Im dritten Obergeschoss befinden sich weitere Skulpturen von Persönlichkeiten, die sich um die Stadt verdient gemacht haben.

Max Bruch

Max Christian Friedrich Bruch war Komponist und Dirigent. Er ist in Köln geboren und genoss hier zunächst eine künstlerische Ausbildung seiner Mutter, die früh sein Talent erkannte. Mit 14 Jahren erhielt er das Stipendiat der Frankfurter Mozartstiftung. Wichtigster Lehrer war der Kölner Kapellmeister Ferdinand Hiller. Er prägte auch seinen Stil, der ebenso Felix Mendelssohn Bartholdy als Vorbild nahm. Bekannt wurde er durch sein Erstes Violinenkonzert. Nachdem er Köln verließ, trieb es ihn durch Europa. Allerdings konnte er als Kapellmeister nirgends wirklich sesshaft werden. 1920 starb er vereinsamt in Berlin.

Nikolaus August Otto

© Stadtkonservator Köln

Nikolaus August Otto ist der Erfinder des Otto-Motors. Nachdem ihm seine Tätigkeit als Kaufmann nicht mehr erfüllte, gab sich Otto der Forschung hin. Überzeugt von dem ersten Modell, stieg Carl Eugen Langen in das Projekt mit ein und die beiden gründeten eine Gesellschaft. Nachdem der Motor bei der Weltausstellung in Paris 1867 preisgekrönt wurde, explodierten die Verkaufszahlen. Otto und Langen siedelten ihre neue Fabrik in Deutz an. Die Gasmotorenfabrik Deutz AG fertigte nun ein neues Modell Ottos an. Ein Viertaktmotor mit Fremdzündung, der eigentliche Otto-Motor. Hiermit erlangte die Fabrik, dessen leitende Direktoren Daimler und Maybach waren, noch mehr Erfolg. Nikolaus August Otto starb als wohlhabender Mann und liegt heute auf dem Melaten-Friedhof begraben.

Carl Eugen Langen

Carl Eugen Langen wurde als Sohn des bekannten Zuckerfabrikanten in Köln geboren. Nach der Schule, erhielt er eine Lehre als Ingenieur. Als Teilhaber gründete er den Familienbetrieb Pfeiffer und Langen, bekannt für den Zuckerhut. Sein berühmtes Projekt ist wohl die Wuppertaler Schwebebahn, die auf seinen Entwurf hin gebaut wurde. Zusammen mit Nikolaus August Otto gründete er schlussendlich die erste Gasmotorenfabrik der Welt. Außerdem gründete er die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft und war somit maßgeblich an der aufkommenden Kolonialpolitik beteiligt.

Hermann Josef Stübben

© Stadtkonservator Köln

Hermann Josef Stübben war Architekt und Stadtplaner. Er war maßgeblich für die Stadtplanung Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich. Die Stadtmauern wurden bis auf wenige Stellen gesprengt um neuen Platz zu haben. Die Neustadt mit ihrem typischen Ringbild entstand. Neben vielen Großbürgern, fanden auch Arbeiter Platz zwischen Straßen, Plätzen und Grünanlagen. Der Umbau ist auch der Ursprung der heutigen Viertel. Stübben wirkte nicht nur in der Kölner Neustadt. Der Bau des alten Rheinau-Hafens, das Hohenstaufenbad und viele andere Bauten sind auf ihn zurück zu führen. Auch in vielen anderen Städten ist das Wirken des Architekten zu finden.

Mathilde von Mevissen

Mathilde von Mevissen war Tochter des Großunternehmers Mevissen. Ihr Vater hat die bildungsinteressierte Mathilde sehr unterdrückt. Aus dieser Unterdrückung heraus entwickelte sich ihr Freigeist, Frauen ermöglichen zu wollen, sich bilden zu können. 1894 gründete sie mit Elisabeth von Mumm den "Kölner Fortbildungsverein" und vier Jahre später den "Verein Mädchengymnasium". Der Verein sollte junge Frauen auf die Universitätsbildung vorbereiten. Außerdem wollte sie Mittel für die Gründung und den Unterhalt von Schulen bereitstellen. 1899 verwarf das preußische Kulturministerium Mevissens Idee noch. Erst drei Jahre später genehmigte es versuchsweise ein Mädchengymnasium einzurichten. Die Schule wurde ein Erfolg und schnell städtisch. Später engagierte sich Mevissen zudem für Frauen an Universitäten und war maßgeblich mitverantwortlich für die Neugründung der Kölner Universität. Politisch forderte schließlich die völlige Gleichberechtigung der Frau.

Karl Trimborn

© Stadtkonservator Köln

Karl Trimborn war Jurist und Politiker. Nachdem er sich kurzzeitig dem Philosophiestudium widmete, trat er schnell in die Stapfen seines Vaters und begann sein Jurastudium. Zurück in Köln trat er wie sein Vater in die Zentrumspartei ein. 1904 begann er seine Karriere als Berufspolitiker. Er setzte sich sehr für soziale Hilfestellung seitens der Stadt ein. Zudem förderte Trimborn die Eingemeindung Mülheims. Nach dem ersten Weltkrieg übernahm er die Leitung der Reichtagsfraktion des Zentrums und stimmte hier für den Versailler Vertrag. Ebenso wie der damalige Oberbürgermeister Kölns Konrad Adenauer, war Trimborn Befürworter der Rheinisch-Westfälischen Republik. Diese "Los von Preußen"-Politik blieb aber erfolglos.

Wilhelm Marx

Wilhelm Marx war Jurist und Politiker. Mit Unterbrechungen war er insgesamt über drei Jahre Reichskanzler in der Weimarer Republik. Somit ist er der am längsten amtierende Reichskanzler der damaligen Epoche. Marx Persönlichkeit war keinesfalls die eines Politikers. Seine Gabe bestand darin, zu vermitteln und nicht rhetorisch im Mittelpunkt zu stehen. Marx war sehr katholisch. Nach dem Sturz der Regierung Stresemanns 1923 wurde Marx vom Reichstag für das Kanzlermandat vorgeschlagen. Reichspräsident Ebert nahm den Vorschlag an. So wurde Marx, ohne das er sich je beworben hatte, Reichskanzler. Seine Regierungszeit war gekennzeichnet durch mehrere Krisen. Politisch unter anderem wegen des besetzten Rheinlandes, finanzpolitisch wegen der Inflation 1923 und der Einführung einer neuen Währung. 1925 kandidierte Marx sogar gegen Paul von Hindenburg für das Amt des Reichspräsidenten, verlor aber knapp. Zur Zeit des Nationalsozialismus war Marx pensioniert und lebte zurückgezogen in Bonn, wo er auch 1946 verstarb.

Max Isidor Bodenheimer

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Max Isidor Bodenheimer war ein deutsch-jüdischer Jurist und ein Vorreiter der zionistischen Bewegung. Nach seinem Jurastudium gründete er 1893 eine Anwaltskanzlei in Köln. Angesichts der Pogrome in Russland und dem aufkeimenden Antisemitismus in Europa, sprachen ihm schnell die zionistischen Gedanken zu. Seine Lösung: Es müsse ein jüdischer Staat in Palästina gegründet werden. Zusammen mit David Wolffsohn gründete er die National Jüdische Vereinigung, später Zionistische Vereinigung für Deutschland. Die Prinzipien der Gruppe, auch Kölner Thesen genannt, gingen teilweise in das Basler Programm ein, das auf dem 1. Zionistischen Kongress verfasst wurde. Dort lernte er auch Theodor Herzl kennen, mit dem er Gespräche mit Kaiser Wilhelm II. und anderen führte. Auf dem 12. Zionistischen Weltkongress erklärte er, dass er mit Geldern des gegründeten Jüdischen Nationalfonds Land in Palästina kaufen wolle - erfolglos. Der Zionismus wurde mit Aufkommen des Nationalsozialismus radikaler. 1933 siedelte Bodenheimer mit seiner Familie erst nach Amsterdam, später nach Jerusalem aus.

Benedikt Schmittmann

Benedikt Schmittmann war Jurist und Sozialwissenschaftler. Er widmete sich zunächst dem Ausbau der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Ab 1919 lehrte er als Professor an der neuen Universität zu Köln. Im Laufe der Gleichschaltung 1933 und der Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1937 durch die Nationalsozialisten wurde Schmittmann zunächst beurlaubt und dann entlassen. Aufgrund seiner Tätigkeiten im katholischen Verein und seiner pazifistischen Ansichten geriet Schmittmann in Schutzhaft und wurde im Nachhinein von der Gestapo observiert. In der Nacht des Überfalls auf Polen, dem 1. September 1939 wurde Schmittmann erneut verhaftet und kurze Zeit später ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Hier trat ihn ein SS-Mann tot.

Georg Fritze

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Georg Fritze war evangelischer Pfarrer, religiöser Sozialist und Antifaschist. Vor seiner Tätigkeit als Pfarrer an der Kartäuserkirche engagierte er such in der "Deutschen Friedensbewegung" und als Seelsorger. Hierbei wurde er aufmerksam auf das soziale Elend der Arbeiter. Infolgedessen predigte er auch als Pfarrer über soziale und politische Themen. Immer wieder warnte er in Pfarrblättern vor dem aufkommenden Faschismus. Die pro-nationalsozialistischen "Deutschen Christen" forderten früh die Entlassung Fritzes. Doch Fritze kämpfte weiter und versammelte eine Gruppe von Widerständlern um sich - die Bekennende Gemeinde. 1938 kam es zum Bruch zwischen Fritze und der Kirche, da diese einen Treueid auf die Person Hitlers forderte. Mit Vollendung des 65. Lebensjahrs sollte Fritze im August 1939 in den Ruhestand versetzt und von allen Pflichten entbunden werdenverkraftete der engagierte Pfarrer nicht und starb knapp zwei Monate nach Verkündung an einem Herzinfarkt. Seine Taten wurden lange von der Kirche totgeschwiegen und erst 1980 geehrt.

Hans Böckler

Hans Böckler war Politiker und als Gewerkschaftsfunktionär eine bedeutende Persönlichkeit der Nachkriegszeit. Aus einer Arbeiterfamilie kommend, erlebte Böckler einen raschen Aufstieg. Schnell etablierte er sich im Deutschen Metallarbeiterverband und der SPD. Nach einer Verletzung im ersten Weltkrieg konnte Böckler sich erneut der Organisationsarbeit widmen. Auch politisch nahm er Ämter in Köln, später auch im Reichstag an. Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde er mehrfach verhaftet, verhielt sich bis zum Kriegsende aber still. Danach widmete er sich dem Wiederaufbau der Gewerkschaften in der Britischen Zone. Zusammen mit Bundeskanzler Adenauer arbeitete der mittlerweile DBG-Vorsitzende einen Kompromiss in der Frage der Montanmitbestimmung aus. Das Ergebnis der Lösung bekam der 76-Jährige nicht mehr mit, da er nach einem zweiten Herzinfarkt am 16. Februar 1951 verstarb.

Konrad Adenauer

© Stadtkonservator Köln

Konrad Adenauer war der erste Bundeskanzler der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschlands. Früh stieg er als Zentrums Politiker in Köln auf. Ende 1917 war er Oberbürgermeister der Stadt. Er sorgte dafür, dass das noch besetzte Köln wieder zur Metropole und Handlungszentrum des Westens aufstieg. Auch die Verkehrs- und Stadtplanung lag Adenauer am Herz. So entstanden der Grüngürtel und die erste deutsche Autobahn zwischen Bonn und Köln. Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde er aus dem Amt entlassen, verhaftet und beinahe in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Dies konnte er aber verhindern. Amerikanische Truppen baten nach Kriegsende Adenauer erneut das Amt des Oberbürgermeisters anzunehmen. Aus diesem Amt wurde er aber kurze Zeit später von den Engländern, die mittlerweile die Militärregierung übernommen hatten, erneut entlassen. Adenauer war ein frühes Mitglied der neugegründeten CDU und vertrat diese auch im Parlamentarischen Rat. Dieser arbeitete das Grundgesetz aus. Am 15. September 1949 wurde Konrad Adenauer zum Bundeskanzler gewählt. Dies blieb er bis zu seinem Rücktritt 1963. Seine politschen Errungenschaften als Kanzler waren die Westbindung verbunden mit der Europäischen Einigung und der Eingliederung in die NATO. Zudem setzte er die Soziale Marktwirtschaft durch und verfolgte durchweg eine antikommunistische Politik.

Willi Ostermann

Willi Ostermann war einer der populärsten und erfolgreichsten Kölner Liedermacher. Er war berühmt für seine Schlager und Karnevalslieder. Seine Karnevalslieder verfasst er natürlich in Kölner Mundart. Das bekannteste Lied aus Ostermanns Feder ist "Heimweh noh Kölle". Es drückte zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges die Sehnsucht der Soldaten und Vertriebenen aus.  Somit war es noch weit über die Kölner Grenzen hinaus bekannt. Im Herbst 1944 wurde es von der Militärführung verboten, da es die Kampfmoral der Soldaten untergrub. Ostermann selbst bekam den Zweiten Weltkrieg nicht mehr mit. 1936 verstarb er. Heute erinnert noch ein Ehrengrab auf dem Melaten-Friedhof an ihn.

Amalie Lauer

© Stadtkonservator Köln

Amalie Lauer leitete die Städtische Wohlfahrtsschule, war politisch aktiv und setzte sich maßgeblich für die Rechte der Frauen ein. Im Preußischen Landtag engagierte sie sich zum Beispiel für die Anerkennung der weiblichen Berufstätigkeit. Auch die Modernisierung des Ehe- und Familienrechts ist zum Teil ihr zuzuschreiben. In der Wohlfahrtsschule etablierte sie ein umfassendes Ausbildungsangebot in sozialen Berufen. Sie erkannte schon früh die Gefahr des Nationalsozialismus. Vor allem prangerte sie die untergeordnete Rolle der Frau der nationalsozialistischen Ideologie an. Nach der Machtergreifung schwieg sie allerdings.

Joseph Kardinal Frings

Joseph Kardinal Frings war Erzbischof des Erzbistums Köln. Noch während des Zweiten Weltkriegs bekam er sein Amt zugesprochen. Hier ergriff er schon Partei für die Unterdrückten und Verfolgten. In seiner Silvesterrede 1946 erlaubte er den Klüttenklau von Kohlezügen und ging somit in die Geschichte ein. Noch heute ist "Fringsen" ein gängiger Begriff für Mundraub. Nach dem Krieg trat er für die leidende Bevölkerung ein und sprach vor den Besatzungsmächten. 1985 gründete er das Hilfswerk Misereor mit. Frings ist bis heute der einzige Erzbischof, der die Kölner Ehrenbügerschaft zugesprochen wurde.

(Maria) Christine Teusch

© Stadtkonservator Köln

(Maria) Christine Teusch war deutsche Politikerin. Zunächst engagierte sie sich bei der Zentrumspartei, nach dem Zweiten Weltkrieg trat sie dann der CDU bei. Sie war eine der ersten weiblichen Lehrerinnen. Zusätzlich engagierte sie sich in zahlreichen katholischen Verbänden. Im Ersten Weltkrieg trat sie zudem aktiv für Kriegspropaganda ein. Zu Weimarer Zeiten stieg sie als Politikerin rasch auf und war zum Ende sogar Vizepräsidentin des Reichtages. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde sie zurück ins Schulwesen versetzt, was sie sehr traf. Mit der Neugründung Nordrhein-Westfalens nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Teusch Kultusministerin.

(Friedrich) Wilhelm Sollmann

Friedrich Wilhelm Sollmann war Journalist und Politiker. Schon früh gründete er die "Freie Jugend", eine Organisation der Arbeiterjugend. Später entwickelten sich hieraus die sozialdemokratische Jugendorganisation, die Falken und die Jungsozialisten. Mit Beginn seiner politischen Karriere entdeckte er auch seine Liebe zum Schreiben. Schnell stieg er vom Redakteur zum Chefredakteur bei der Rheinischen Zeitung auf. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich aus Patriotismus als Soldat, wurde aus gesundheitlichen Gründen aber nicht genommen. Er setzte sich daher mehr für die Kommunale Politik ein und war Teilnehmer der Novemberrevolution am Kriegsende. Sollmann war bis 1933 Mitglied des Reichtages. Wenige Tage nach seiner Neuwahl 1933 wurde er von SA und SS Männern überfallen und verhaftet. Nach Freilassung durch den Polizeipräsidenten flüchtete Sollmann zusammen mit seiner Familie über mehrere Stationen in die Vereinigten Staaten. Hier starb er, trotz Heimweh, im Jahr 1951.

Joseph Haubrich

© Stadtkonservator Köln

Joseph Haubrich ist einer der bedeutendsten Kunstsammler Kölns gewesen. Fernab von dem Themenbereich Kunst studierte Haubrich zunächst Jura und eröffnete 1915 zusammen mit einem Kollegen Bodenheim eine Anwaltskanzlei. 1914 kam er zum ersten Mal in Kontakt mit expressionistischer Kunst und verfiel ihr 1920 letztlich. Systematisch begann er an zu sammeln. Kurze Zeit später wurde er Vorstandmitglied des Kölnischen Kunstvereins. Seine Sammelleidenschaft litt auch nicht unter der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Diese sahen Expressionismus als "entartete Kunst". Schließlich musste er seine Sammlung an verschiedenen Orten verstecken. Nach dem Krieg berief die Militärregierung ihn in die Kölner Stadtverordnetenversammlung. Er wurde Politiker. In diesem Zug vermachte er seine Kunstsammlung der Stadt. Heute sind die Kunstwerke im Walraff-Richartz-Museum.

Hertha Kraus

Hertha Kraus war eine deutsche Sozialwissenschaftlerin mit jüdischer Abstammung. Nach ihrem Studium ging sie nach Berlin um dort als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin bei den Quäkern auszuhelfen. Um das zerstörte Köln zu unterstützen, rief Konrad Adenauer Hertha Kraus 1923 nach Köln. Sie wurde Leiterin des Wohlfahrtsamts. Sofort stellte sie ein Konzept für Hilfsmaßnahmen gegen die soziale Not auf. Neben Werkstätten für Arbeitlose und Kindergärten, ließ sie alte Kasernengebäude umbauen. Unter anderem kamen hier die Riehler Heimstätten, ein Wohnstift für ältere Ehepaare und Alleinstehende unter. Für dieses Modell wurde Kraus berühmt. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Kraus in die Vereinigten Staaten flüchten. Deren Staatsbürgerschaft nahm sie später an. In Amerika engagierte sie sich aufopferungsvoll für Flüchtlinge aus Deutschland und sorgte für soziale Hilfen nach dem Krieg.

Bernhard Letterhaus

© Stadtkonservator Köln

Bernhard Letterhaus war Widerstandskämpfer zu Zeiten de Nationalsozialismus. Als Zentrumspolitiker aktiv, erkannte er früh die Gefahr um Hitler. Der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz blieb Letterhausen fern. In Köln formierte er erste Widerstandskämpfer um sich. Nach Kriegsbeginn wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Von dort aus verknüpfte er das Widerstandsnetzwerk weiter. Er gehörte zu der Gruppe um Carl Friedrich Goerdeler, die am 20. Juli 1944 ein Attentat auf Hitler verübten. Nach dem Fehlschlag, weigerte sich Letterhausen unterzutauchen und wurde vor Gericht zum Tode verurteilt.

Irmgard Keun

Irmgard Keun war Wahlkölnerin und Schriftstellerin. Sie schrieb unter anderem "Gilgi - eine von uns", "Das kunstseidene Mädchen" und "Nach Mitternacht". Ihr linksorientierter Schreibstil brachte ihre Werke schnell auf den Index der Nationalsozialisten. Als Keun sich weigerte der "Reichsschrifttumskammer" beizutreten, musste sie ins Exil flüchten. Während ihrer Flucht schrieb sie weitere Bücher über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. 1940 veröffentlichte sie die Falschmeldung über einen Selbstmord und kehrte illegal zurück nach Deutschland. Nach dem Krieg hatte Keun noch einige Erfolge, zog sich aus privaten Gründen aber seit den Fünfzigern zurück.

Heinrich Böll

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Heinrich Böll war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. In Köln aufgewachsen, musste er im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht dienen. Die passte nicht in seine Ideale, da ihn sein katholisch-antifaschistisches Denken äußerst prägte. Seine Hauptwerke entstanden zwischen 1950 und 1971. Sie beschrieben zunächst die realistischen Auswirkungen des Krieges, später die Wohlstands- und Leistungsgesellschaft. 1972 erhielt Böll den Nobelpreis für Literatur. Nach ihm ist unter anderem auch der Literaturpreis der Stadt Köln benannt.

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