Im Karneval, auf Klassenfahrten, am Wochenende... exzessives Rauschtrinken ist häufig zu beobachten und löst Besorgnis bei Eltern und Lehrkräften aus.

Während Jugendliche insgesamt weniger Alkhohol trinken, nimmt das so genannte "Binge-Drinking" zu. Unter Binge-Drinking versteht man den Konsum von fünf oder mehr Gläsern Alkohol bei einer Trinkgelegenheit, umgangssprachlich auch Rauschtrinken genannt. Manche Jugendliche schätzen das Risiko dabei nicht realistisch ein und müssen wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gefahren werden.

Wie Sie als Eltern Einfluss nehmen können

Die Motive für Alkoholkonsum sind sehr unterschiedlich. Besprechen Sie mit Ihren Kindern die möglichen Gefahren und die massive Gesundheitsschädigung. Ein Zuviel an Alkohol kann auch ein Hilferuf sein.

  • Nutzen Sie als Eltern Ihre Vorbildfunktion.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, dass Sie sich Sorgen machen.
  • Suchen Sie den Dialog auch in schwierigen Zeiten.
  • Sprechen Sie in gefährlichen Situationen ein klares "Nein" aus.
  • Bereiten Sie Ihre Kinder auf die Karnevalstage mit Blick auf die Alkoholproblematik vor.
  • Handeln Sie gemeinsame Regeln aus und achten Sie auf deren Einhaltung.

Legen Sie mit Ihren Kindern fest:

  • dass sie zur festgelegten Uhrzeit zu Hause sind
  • dass Sie gegenseitig erreichbar sind, falls Probleme auftreten sollten; tauschen Sie Handynummern aus
  • dass Sie sich zu festgelegten Zeiten anrufen, da spontane Kontrollanrufe in der Gruppe oft als peinlich erlebt werden
  • dass der "Nach-Hause-Weg" sicher ist, zum Beispiel durch Abholen.

Jugendliche sollten möglichst nicht allein, sondern mit Freundinnen und Freunden feiern, auf die sie sich im Notfall verlassen können.

Unter Alkoholeinfluss gilt:

  • niemals Auto, Mofa, Fahrrad oder ähnliches fahren,
  • niemals in einem Auto oder ähnlichem mitfahren, das von einer alkoholisierten Fahrerin oder einem alkoholisierten Fahrer gesteuert wird,
  • niemals betrunken schwimmen gehen,
  • auch unter Alkoholeinfluss gilt der Grundsatz: Kein ungeschützter Sex.

Wie Sie noch helfen können

Achten auch Sie als Eltern in Ihrer Umgebung mit darauf, dass die Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. Informieren Sie bei Verstößen bitte das Servicetelefon des Ordnungs- und Verkehrsdienstes unter 0221 / 221-32000.

Weitere Informationen zum Jugendschutzgesetz

Was sollte ich über das Verhalten Jugendlicher wissen?

Früher Einstieg in den Alkoholkonsum sowie fehlendes Bewusstsein des Jugendlichen für seine eigene Gefährdung nimmt zu. Jugendliche reagieren stärker als Erwachsene auf Alkohol und sind daher schneller betrunken. Wenn Alkohol im Spiel ist, passieren häufiger Unfälle.

Die Leber von Kindern und Jugendlichen kann Alkohol nur bedingt abbauen. Bereits geringe Mengen, wie sie zum Beispiel zwei Esslöffel hochprozentiger Schnaps enthalten, können schwere Vergiftungen verursachen.

Der Konsum von Alkohol kann sehr unterschiedliche Motive haben: Jugendliche verbinden mit Alkoholkonsum vor allem vermeintlich positive Auswirkungen wie Spaß, Kontaktfreudigkeit, Glücksgefühle, Entspannung sowie Probleme vergessen können. Oft trinken sie unbedacht, weil "es alle tun". Dies zeigt sich vor allem beim "binge drinking", bei dem Kräfte messen und sich Vergleichen als vorrangige Motivation gelten.

Weitere Informationen

Keine Kurzen für Kurze - Elterninfo
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