Im Erdgeschoss befinden sich die Skulpturen von Herrschern und herrschergleichen Personen.

Augustus

Augustus, dessen vollständiger Titel Imperator Caesar Divi filius Augustus war, wurde von seinem Großonkel Caesar adoptiert. Dieser erklärte ihn zum Haupterben. Augustus begründete die julisch-claudische Dynastie und baute die Römische Republik wieder auf. Diese war nach Bürgerkriegen völlig zerrüttet. Die Herrschaftsepoche des Augustus wird wegen des inneren Friedens auch Augusteischer Friede genannt.

 

Agrippa

© Stadtkonservator Köln

Marcus Vipsanius Agrippa war ein römischer Feldherr und Politiker. Er ist der Gründer der Stadt Köln. Am heutigen Stadtbild kann man noch die Anfänge unserer Stadt erkennen. Augustus lernte er auf der Rhetorenschule in Rom kennen und freundeten sich an. Mit dessen Tochter Julia war er verheiratet. 46 bis 47 vor Christus kämpfte Agrippa unter Caesar im Kampf gegen die Pompeianer. Seine Leichenrede hielt Augustus auf dem Forum Romanum, ein Abschnitt liegt im Institut für Altertumskunde der Kölner Universität. Agrippina die Jüngere war seine Enkelin.

Agrippina die Jüngere

Julia Agrippina wird zur Unterscheidung von ihrer Muter oft Agrippina die Jüngere genannt. Sie war Angehörige der julisch-claudischen Dynastie. Außerdem war sie die Mutter Neros und Frau des Kaisers Claudius, der zugleich ihr Onkel war. Sie soll die Gründung und den Namen ihrer Geburtsstadt Köln (Colonia Claudia Ara Agippinensium) veranlasst haben. Wegen ihrer Machtgier wurde sie im Auftrag ihres Sohnes ermordet. Das römische Gewand des Kölner Dreigestirns ist auf Agrippina die Jüngere zurückzuführen.

 

Postumus

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Marcus Cassianius Latinius Postumus war Gründer und erster Kaiser des so genannten Gallischen Sonderreiches. Da der rechtmäßige Kaiser Gallienus im Osten beschäftigt war, musste die ständig bedrohte Rheingrenze anderweitig geschützt werden. Diese Aufgabe übernahm der Sohn des Kaisers, Salonius, und einige Kommandeure, unter anderem auch Postumus. Nach einem erfolgreichen Sieg gegen die Alemannen und Franken innerhalb Kölns sollte die Beute der feindlichen Truppen aufgeteilt werden. Doch es kam zum Streit. Daraufhin belagerten Postumus Truppen die Residenz von Salonius und ermordeten ihn nach kurzer Zeit. Als Imperator führte er die kaiserliche Münze Kölns ein.

Constantin der Große

Flavius Valerius Constantinus war von 306 bis 337 römischer Kaiser. Durch die von ihm eingeleitete konstantinische Wende, gewann das Christentum innerhalb des römischen Reiches rasch an Einfluss. 313 folgte die Mailänder Vereinbarung, mit der die Religionsfreiheit innerhalb des Reiches garantiert wurde. Damit wurde auch das Christentum erlaubt. In dieser Zeit entstand die erste christliche Gemeinde in Köln. Während seiner gesamten Regierungszeit privilegierte Konstantin das Christentum stark.

 

Sigibert von Ripuarien

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Sigibert von Köln, ein Merowinger, war ein fränkischer Kleinkönig, der um 500 über Köln und Teile des Rheinlands regierte. Köln war Bischofsstadt und es war sein Königssitz. Er wurde in der Schlacht von Zülpich, die die Franken um 496 gegen die Alamannen schlugen, am Knie verletzt und er hinkte fortan. Chlodwig I. ermutigte Sigiberts Sohn Chloderich, seinen Vater umzubringen.

 

 

Plektrudis

Plektrudis stammte aus dem vornehmsten Adel und wurde heilig gesprochen. Sie machte mit ihrem Mann, dem Karolinger Pippin dem Mittleren, etliche Schenkungen an Kirchen und Klöster. Da sie die Regentschaft hatte, war ihr Stiefsohn Karl sehr eifersüchtig und Plektrudis versuchte mehrmals ihn umzubringen. Er konnte aber entkommen und belagerte Köln mit Erfolg. Daraufhin zog Plektrudis sich zurück und Karl übernahm die Stadt. Außerdem ist sie die Gründerin der Kirche Sankt Maria und liegt dort auch begraben.

 

Karl der Große

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Karl der Große war seit 768 König des Fränkischen Reiches und im Jahr 800 Krönte Papst Leo III. ihn zum römischen Kaiser. Karl erhob Köln in den Status eines Erzbistums. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Abendlandes. Unter ihm erlebte das Frankenreich seine größte Ausdehnung. Seine Münzreform lässt sich heute noch in der englischen Währung wiedererkennen. Er starb in Aachen und wurde im dortigen Dom bestattet.

 

Otto I.

Otto I. war Herzog der Sachsen, später König des Ostfrankenreichs und ab 962 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Durch den Sieg über die Ungarn, schaffte er es deren Invasionen zu stoppen. Nach und nach weitete er sein Reich nach Norden, Osten und Süden aus. Die südliche Ausdehnung nach Süditalien führte jedoch zum Konflikt mit Byzanz, das im östlichen Mittelmeerraum lag. Otto versöhnte sich jedoch mit ihnen durch die Vermählung seines Sohnes Otto II. und der Nichte des byzantinischen Kaisers Theophanu.

 

Theophanu

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Theophanu war die Nichte des byzantinischen Kaisers und Frau des Kaisers Otto II. Sie regierte elf Jahre als Mitkaiserin des Heiligen Römischen Reiches und sieben Jahre als Kaiserin. Sie war eine der einflussreichsten Herrscherinnen des Mittelalters. Da sie eine starke Bindung an Köln hatte, beschenkte sie deren Kirchen großzügig. Unter anderem brachte zum Beispiel die Reliquien des Heiligen Albinus in die Stadt. Nach einer kurzen Krankheit starb Theophanu und wurde in Köln in der Abteikirche Sankt Pantaleon bestattet. Nach ihrem Tod führte ihre Schwiegermutter die Regentschaft für ihren Enkel Otto III. weiter, bis dieser alt genug war um selbst zu regieren.

Heinrich IV.

Heinrich der IV. wurde als sechsjähriger König, nachdem sein Vater gestorben war. Mit drei Jahren wurde er zudem vorsorglich zum König gewählt, um ihm die Nachfolge zu sichern. Von 1084 bis zu seiner Abdankung, war er Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Ausschlaggebend für die Abdankung war sein Sohn Heinrich der V., der selbst die Macht ergreifen wollte. Seine fast fünfzigjährige Regierungszeit war die längste des Früh- und Hochmittelalters. Nach seiner Abdankung flüchtete er nach Lüttich und starb dort im Sommer 1106. Er wurde zuerst in der Lütticher Domkirche bestattet und später, nach seinem Wunsch, im Dom zu Speyer bei seinen Verwandten beigesetzt.

Heinrich II. von England

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Heinrich II. Plantagenêt von England gehörte, abgesehen von England, mehr als die Hälfte Frankreichs. Das war sehr ungewöhnlich, da er unter dem französischen König Ludwig VII. stand. Heinrich hatte ein besonderes Verhältnis zu der Stadt Köln und ihren Fernhandelskaufleuten. Daher erteilte er auch den Kölner Kaufleuten ein Handelsprivileg, welches die lang anhaltende Tradition zwischen England und Köln begründete. Ende des zwölften Jahrhunderts verbündeten sich seine vier Söhne, darunter auch Richard Löwenherz, gegen ihn. Nach vielen Auseinandersetzungen musste Heinrich auf die Herrschaft verzichten und starb in Chinon in Frankreich. Er wurde im Beneditkiner-Doppelkloster Fontrevault bei seiner Frau bestattet.

Otto IV.

Otto IV. von Braunschweig wurde durch glückliche Zufälle zum deutschen König und römischen Kaiser. Nie hatte er dauerhaft verlässliche Anhänger, bis auf die Stadt Köln. Als der staufische Philipp von Schwaben sich zum König krönen ließ, reagierten die anti-staufischen Fürsten, darunter Köln, und Bischöfe mit der Krönung des Otto. Nach dem Tod Philipps wurde Otto zum Kaiser gekrönt. Otto wollte das silizianische Königreich erobern, wo der staufische König Friedrich regierte. Dies widersprach aber den Interessen des Papstes und es kam zum Bruch zwischen ihm und Otto. Noch während Ottos Aufenthalt in Süditalien wurde Friedrich von Sizilien zum deutschen König gewählt. Nach und nach wichen alle Fürsten von Ottos Seite, bis auf Köln. Als Dank erhielt die Stadt das Zollprivileg. Er starb auf der Harzburg bei Braunschweig.

Innocenz III.

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Lothar Graf von Segni wurde 1198 zum Papst gewählt und nahm den Namen Innocenz III. an. Sein Ziel war unter anderem, das Kaisertum aus Italien zu vertreiben und stattdessen das Papsttum an die Spitze zu setzen. Außerdem griff er beim Thronstreit zwischen Otto IV. und den Staufern bestimmend ein. Genauso machtbewusst griff er in die Pläne Englands ein und ernannte, gegen König Johann Ohnelands Willen, den Erzbischof von Canterbury. Da Johann sich ihm nicht gefügig machen wollte, griff Innocenz hart durch, setzte ihn ab und bot die englische Krone dem französischen König an. Köln hat von der einzigartigen Machtposition des Papstes profitiert. Innocenz belohnte Kölns Treue zu Otto mit der Anerkennung der städtischen Freiheiten. Köln war die erste deutsche Stadt der dieses Privileg angeboten wurde.

Friedrich II.

Friedrich II. zog ins Deutsche Reich um dort die staufische Herrschaft wieder herzustellen und wurde in Aachen zum deutschen König gekrönt. Sein Interesse richtete er trotzdem fast ausschließlich auf Italien und ließ den Rest von seinem Sohn, Fürsten und Bischöfen regieren. Sizilien, der damals modernsten aber auch am brutalsten regierte Staat, bekam das erste staatsrechtliche Gesetzbuch im mittelalterlichen Europa. Durch sein besonderes Verhältnis zum Orient und der eher muslimischen statt christlich-europäischen Atmosphäre, schürte er die Feindschaft zwischen ihm und den Papst. Köln profitierte von Friedrichs Politik. Er vergab ein Zollprivileg und den Gerichtsstand und befreite die Stadt von den Schulden des Erzbischofs. Friedrich wurde nach seinem überraschenden Tod im Dom von Palermo beigesetzt.

Rudolf I.

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Rudolf von Habsburg wurde mit erst 55 Jahren zum König gekrönt. Durch seinen Taufpaten Friedrich II. hatte er eine sehr enge Bindung zu den Staufen. Er ordnete direkt nach seinem Amtsamtritt die Rückgabe der unrechtmäßig erworbenen Reichsgüter an und das Reich wurde neu organisiert. Alle Reichsstädte erhielten ein neues Gewicht, da der königliche Stadtherr, dem sie Steuern zahlten, ihnen Schutz und Privilegien gewährte. Auch Köln, das noch keine Reichsstadt ist, profitierte von ihm, da er ihnen die Akzise, also einen Binnenzoll, auf allen Gütern und Waren erlaubte. Doch Köln war bereits da schon kurz vor der Erlangung der Reichsfreiheit. Er versuchte für seine Kinder die Erbfolge zu sichern, was jedoch am Widerstand der Kurfürsten scheiterte, da diese das fürstliche Wahlrecht besitzen. Auf seinen Wunsch wurde er im alten Kaiserdom zu Speyer bestattet.

Urban VI.

Jacques Pantaléon, nach der Papstwahl Urban IV., verdankte seine Wahl größtenteils den französischen Bischöfen. Diesen kehrte er aber schnell den Rücken zu und versuchte das französische Übergewicht zu beseitigen. Sie erklärten Urban zum Geistesgestörten, der unfähig war die Kirche zu leiten und wählten Clemens VII. zum Gegenpapst. Clemens ging nach Avignon und das Große abendländische Schisma begann, welches noch nach ihrem Tod weiter anhalten sollte. Frankreich, Schottland und Neapel hielt zu Avignon. Das übrgie Europa war auf der Seite des Deutschen Römischen Reiches. In dieser Zeit wurden die ersten deutschen Universitäten gegründet. Dabei auch die Kölner Universität, an der unter anderem auch Meister Eckhart lehrte. Jedoch konnte man in Köln weder Magistrat noch Doktor werden. Da die Unterhaltskosten sehr hoch waren, wurde ein Teil der Kosten auf die Kölner Kirche übertragen.

Friedrich III.

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Der Habsburger Friedrich III. oder Friedrich der Schöne erreichte während seiner Laufbahn als letzter römischer König viel aufgrund seiner Zähigkeit und die Tendenz zum Warten. Als er sein Amt antrat, waren die Bedingungen sehr schlecht. Die Reichskasse war leer und die Kirche und das Reich waren dringend reformbedürftig. Außerdem begann unter ihm die Schaffung zweier Herrschaftszentren im Reich, der Kaiser und der Reichstag. Sein Handeln war sehr klug, da er stets in einer abwartenden Position war. Um sein Land zu vergrößern verheiratete er seinen Sohn mit der Tochter des unterlegenen burgundischen Herzogs. Friedrich starb an den Folgen einer Beinamputation und sein Sohn führte das Haus bis zum Ende des alten Deutschen Reiches, welches die Kaiserkrone tragen sollte. Köln gehörte zu den Städten, die er am meisten privilegierte und wurde von Friedrich wie eine Reichsstadt behandelt. Für Kölns Hilfe bedankte er sich mit der Unabhängigkeit, welche von den Erzbischöfen jedoch nie anerkannt wurde.

Maximilian I.

Maximilian I. von Habsburg war Friedrichs Sohn und Mann der burgundischen Herzogstochter Maria. In Burgund lernte er auch die damals fortschrittliche Zentralisierung kennen. Nach seiner Krönung zum Römischen König zentralisierte er sein Reich. Nach der Übernahme des habsburgerischen Großreichs von seinem Vater, krönte er sich im Dom zu Trient (Italien) selbst. Er ließ eine mehrbändige Chronik mit teils fiktiven Abschnitten über die Habsburger Herkunft schreiben, die Hector von Troja als Urvater des Geschlechts darstellte. Maximilian kümmerte sich eher um seine eigenen Pläne, als um das Reich. Notwendige Reformen blieben aus. Letztendlich scheiterte er an seinem und seines Vaters Wunsch, seine Herrschaft über Italien zu restaurieren und die der Universalmonachie der Habsburger. Der Widerstand der sich bildenden Nationalstaaten, besonders Frankreich, war einer der Gründe. Zum anderen fehlten Maximilian einfach die Mittel. Er besuchte Köln mehrmals und ließ sich am Neumarkt sogar ein prächtiges Haus bauen. Er erkannte den so genannten Transfixbrief an. Dieser bildete Jahrhunderte lang das Grundgesetz Kölns. Er starb an Darmkrebs und Gelbsucht in Wels und wurde in St. Georg in Wiener Neustadt beigesetzt. Heute liegen seine sterblichen Überreste in Innsbruck.

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