmet. (Foyer)

Weitere Highlights:

19 bis 21 Uhr Kinder-Workshop: "Wer hat die Kokosnuss?" (Werkstatt, 1. OG)

19:15 Uhr und 20:15 Uhr Öffentliche Probe: Gamelan-Orchester Kyai Sabda (Sammlung, EG)

19:30 Uhr und 20:30 Uhr Kurzführung am mexikanischen Totenaltar

19:50 Uhr TnT Brass Band: 23 Musiker mit verschiedensten Blasinstrumenten zeigen ihr Können — von klassischen Brass-Pieces über Latin bis Pop (Foyer)

20:15 Uhr "Wer bin ich ? متسه نم — انا نم "
Oskar Wildes Zitat "Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein" ist richtungsweisend für die Arbeit von sechs jungen Schauspielerinnen und Schauspieler. Unter der Leitung des syrischen Schauspielers und Regisseurs Rami Khalaf und der deutschen Theaterpädagogin und Dramaturgin Mirjam Knapp, haben sie gemeinsam ein Stück aus ihren eigenen Geschichten erarbeitet, das zum Nachdenken anregen soll. (FORUM Volkshochschule, EG)

20:30 Uhr "People in their Worlds: A Tour of the Rautenstrauch-Joest-Museum" 
Guided tour in English

21:15 Uhr und 23:45 Uhr
Riosentí ist ein musikalisches Projekt auf Reisen — dabei aber tief verwurzelt in Lateinamerika. Josué Avalos aus Mexiko und Aline Novaro aus Argentinien schaffen energetische Soundcollagen, die von Gitarre und Jarana begleitet werden und inspiriert sind durch die musikalische Tradition des mexikanischen Südostens. (Foyer)

22 Uhr "Tod und Jenseits"

22:15 Uhr "Bestatten, Hauda — ein Podcast-Abend"
Bianca Hauda ist Journalistin und Moderatorin für TV und Radio. Ihr neuestes und eigenes Projekt ist ein Podcast über den Tod. Hauda lädt für jede Folge einen Gast ein, der in irgendeiner Weise mit dem Tod zu tun hat. (FORUM Volkshochschule, EG)

23 Uhr Führung durch die Ausstellung "Heilige und Asketen"

Adresse

Cäcilienstraße 35
50667 Köln

Rautenstrauch-Joest-Museum

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

© Stadtkonservator/in, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege

Das NS-Dokumentationszentrum führt Besucherinnen und Besucher in seiner Dauerausstellung durch alle Kapitel von Kölns NS-Geschichte. Eindrücklich werden hier die Schrecken des Nationalsozialismus veranschaulicht. Aktuell zeigt das NS-Dokumentationszentrum zudem die Geschichte des Antisemitismus und Rassismus anhand von Klebezetteln.

Exklusive Preview vor Eröffnung am 14. November "Vergiss deinen Namen nicht — Die Kinder von Auschwitz"

Mindestens 232.000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche wurden während des Zweiten Weltkriegs aus allen Teilen Europas nach Auschwitz deportiert oder kamen dort unter unvorstellbaren Bedingungen zur Welt. Nur wenige überlebten. Diesen Kindern widmet das NS-Dokumentationszentrum eine eigene Schau. Auf großformatigen Tafeln werden die Lebensgeschichten von Kindern und Jugendlichen erzählt, die Auschwitz überlebt haben.

"Kriegserfahrungen 1939–1945. Kölner und Kölnerinnen an Front und Heimatfront"

80 Jahre sind vergangen, seit der Zweite Weltkrieg seinen Anfang nahm. Dennoch sind seine Folgen immer noch spürbar, im öffentlichen sowie privaten Bewusstsein. Die Ausstellung widmet sich den Kriegserfahrungen der Kölnerinnen und Kölner. Sie beschränkt sich nicht auf die Erlebnisse in Köln, sondern fragt ebenso nach den Erfahrungen, die an der Front, in der Evakuierung oder durch Deportation gemacht wurden. Anhand von Interviews sowie Briefen und Fotografien, die meist aus privater Hand stammen, wird die individuelle Dimension des Krieges veranschaulicht.

21:30 Uhr, Führung durch die Sonderausstellung

Weitere Highlights:

19 bis 2 Uhr: "Botschaft für die Vielfalt" (Gewölbe)
In fluoreszierender Farbe können Besucherinnen und Besucher ihre persönliche "Botschaft für die Vielfalt" hinterlassen.

19:30 Uhr: "Was geschah im EL-DE-Haus?"
Familienführung ab acht Jahren (Treffpunkt: Foyer)

19:45 Uhr, 21:45 Uhr und 23:45 Uhr: "Mit eigener Stimme"
Die Inszenierung des TKO Theaters macht die Stimmen von Sinti und Roma hörbar, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. In mehrsprachigen Briefen und Zeugenaussagen werden so menschliche Schicksale an einem historischen Erinnerungsort lebendig. 


Adresse

Appellhofplatz 23-25
50667 Köln

NS-Dokumentationszentrum

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

© Christoph Stallkamp

Die im August wiedereröffnete Dauerausstellung "Kunst + Design im Dialog" genießt Alleinstellung in Europa. Design wird nicht isoliert, sondern im Dialog mit Werken der freien Kunst ausgestellt, also Rietveld und Mondrian. Die Auswahl der Exponate wurde um bisher nicht gezeigte Objekte aus den Museumsdepots und durch zahlreiche Neuerwerbungen erweitert. Die Historischen Schausammlungen sind zur Zeit wegen Sanierungsarbeiten und Neukonzeption geschlossen.

"Norman Seeff: The Look of Sound"

Mehr als 140 Fotografien des südafrikanischen Fotografen sind in dieser Ausstellung zu sehen. Seeff fotografierte Musiklegenden wie Patti Smith, Tina Turner, die Rolling Stones, Johnny Cash, Ray Charles, Miles Davis und Frank Zappa, aber auch andere Persönlichkeiten wie Andy Warhol oder Steve Jobs. Seine Bilder zeigen die Künstlerinnen und Künstler in privater Umgebung oder im Studio. So schenken sie einen tiefen Einblick in die Kultur der 1960er bis 1980er Jahre.

"Kölner Design Preis — Toby E. Rodes Award"

Zum 12. Mal wird in diesem Jahr der von der Estate Toby E. Rodes ausgelobte Kölner Design Preis vergeben. Prämiert werden herausragende Abschlussarbeiten von Designstudiengängen an Kölner Hochschulen.

Highlights:

19 bis 21:30 Uhr "Aus Müll mach mehr!"
Upcycling-Werkstatt für Kinder ab 6 Jahren (2. OG)

19:30 bis 23 Uhr "Von Cash bis Zappa — Das Who is Who der Musikgeschichte"
Führung zur Ausstellung "Norman Seeff"

20 bis 24 Uhr "Design im Dialog!"
Ciceroni in der Designabteilung

19 bis 1 Uhr Platten- und Fotobörse:
Extra zur Museumsnacht und passend zur Seeff-Ausstellung verwandelt sich die elegante Ausstellungshalle des MAKK in ein Mekka für Fans von Musik auf Vinyl und Fotopapier.

20:15 Uhr und 22:45 Uhr "Low Fidelity": 
Gereon Klug arbeitet als Plattenhändler, Redakteur und Schauspieler. In seinen legendären "Briefen gegen den Mainstream" geht es um das Musikbusiness im weiteren Sinne. (Saal)

21:30 Uhr und 24 Uhr "C.A.R.":
Auf der Suche nach Spiritualität in der Musik der Zweitausendzehner treffen vier junge Kölner aufeinander. Gemeinsam entwickeln sie eine Melange aus Jazz und Elektronik, Improvisation und Experiment, Science-Fiction und Film Noir, Krautrock und Cyberpunk.

 

Adresse

An der Rechtschule
50667 Köln

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Museum Ludwig

Pop don't stop!

© Christoph Stallkamp

"Transcorporealities"

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Konzept der Durchlässigkeit von Körpern. Posthumanistische und neue materialistische Theorien begreifen menschliche wie nichtmenschliche Körper als offene Systeme, die sich im dauerhaften Austausch mit ihrer Umwelt befinden — jenseits von Dualismen wie Natur und Kultur, Mensch und Maschine, Subjekt und Objekt oder Individualität und Gemeinschaft. Die Idee der Transkorporalität lässt sich auch auf das Museum anwenden: In stetigen Beziehungsprozessen durchdringen sich darin diverse soziale, biologische, technologische, wirtschaftliche, politische und sprachliche Systeme. Vor diesem Horizont aktiviert die Ausstellung einen Bereich des Museums, der sich durch seine Fensterfronten und Glastüren an zwei Seiten öffnet und frei zugänglich ist: das Eingangsfoyer. Als Transitraum bildet es eine Art Membran — einerseits um das sensible Innenleben der Institution vor äußeren Einflüssen zu schützen, andererseits um ihre Poren für die Umwelt zu öffnen und somit ihre Atmung zu ermöglichen. Die künstlerischen Arbeiten reagieren unmittelbar auf den Raum, schaffen neue Mikroarchitekturen, inkorporieren die bestehende Einrichtung oder legen venenartige Fährten in die Sammlung. Die Werke sind immersiv, prozessual oder performativ. Mitunter entziehen sie sich bewusst der materiellen Fassbarkeit.

"Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Im Bauhaus-Jahr widmet das Museum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy (1894–1989) eine Präsentation im Fotoraum. Dort werden auch drei neu erworbene Vintage- Prints der Künstlerin gezeigt. Ihre Arbeiten begleiten Briefe aus dem Archiv des Hauses, die einen regen Austausch zwischen Moholy und Erich Stenger, Fotosammler und -historiker, bezeugen. Gemeinsam hatten sie vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy in die Emigration, während Stenger zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte in London schließlich selbstständig "A Hundred Years of Photography 1839–1939".

Highlights:

19 bis 2 Uhr DJ-Sets in der Ausstellung "Transcorporealities" (Foyer)

19:30 Uhr "Echte Hingucker!" Führung für Kinder

20 bis 24 Uhr "kunst:dialoge"
Das Team der kunst:dialoge steht in der Sammlung und in der Sonderausstellung "Transcorporealities" bereit

20:30 Uhr "Pop Art: Skandal, Konsum und Medien"

21 Uhr "Highlights der Sammlung" Führung mit Gebärdendolmetscherin, circa 60 Minuten

21 Uhr "Expressionismus: Starke Gefühle"

21:15 Uhr "Simply the best!" Guided tour in English

21:45 Uhr "Lucia Moholy"

22 Uhr "Die Kunst der Gegenwart"

23 Uhr "Meister der Vielfalt: Picasso"

23:30 Uhr "Surrealismus: bewusst unbewusst"


Adresse

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln

Museum Ludwig