Tipps für Ihren Alltag

Die Anzahl heißer Tage und der Sommertage in Köln nehmen durch den Klimawandel zu. Die Folge sind immer häufigere Hitzeperioden mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Das bedeutet jedoch nicht nur mehr sonnige Tage mit blauem Himmel und Badewetter, sondern zunehmend auch aufgeheizte Stadtquartiere und kaum nächtliche Abkühlung. Dies kann für den Menschen belastend sein und schränkt die Leistungsfähigkeit ein. Das Umweltbundesamt (UBA) stellt zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei Hitzeereignisse den sogenannten Hitzeknigge zur Verfügung. Die Hilfsbroschüre umfasst nützliche Hinweise und Tipps zum Umgang bei Hitze und wurde vom Projektteam "Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln" in Kooperation mit lokalen Akteur*innen und Institutionen speziell für die Stadt Köln weiterentwickelt. Der Kölner Hitzeknigge führt lokale Informationen, Beratungsangebote und Besonderheiten auf.

Broschüre Hitzeknigge
PDF, 1547 kb
Hitzeaktionsplan der Stadt Köln

Wer besonders gefährdet ist

© Umweltbundesamt

Hitze fordert ein angepasstes Verhalten besonders von gefährdeten Personen, wie pflegebedürftige Menschen, Schwangere, Kleinkinder und Säuglinge sowie Übergewichtige. Vor allem Menschen im Alter machen langanhaltende sommerliche Hitzeperioden zu schaffen. Die Gefahr steigt mit zunehmenden Alter, weil die Fähigkeit des Körpers zur Selbstkühlung durch das Schwitzen abnimmt. Außerdem haben ältere Menschen ein mangelndes Durstempfinden, trinken somit zu wenig, was die Fähigkeit zu schwitzen weiter reduziert. Aufgrund des fehlenden Schweißes kann sich der Körper bei Hitze rasch auf eine gesundheitsgefährdende Temperatur erwärmen.

Gefahrenzeit bereits ab dem Frühjahr

© Umweltbundesamt

Schon im Frühjahr können die Temperaturen soweit ansteigen, dass der menschliche Wärmehaushalt gestört und der Organismus durch den Hitzestress belastet werden kann. Allerdings kann sich jeder Organismus an Hitze gewöhnen. Dieser Anpassungsprozess verläuft jedoch insbesondere bei älteren und pflegebedürftigen Menschen langsamer und ist weniger wirkungsvoll als bei jungen und gesunden Personen.

Das Gesundheitsrisiko ist daher besonders hoch, wenn

  • sich der Organismus bei den ersten hohen Temperaturen im Mai und Juni noch nicht auf warme Temperaturen eingestellt hat.
  • bei länger anhaltenden Hitzeperioden im Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Luftbewegung durch die Nachttemperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken.

Essen und Trinken bei Hitze

© Stadt Köln

Im Sommer sollten Sie ausreichend trinken. Denn das Durstgefühl setzt erst ein, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde. Daher: Versuchen Sie stündlich ein Glas Wasser zu trinken, auch wenn Sie keinen Durst haben. Leitungswasser ist zu empfehlen, welches in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln zählt. Rund um die Uhr kommt das Wasser angenehm temperiert aus Ihrem Wasserhahn. Leitungswasser ist Ihnen zu langweilig?

Versuchen Sie doch mal, ihr Wasser mit frischem Obst, Gemüse oder Kräutern aufzupeppen! Wie wäre es zum Beispiel mit einem Blaubeer-Rosmarin oder einem Zitronen-Minze-Ingwer-Wasser? Weitere empfohlene Getränke bei Hitze sind Mineralwasser, gekühlter Kräutertee oder Tee mit Minze und Zitrone. Wichtig dabei ist, nicht eiskalte Getränke trinken. Meiden Sie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke (auch Bier!).

Weitere leckere Rezepte finden Sie auch als PDF zum Download auf der folgenden Homepage der Verbraucherzentrale.

Sollten Sie Fragen zum Wasser in ihrem Veedel haben, erreichen Sie die RheinEnergie AG telefonisch unter: 0221 / 178-3377 oder auf der folgenden Homepage.

Rezepte der Verbaucherzentrale für Wasser mit Geschmack RheinEnergie Trinkwasser-Ratgeber

Neben dem Trinken sollten Sie außerdem auf die richtige Ernährung bei Hitze achten. Nehmen Sie leichtes, frisches und kühles Essen zu sich. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt, zum Beispiel Obst, Gemüse und Salat. Führen Sie dem Körper Mineralstoffe zu, denn diese verliert der Körper beim Schwitzen. Eiweißreiche Nahrungsmittel (zum Beispiel Fleisch) sollten Sie meiden, weil diese die Körperwärme bei der Verdauung erhöhen.

In den eigenen vier Wänden

Prüfen Sie Ihre Wohnung auf mögliche Maßnahmen gegen Hitzebildung (zum Beispiel Aufkleben von Sonnenschutzfolien auf Fenster) und klären Sie diese wenn nötig mit dem Vermietenden ab. Außenliegende Beschattung an den Fenstern wie Rollläden, schützen wirksamer vor Hitze als innenliegende (zum Beispiel Vorhänge). Lüften Sie nur frühmorgens und nachts. Tagsüber sollten Fenster, Jalousien und Vorhänge geschlossen bleiben. Hängen Sie außerdem nasse Tücher auf. Wenn das Wasser verdunstet, wird die Luft gekühlt. Eingeschaltete Elektrogeräte geben ebenso Wärme ab wie manche Beleuchtungskörper - nach Gebrauch also am besten ausschalten.

Kühle Orte in Köln

In Köln gibt es Orte, die bei Hitze einen entspannten Aufenthalt ermöglichen. Diese befinden sich meistens draußen im Grünen oder in öffentlichen Gebäuden:

  • Lassen Sie sich von Kunst im Museum inspirieren oder besuchen Sie eine Bibliothek!
  • Besonders Kirchen wie der Kölner Dom sind an den heißesten Tagen angenehm kühl!
  • Oder wie wäre es mit einem Eis im Kino oder Bummel in einem klimatisierten Einkaufszentrum?
  • Schwimmen Sie am besten früh morgens in Ihrem Frei- oder Schwimmbad ein paar Bahnen!
  • Setzen Sie sich im Schatten auf eine Parkbank oder wandern durch Wälder wie zum Beispiel im Kölner Grüngürtel. Auf dem Melatenfriedhof spenden hohe, alte Bäume viel Schatten, gleichzeitig gibt es hier spannende Kölner Geschichte zu erleben!

Vielleicht gibt es in Ihrer Umgebung weitere „kühle Orte“, die darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden?

Die richtige Kleidung

© Umweltbundesamt

Tragen sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert. Helle Kleidung reflektiert das Sonnenlicht. Der Körper heizt sich so weniger auf als mit dunkler Kleidung. Sorgen Sie dafür, dass sich die Luft um Sie herum bewegt. Verwenden Sie zum Beispiel Fächer. Schützen Sie im Freien vor allem den Kopf durch Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung, denn das Gehirn ist durch Überhitzung besonders gefährdet.

 

Sich schonen und auf die Gesundheit achten

Vermeiden Sie körperliche Aktivität besonders während der heißesten Tageszeit (etwa 11 bis 18 Uhr). Verlegen Sie Einkäufe oder Sport in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Achten Sie darauf, dass Sie selbst und andere sich bei Hitze nicht zu lange in parkenden Autos aufhalten.

Medikamenteneinnahme bei Hitze

Verschiedene Medikamente können bei Hitze Probleme verursachen. Zum Beispiel gibt es Medikamente, die den Blutkreislauf oder den Wasserhaushalt (Durst, Schwitzen) beeinflussen. Dies sind aber genau die Regulationssysteme, mit denen sich unser Körper auf Hitze einstellt. Auch Medikamente, welche mit einem Pflaster (zum Beispiel Schmerzpflaster) aufgeklebt und über die Haut aufgenommen werden, können aufgrund der verstärkten Durchblutung der Haut bei Hitze eine verstärkte Wirkung zeigen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte frühzeitig mit dem Arzt darüber sprechen. Bestimmte Medikamente verlieren in warmer Umgebung ihre Wirksamkeit. Deshalb gilt: kühl lagern.

Füreinander Sorgen - besonders bei Hitze

Achten Sie auf Ihre Nachbar*innen, Freund*innen und Familienangehörigen - insbesondere wenn diese zu einer der besonders gefährdeten Gruppen zählen und alleine leben. Die folgenden Tipps können dabei helfen, Schäden für die Gesundheit zu verhindern. Sprechen Sie mit gefährdeten Personen über Verhaltensweisen zum Gesundheitsschutz bei Hitze. Organisieren Sie tägliche Telefonate oder Besuche. Klären Sie Betreuungsmöglichkeiten durch Hilfsdienste während sommerlicher Hitzewellen. Stellen Sie die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sicher (zum Beispiel durch eine Einkaufshilfe). Platzieren Sie eine gut lesbare Telefonliste mit Ansprechpersonen und Ärzt*innen in der Nähe des Telefons der gefährdeten Person.

Erkrankungen bei Hitze und Erste Hilfe

Hitze kann schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen, die bis zu einem tödlichen Hitzschlag führen können. Um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist rasches Handeln nach der Devise:  „PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN!“ erforderlich. Wenn die folgenden Symptome auftreten: 

  • wiederholtes, heftiges Erbrechen
  • plötzliche Verwirrtheit
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehr hohe Körpertemperatur (über 39 Grad Celsius)
  • Krampfanfall
  • Kreislaufschock
  • Heftige Kopfschmerzen

rufen Sie unverzüglich die Notrufnummer 112 an.

Bis zum Eintreffen der Rettung können folgende Erste Hilfemaßnahmen hilfreich sein:

Ist die Person bewusstlos (keine Reaktion auf Ansprache und Rütteln), Atmet nicht oder nur schwer (Schnappatmung) muss eine Herzdruckmassage durchgeführt werden:

  • Den Handballen auf die Mitte des Brustbeins aufsetzen, zweite Hand auf den Handrücken der ersten platzieren.
  • Senkrecht über die Brust der Person beugen und mit gestreckten Armen das Brustbein 5 – 6 cm in Richtung Wirbelsäule mit einer Frequenz von 100 bis 120 pro Minute drücken.
  •  Ein sofortiger Beginn der Herzdruckmassage ist von entscheidender Bedeutung für die Überlebenschance der Person. Man kann nichts falschmachen - außer nicht zu drücken.

Die Herzstiftung empfiehlt Laien keine Mund-zu-Mund-Beatmung durchzuführen!

Ist die Person bewusstlos und Atmet,

  • so bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um eine freie Atmung sicherzustellen.
  • Bringen Sie die Person, wenn möglich, an einen kühlen Ort und legen Sie ihr kühle, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken, Arme und Beine. Fächern Sie der Person energisch Luft zu, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Weitere Informationen zur Ersten Hilfe - Herzdruckmassage & Wiederbelebung

Weitere Informationen

Der Hitzeknigge wurde durch das Umweltbundesamt im Rahmen des Projektes Schattenspender 2.0 erstellt und das Umweltbundesamt stellt Hitzetipps auch in Englisch, Türkisch und Russisch zur Verfügung:

Umweltbundesamt - Hitzetipps
Weitere Informationen - Sommerhitze