Im vierten Obergeschoss befinden sich die Schutzheiligen aus dem "Kölner Himmel".

Petrus

Petrus ist der erste Schutzpatron der Stadt Köln. Petrus war ein Jünger Jesus und erster männlicher Zeuge des Auferstandenen. Petrus wird als Heiliger und erster Bischof von Rom verehrt. Das Papsttum wird auf ihn zurückgeführt. Der Legende nach geht die Verbindung bis auf die Lebenszeiten Petrus zurück. Er soll mit einem Schüler namens Maternus das Kölner Bistum gegründet haben. Wahrer Kern der Legende ist, dass die früheste Kölner Bischofskirche bereits unter dem Schutz der römischen Kirche Petrus stand.

 

Kaspar, Melchior und Balthasar

© Stadtkonservator Köln

Kaspar, Melchior und Balthasar sind die Heiligen Drei Könige. Im Neuen Testament werden die drei Weisen aus dem Morgenland nicht weiter beschrieben, doch bereits im frühen Christentum entstand die Legende aus der sich ihre Namen herleiten. Die Gebeine der drei liegen im Dreikönigenschrein im Kölner Dom.

 

Gereon

Gereon war der Legende nach ein Offizier der Thebäischen Legion, die in der Nähe von Köln stationiert war. Er weigerte sich wegen seines christlichen Glaubens an den zahlreichen Christenverfolgungen teilzunehmen und wurde aufgrund dessen enthauptet. Sein Leib soll vor den Mauern der Stadt in einen Brunnen geworfen worden sein. Seit dem frühen Mittelalter wird er als Märtyrer verehrt.

 

 

Ursula

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Die Heilige Ursula war Christin und die Tochter eines König Britannia. Nach der Legende pilgerte sie vor ihrer Hochzeit mit dem englischen Königssohn Aetherius nach Rom. In ihrer Begleitung waren zehn weitere vornehme Jungfrauen, die je tausend Mägde mitnahmen. Während der Reise kündigt sich in einem Traum Ursulas das Martyrium an. Auf der Rückreise werden alle Pilgerinnen von Hunnen getötet, die derzeit Köln belagerten. Ursula wird mit einem Pfeil erschossen, nachdem sie dem Prinz der Hunnen abschlägt, seine Frau zu werden. Die elf  Flammen auf dem Kölner Stadtwappen, der Ursulinenorden und Sankt Ursula sind nur einige von vielen Zeugnissen des Kultes.

Maternus

Maternus war der erste geschichtlich bezeugte Bischof von Köln. Es ist jedoch nicht sicher, ob er wirklich der erste war. Zudem erheben auch Trier und Tongern/Lüttich Anspruch auf Maternus. Legenden sprechen davon, dass Maternus Schüler von Petrus war. Er ist Patron gegen Fieber und gegen ansteckende Krankheiten und soll außerdem für das Gedeihen von Weinreben sorgen.

 

 

Severin

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Der heilige Severin war der dritte bekannte Bischof von Köln. Er war ähnlich engagiert wie der Heilige Martin. Seine Gebeine befinden sich heute in einem Goldschrein im Chorraum der Kirche Sankt Severin in Köln. Severin ist der Schutzpatron der Stadt Köln sowie der Weber. Bei Trockenheit wird er für Regen angerufen und er soll bei Unglück helfen.

 

 

Evergislus

Evergislus war der erste Bischof mit germanischen Namen und der vierte Kölns insgesamt. Er war der Nachfolger Severins. Der Legende nach soll er während einer Reise in seine Heimat den Märtyrertod erlitten haben. Dort soll er versteckt begraben sein. Eines Nachts ist er dann einem seiner Nachfolger, dem heiligen Bruno, Jahre später erschienen sein. Dieser entdeckte Evergislus Gebeine und brachte sie nach Köln. Evergislus ist Schutzpatron der Glaser und der Kölner Malerzunft.

 

Kunibert

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Der Heilige Kunibert war ebenfalls Bischof von Köln. Nach seiner Ernennung - die gegen seinen Willen statt fand - soll eine Taube ihn zu der Grabstätte der heiligen Ursula gebracht haben. Dort ließ er eine Kirche errichten. Höchstwahrscheinlich ist es die heutige Kunibertskirche. Kunibert hatte zu seiner Zeit einen hohen politischen Einfluss. Er war Ratgeber von König Dagobert I. und Lehrer seines Sohnes Sigibert III. Zudem schloss er einen ewigen Freundschaftsbund mit Pippin, Sigibert und Grimaold, dem Nachfolger Pippins.

 

Die Heiligen Brüder Ewaldus

Die Heiligen Brüder Ewaldus waren angelsächsische Missionare. Zunächst in Irland, dann in Westfalen tätig, christianisierten sie im Auftrag von Pippin Heiden. Auf einer Mission bei Dortmund wurden sie erschlagen. Es gibt viele Legenden über den Fund der Leichen und die Rückkehr nach Köln. Heute werden die Gebeine in Sankt Kunibert aufbewahrt. Der Weiße Ewald kam wegen seiner hellen Haarfarbe zu seinem Namen. Der Schwarze Ewald kam wegen seiner dunklen Haarfarbe zu seinem Namen.

Agilolf

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Der Heilige Agilolf war Kölner Bischof. Über seine Tätigkeit ist kaum etwas bekannt. Seine Biografie vermischte sich zudem mit der eines gleichnamigen Märtyrers. Seine Gebeine werden im Kölner Dom aufbewahrt. Die Figur am Rathausturm hält einen Falken auf dem Arm. Dies rührt aus einer Legende, dass Agilolf singen konnte wie ein Jagdfalke.

 

Bruno I.

Der heilige Bruno wurde von seinem Bruder König Otto I. als Erzbischof von Köln eingesetzt. Zusammen führten sie das Reichskirchenwesen ein. Dies kam zustande um die Macht Ottos zu festigen, die durch das aufkommende Lehnswesen in Gefahr gekommen war. Otto setzte Bruno in verschiedenen politischen Positionen ein. Er übte somit nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Ämter aus. Bruno war zudem ein großer Förderer der Klosterschule. Er brachte zahlreiche Reliquien nach Köln und ließ unter anderem das Kloster Sankt Pantaleon gründen. Dort liegt er bis heute begraben.

Heribert

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Der Heilige Heribert wurde als Wormser Dompropst von Kaiser Otto III. zum Kanzler ernannt. Er begleite ihn bis zu seinem Tod. Zu seiner Zeit in Italien wurde er in Abwesenheit zum Kölner Erzbischof ernannt. Nach dem Tod Ottos, enthob der neue Kaiser Heinrich von seinen staatlichen Ämtern. Heribert widmete sich der Stadt Köln, förderte karitative Einrichtungen, die Wissenschaft und Kunst. Zudem gründete er mehrere Kirchen und Klöster, unter anderem die heute Sankt Heribert in Deutz, in der er auch begraben ist.

 

Anno II.

Der Heilige Anno II. war Erzbischof von Köln. Von Kaiser Heinrich III. im Alter von 50 Jahren zum Kanzler in italienischen Angelegenheiten bestimmt, begann sein Aufstieg erst spät. Er stammte, anders wie die meisten anderen Erzbischöfe aber auch nicht aus einer hohen adeligen Familie. Seine Beziehung zu Köln war von Beginn an schwierig. Viele erkannten ihn wegen seines früheren Standes nicht an. Als Anno ein Schiff für die Heimfahrt eines Freundes beschlagnahmen ließ, eskalierte die Lage. Es kam zu einem Aufstand der Kölner Bürger. Anno gewann den Streit und ließ viele Ausständige bestrafen. Den ihnen auferlegten Kirchenbann hob er erst auf dem Sterbebett auf. Bekannt wurde Anno auch für seinen ausschweifenden Lebensstil. Er nahm viele Schulden auf um Besitztümer für die Kölner Diözese zu kaufen.

Bruno der Kartäuser

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Bruno der Kartäuser war Gründer des Kartäuserordens. Nach Streitigkeiten mit dem Reimser Erzbischof, dessen Kanzler er war, zog er 1084 mit sieben Gefährten in die Einsamkeit. In der Nähe von Grenoble gründeten sie den Kartäuserorden. Sie lebten nach strengen Regeln und galten deswegen schnell als elitärer Orden. Kurzzeitig diente er Papst Urban II., zog sich schnell aber wieder aus der Welt zurück. Später baute er eine weitere Kartause in Kalabrien, wo er bis zu seinem Tod lebte. Heute gibt es nur noch wenige Kartäuser.

 

Engelbert I. von Berg

Engelbert I. von Berg war Erzbischof von Köln und eine starke politische Figur seiner Zeit. Schon als Jugendlicher wurde er Probst verschiedener Kölner Kirchen, unter anderem dem Dom. Aufgrund des Kölner Schismas -parteilicher Unstimmigkeiten- wurde er aber vom Papst gebannt und exkommuniziert. Erst nachdem er aus Sühne am Kreuzzug gegen die Albigenser teilnahm, wurde er wieder in die Kirche aufgenommen. Etwa zeitgleich wurde er Kölner Erzbischof. Kaiser Friedrich II. ernannte in zum Kanzler und zwischen den beiden entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Engelberts Macht wuchs weiter. Friedrichs Reichsgesetz unterzeichnete er als erster. Auf dem Rückweg von einer Kirchenweihung, erschlug ihn ein Verwandter.

Albertus Magnus

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Der Heilige Albertus Magnus war Theologe, Wissenschaftler uns Philosoph. Erst spät kam er mit der mönchischen Lebensform in Berührung. Er wurde Dominikaner, reiste aufgrund seiner Lehrtätigkeiten aber viel durch Europa. Gegen seinen Willen wurde er zum Bischof von Regensburg erklärt und musste später als Kreuzzugprediger agieren. In Köln gründete er das Generalkapital zum Studium. Berühmtester Schüler ist wohl Thomas von Aquin. Albertus Magnus erhielt wegen seiner Vermittlerrolle im "kleinen Schied" und im "großen Schied" großes Ansehen in Köln.

Johannes Duns Scotus

Johannes Duns Scotus war schottischer Theologe und Philosoph. Früh trat er dem Orden der Franziskaner-Minoriten bei. Nach dem Studium lehrte er unter anderem in Cambridge, Paris und Köln. Seinen Lehrstuhl in Paris musste er  zeitweise wegen Unstimmigkeiten mit dem französischen König verlassen. In dieser Zeit fand er Zuflucht in Köln oder Bologna. Vor seinem Tod wurde er zum Leiter des Kölner Generalstudiums ernannt. Zentrale Idee seines philosophisch-theologischen Lehrsystems war die göttliche Liebe.

 

Adolph Kolping

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Adolph Kolping war katholischer Priester und Begründer der Katholischen Gesellenvereine, heute Kolpingwerk. Nach einer Lehre als Handwerksgeselle, strebte Kolping nach einer höheren Schulbildung. Diese konnte er sich wegen seiner gesellschaftlichen Verhältnisse nicht leisten. Doch er wurde durch ein Stipendium gefördert und macht mit 27 Jahren sein Abitur. Im Anschluss studierte er Theologie und wurde 1845 zum Priester geweiht. Nachdem er den ersten Verein gegründet hatte, folgten viele weitere und es entstand ein Netzwerk in der ganzen Welt. Ziel war es das soziale Elend durch das Gewissen der Einzelnen zu bekämpfen. Obwohl Kolping unpolitisch war, sprach er sich für die Unterstützung Sozialschwacher durch den Staat aus.

Edith Stein

Edith Stein war eine katholische Nonne mit jüdischer Herkunft. Von den jüdischen Glauben ihrer Kindheit hatte sie sich schnell entfernt. Viel mehr opferte sie sich der Wissenschaft auf. Ihr Studium der Germanistik, Geschichte, Psychologie und Philosophie schloss sie mit einer Dissertation ab. Zur Habilitation wurde sie jedoch nie zugelassen. Zunächst nicht, weil sie eine Frau war, später wegen ihrer jüdischen Herkunft. Ihr Studium führte sie immer mehr dem Katholizismus hin und 1922 ließ sie sich taufen. Sie unterrichtet fortan an einer Mädchenschule. In dieser Zeit publizierte sie viele Frauenrechtliche Werke. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten lebte sie zunächst unter dem Schutz der Karmel. 1938 flüchtete sie aber in die Niederlande, wo sie 1942 verhaftet wurde. Wenige Tage später starb sie im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

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