Im 10. Jahrhundert errichtet, möglicherweise über einem Vorgängerbau, war Sankt Martin eine Benediktinerabtei. Nach einem Brand entstand zwischen 1150 und 1250 ein Neubau, dessen Kernstück, der Dreikonchenchor, 1172 geweiht wurde.

Der mächtige Vierungsturm prägt das Gesicht der Altstadt. Teile der Fundamente ruhen auf Mauerwerk von Lagerhallen der römischen Rheininsel, die erst durch Zuschütten des alten Rheinarmes Anschluss an das Stadtgebiet fand.

Besichtigungen / Eintritt

© Stadt Köln

An Groß Sankt Martin
50667 Köln

Montag, geschlossen
Dienstag bis Samstag, 8:30 bis 19:30 Uhr
Sonntag, 13 bis 19:15 Uhr

Groß Sankt Martin ist Klosterkirche der "Schwerstern und Brüder von Jerusalem". Keine Besichtigung während der Gebetszeiten möglich.
Gebetszeiten:
Werktag, 6:30, 7, 12:30, 18 und 18:30 Uhr
Sonntag, 7:30, 8, 10:30, 11 und 18:30 Uhr

Besichtigung der Ausgrabung: Eintritt 0,50 Euro

Er war der fränkische Nationalheilige

Sankt Martin ist noch heute einer der populärsten Heiligen im Rheinland. Der Mann, der in Ungarn geboren wurde, der als römischer Offizier in der gallischen Stadt Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben soll, der schließlich Bischof von Tours wurde, war sozusagen der fränkische Nationalheilige. Am Hof der merowingischen Könige verwahrte man seinen Mantel (lateinisch capa). Der Ort, an dem die Reliquie aufbewahrt wurde, wurde capella genannt, eine Bezeichnung, die sich allmählich auf andere Kulträume übertrug - Kapelle. Kein Wunder also, dass man ihm auch in Köln, das zeitweise Residenz fränkischer Teilkönige war, eine Kirche weihte - wann, das ist ungewiss. Sicher ist, dass Erzbischof Bruno (953-965) an der Kirche ein Kollegiatstift ansiedelte, das er mit den Reliquien des heiligen Eliphius, eines Märtyrers aus Toul, reich beschenkte. Bruno ist ohnehin ein notorischer Reliquiensammler.

Er hat mit großem Eifer Leiber und Reliquien für die Kölner Kirche erworben, so die Gebeine der herrlichen und hochberühmten Märtyrer Patroklus, Eliphius, Privatus und Gregorius, die kostbaren Reliquien des Christophorus und des Pantaleon.

lobt sein Biograph Ruotger. Nicht erwähnt hat Ruotger, dass Bruno auch den Stab und die Ketten Petri nach Köln brachte.

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