Mumps ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch ein Virus (Mumps-Virus) verursacht wird. Im Volksmund heißt die Krankheit auch Ziegenpeter. Besonders charakteristisch ist die schmerzhafte Schwellung der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüsen. Am häufigsten erkranken Kinder und Jugendliche.

Welche Symptome treten bei Mumps auf?

Etwa die Hälfte der Mumpserkrankungen verläuft untypisch als "Erkältung" und wird deshalb nicht als Mumps erkannt. In typischen Fällen beginnt die Erkrankung 16 bis 18 Tage nach der Ansteckung meist mit leichtem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen. Innerhalb von etwa 24 Stunden bekommt das Kind einseitige Ohrenschmerzen. Es hat Schmerzen beim Öffnen des Mundes, beim Kauen und Schlucken. Der Bereich vor und unter dem schmerzenden Ohr schwillt deutlich an. Oft bildet sich wenige Tage danach auf der anderen Seite ebenfalls eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse.

Die Schwellung ist in der Regel nicht scharf abgegrenzt und führt dazu, dass die Ohrläppchen abstehen. Die Schwellung kann auch andere Speicheldrüsen betreffen, die Beteiligung der Bauchspeicheldrüse verursacht die häufig vorhandenen Bauchschmerzen. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist eventuell so stark, dass die Kieferkante nicht mehr erkennbar ist (Mondgesicht). Schmerzen und Fieber klingen nach sechs bis sieben Tagen ab. Manche Kinder bekommen überhaupt kein Fieber. Nach etwa sieben Tagen geht die Schwellung zurück. Der Heilungsprozess kann bis zu 14 Tage dauern.

Wie wird Mumps übertragen?

Der Mumps-Erreger wird durch Husten, Niesen oder Sprechen, also durch Tröpfcheninfektion, übertragen. Ein anderer Übertragungsweg ist der direkte oder indirekte, durch Gegenstände, besonders Spielsachen, Kontakt mit dem Speichel eines Infizierten. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit liegen meist zwei bis knapp drei Wochen (Inkubationszeit). Für andere Menschen ist Mumps etwa drei bis sieben Tage vor und neun Tage nach Ausbruch der Erkrankung ansteckend.

Wie wird Mumps behandelt?

Kinder, die an Mumps erkrankt sind, können in der Regel zu Hause behandelt werden (Bettruhe). Fieber senkende und Schmerz lindernde Mittel helfen gegen Fieber, Kopfschmerzen und das meist nicht sehr starke Krankheitsgefühl. Auch Wadenwickel reduzieren hohes Fieber, sollten aber nur dann angewendet werden, wenn die Arme und Beine des Kindes warm sind. Generell sollte man Kinder mit Fieber nicht noch zusätzlich warm anziehen oder zudecken. Ein Bettlaken ist meistens ausreichend.

Manche Kinder bleiben mit Fieber schon von sich aus im Bett, andere fühlen sich aber körperlich einigermaßen wohl, wollen aufstehen und herumlaufen. Körperliche Schonung ist aber ratsam. Kinder sollten viel trinken und fettarme, flüssige oder weiche Speisen essen, da das Schlucken schmerzhaft ist. Geben Sie dem Kind keine sauren Getränke, da sonst die Speicheldrüsen vermehrt arbeiten müssen (kein Orangensaft). Gut sind Apfelsaft, mit Tee verdünnt, und Getränke, die wenig Kohlensäure enthalten.

Bei Mumps können Komplikationen auftreten:

  • In Einzelfällen ist es durch die Miterkrankung der Bauchspeicheldrüse zur Auslösung einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) gekommen.
  • Starke Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteife, Erbrechen, Berührungsempfindlichkeit und Benommenheit deuten auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder selten sogar Gehirnentzündung (Enzephalitis) hin. Meistens heilt diese Mumpsmeningitis folgenlos aus. Allerdings kann es zu einer Abflussstörung des Hirnwassers (Hydrocephalus), zu einem Anfallsleiden (Epilepsie) oder zu Lähmungen von Hirnnerven kommen. Unter letzteren überwiegt eine Funktionsstörung des Hörnerven, die dauerhaft zu Schwerhörigkeit oder Taubheit führen kann.
  • Bei Jungen nach der Pubertät breitet sich die Krankheit in etwa 30 Prozent der Fälle auf die Hoden und Nebenhoden aus. Die Entzündung dauert etwa drei bis vier Tage und verursacht eine Schwellung, zusätzlich zu Schmerzen und Empfindlichkeit des Hodens. Die Hodenentzündung kann, vor allem wenn sie beidseitig auftritt, zur Unfruchtbarkeit (Sterilität) führen.
  • Mädchen nach der Pubertät leiden manchmal unter Schmerzen im Unterleib, für die eine Entzündung der Eierstöcke verantwortlich ist. Die Symptome verschwinden meistens nach einer Woche und führen in der Regel nicht zur Unfruchtbarkeit. Schmerzen in der Brust sprechen für eine (harmlose) Beteiligung der Brustdrüsen.

Generell kann gesagt werden, dass die Häufigkeit und Schwere von Komplikationen mit zunehmendem Alter des Erkrankten steigen. 

Wie kann man vorbeugen?

Die Schutzimpfung gegen Mumps wird von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfohlen. Kinder werden erstmals ab dem 11. Lebensmonat geimpft. Für den vollständigen Schutz ist eine zweite Impfung notwendig. Sie wird idealerweise zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat gegeben. Die Impfung wird üblicherweise in Kombination mit der Masern-Impfung und der Röteln-Impfung (MMR-Impfung) durchgeführt und ist in der Regel sehr gut verträglich.

Robert Koch-Institut