Die Strahlenbelastung in unserer Umwelt nimmt zu. Ursache ist nicht nur das häufige Benutzen von Handys sondern auch das Stromnetz.

Bei dieser Form der Strahlung wird oft von Elektrosmog gesprochen. Die Diskussion über daraus resultierende mögliche Gesundheitsgefahren hat sich verstärkt.

Was aber sind elektrische, magnetische, niederfrequente und hochfrequente Felder?

Elektrische Felder

Elektrische Felder entstehen immer dann, wenn eine elektrische Spannung vorhanden ist. Je höher die Spannung ist, umso stärker wird auch das elektrische Feld.

Im Haushalt treten elektrische Felder auf, wenn Geräte oder Leitungen mit dem Stromnetz verbunden sind, gleichgültig, ob das Gerät ein- oder ausgeschaltet ist.

Elektrische Felder werden stark durch ihre Umgebung beeinflusst, da jedes leitfähige Material die Feldstärken im Raum verändert. Daher lassen sich diese Felder leicht abschirmen: massive Hauswände können die Feldstärke um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Magnetische Felder

Zusätzlich zu den elektrischen Feldern entstehen magnetische Felder immer dort, wo Strom fließt. Je mehr Strom fließt, umso stärker ist das Magnetfeld.

Geräte mit hohem Stromverbrauch erzeugen in der Regel stärkere Felder als Energiespargeräte. Magnetfelder durchdringen, anders als elektrische Felder, nahezu ungehindert fast alle Materialien und sind nur mit großem Aufwand und teuren Spezialwerkstoffen abzuschirmen.

Allerdings treten nur in unmittelbarer Nähe von Stromkabeln oder Elektrogeräten hohe Magnetfelder auf. Schon im Abstand von 30 bis 50 Zentimetern ist die Stärke der Magnetfelder bei den meisten Geräten sehr gering.

Woran erkennt man diese Felder?

Eines haben elektrische und magnetische Felder gemeinsam: Sie treten nur direkt an der Quelle auf und ihre Stärke nimmt mit wachsender Distanz rasch ab.

Die Höhe der elektrischen und magnetischen Felder ist von der jeweiligen Leistung und dem Abstand abhängig. Sie können nur durch Messungen ermittelt werden. Der Mensch besitzt keine Sinne um sie wahrzunehmen.

Zwischen elektrischen und magnetischen Feldern besteht eine enge Wechselwirkung: elektrische Felder bewegen elektrische Ladungen (Elektronen), bewegte Elektronen erzeugen magnetische Felder und magnetische Wechselfelder induzieren wiederum elektrische Felder. Je höher die Frequenz, desto schneller dieses Wechselspiel.

Wechselfelder

Elektrische und magnetische Felder, die sich zeitlich nicht ändern und insbesondere von Gleichspannungen und -strömen erzeugt werden, bezeichnet man als statische Felder oder Gleichfelder.

Die meisten künstlichen Felder sind nicht statisch, sondern unterliegen zeitlichen Schwankungen, sind also Wechselfelder. Je nach Frequenz, der Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, werden die Felder in zwei große Gruppen eingeteilt: Niederfrequente und Hochfrequente Felder.

Niederfrequente Felder

Felder mit bis zu 30.000 Schwingungen pro Sekunde, 30.000 Hertz oder 30 Kilohertz, sind Niederfrequenzfelder. Niederfrequente Wechselfelder sind bei der Übertragung und Nutzung elektrischer Energie meist unvermeidbar. Weit verbreitete Quellen für niederfrequente elektrische und magnetische Felder sind Hochspannungsleitungen, Transformatoren, Erdkabel (50 Hertz) und Bahnoberleitungen (16 2/3 Hertz), aber auch elektrische Haushaltsgeräte (50 Hertz).

Die gesundheitliche Bewertung solcher Felder wird sehr kontrovers diskutiert. 1997 hat die Bundesregierung Grenzwerte festgelegt. Diese Grenzwerte stützen sich auf die Empfehlungen der internationalen Strahlenschutzkommission. Nach derzeitigem Wissensstand sind Gesundheitsgefahren beim Einhalten dieser Grenzwerte nicht zu erwarten.

Für 50 Hertz-Felder sind folgende Grenzwerte festgelegt worden:
Elektrische Feldstärke: kleiner als 5 Kilovolt pro Meter
Magnetische Feldstärke: kleiner als 100 Mikrotesla

Für 16 2/3 Hertz-Felder (Bahnstrom) sind folgende Grenzwerte festgelegt worden:
Elektrische Feldstärke: kleiner als 10 Kilovolt pro Meter
Magnetische Feldstärke: kleiner als 300 Mikrotesla

Hochfrequente Felder

Hochfrequenzfelder haben eine Frequenz zwischen 30 Kilohertz und 300 Gigahertz. Quellen für hochfrequente Felder sind Funksendeanlagen, wie Radio- und Fernsehsender, Mobiltelefone, medizinische Geräte, Mikrowellenherde, schnurlose Funktelefone (DECT) oder funkgesteuerte Diebstahlsicherungen.

Bei Hochfrequenzfeldern sind elektrische und magnetische Felder physikalisch nicht mehr voneinander zu trennen. Man spricht dann von elektromagnetischen Feldern. Hochfrequente Felder können dünne Mauern sowie konventionelle Fenster und Dachziegel fast ungehindert durchdringen. Von Lehmwänden, Wärmedämmscheiben und Stahl-Beton-Konstruktionen werden sie dagegen größtenteils reflektiert. Die Gesamtstärke der Felder nimmt mit zunehmender Entfernung von der Quelle sehr stark ab.

Hochfrequente elektromagnetische Felder werden in der Regel absichtlich erzeugt. Der Grund: Hochfrequente elektromagnetische Felder können sich, anders als niederfrequente Felder, von ihrer Quelle, zum Beispiel einer Sendeantenne, lösen und sich im Raum als energiehaltige Strahlung wellenförmig ausbreiten. Dank dieser Eigenschaft können Informationen über große Entfernungen übertragen oder gewonnen werden; für Rundfunk und Mobilfunk sowie für drahtlose Computernetzwerke wie WLAN und Bluetooth. Daher spricht man auch nur im Hochfrequenzbereich von elektromagnetischer Strahlung, deren Stärke meist durch die Leistungsflussdichte gekennzeichnet ist. Sie ist ein Maß für die Energie, die durch die elektromagnetische Welle transportiert wird.

Für Hochfrequenzanlagen sind in der 26. BImSchV (Bundesimmissionsschutzverordnung) Berechnungsgrundlagen abhängig von der Sendeleistung einer Anlage angegeben. Aufgrund dieser Berechnungen wird von der Bundesnetzagentur eine Standortbescheinigung mit den erforderlichen Sicherheitsabständen erteilt.

Weitere Informationen

Mobilfunk

Messungen

Messungen nieder- und hochfrequenter Felder können von Umwelt- oder Messinstituten, bei hochfrequenten Feldern auch durch die Bundesnetzagentur durchgeführt werden.

Gesundheitsvorsorge

Aus Gründen einer weitergehenden Gesundheitsvorsorge empfehlen wir Ihnen die Strahlenbelastung zu minimieren. So sollten Sie

  • im Schlafbereich einen möglichst großen Abstand, etwa einen halben Meter, zu Stromkabeln und elektrischen Geräten, insbesondere Trafos einhalten,
  • statt des Handys einen Festnetzanschluss benutzen,
  • im Auto nur in Verbindung mit einer Außenantenne telefonieren.

Weitergehende Informationen

Datenbank Bundesnetzagentur

Sie finden Informationen über ortsfeste Funkanlagen und Messorte, zum Beispiel in der Nähe Ihrer Wohnung.

Bundesamt für Strahlenschutz

Sie erhalten ein umfassendes Informationsangebot zum Beispiel zu Strahlung, elektromagnetischen Feldern, Mobilfunk, Hochspannungsleitungen.

Elektrosmog - Quellen, Wirkung, Vorsorge

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen informiert in dieser neuen Broschüre ausführlich über das Thema Elektrosmog im Alltag.

Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit