Entwicklung inklusiver Bildungslandschaften

Ziel der Stadt Köln ist es, mit Unterstützung des Landes eine inklusive Bildungslandschaft im Rahmen einer prozesshaften Umsetzung zu schaffen.

Im Dialog mit vielen Expertinnen und Experten haben wir diesen Inklusionsplan für Kölner Schulen entwickelt. Der Plan benennt die Handlungsschritte, die mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen notwendig sind, um ein gemeinsames Lernen von möglichst vielen Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in der allgemeinen Schule zu ermöglichen.

Den 67-Seiten umfassenden Inklusionsplan für Kölner Schulen können Sie herunterladen.

Entwicklung des Inklusionsplans

Der Rat hatte die Verwaltung 2010 beauftragt, einen Inklusionsplan für Kölner Schulen zu entwickeln. Hintergrund hierzu ist der Auftrag, die Konvention der Vereinten Nationen zu den Rechten von Menschen mit Behinderung in Köln umzusetzen. Demnach beinhaltet das Recht auf Teilhabe als Menschenrecht auch, dass alle Kinder in einer wohnortnahen Regelschule die für sie individuell notwendige Förderung bekommen können. Die meisten Kinder, die sonderpädagogische Unterstützung brauchen, besuchen bisher Förderschulen. Das soll sich ändern. Der Inklusionsplan für die Kölner Schulen soll auf einer breiten gesellschaftlichen Basis entwickelt werden.

Gelungener Auftakt

Die Auftaktkonferenz im April 2011 stellte zunächst Bedingungen für eine inklusive Schullandschaft in Köln fest. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Schule, Weiterbildung, Sport, aus Politik und Verwaltung sowie des Landschaftsverband, Jungendhilfe und Universität besuchten die Arbeitstagung im Nikolaus-August-Otto-Berufskolleg am 13. April, zu der die Stadt Köln eingeladen hatte.

Entwicklung einer inklusiven Schullandschaft

Die Konferenz hat festgestellt, wie und unter welchen Bedingungen eine inklusive Schullandschaft in Köln entstehen kann. Zwölf Arbeitsgruppen erarbeiteten Themen, die auf diesem Weg berücksichtigt werden müssen. Eine Empfehlung zielte etwa darauf ab, einen sehr konkreten und zeitnahen Maßnahmenplan, eine "Roadmap", zu entwickeln. Darin sollte das Vorgehen detailliert beschrieben werden, welche Schritte zur Entwicklung einer inklusiven Schullandschaft unternommen werden muss. Wichtig dabei: ein solcher Entwicklungsprozess kann nicht verordnet werden. Den einzelnen Schulen muss Raum und Zeit gegeben werden, eine individuelle Entwicklung anzuschieben, zu entwickeln und den Weg aktiv mit zu gestalten. Auf bestehende Netzwerkstrukturen und gute Beispiele inklusiver Praxis soll dabei aufgebaut werden.

Außerdem wurden folgende entscheidende Stellschrauben für den Inklusionsplan an Kölner Schulen hervorgehoben: die Fortbildung von Lehrkräften, die Vernetzung von Jugendhilfe und Schulen sowie eine gute Elternberatung.

Schul- und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein zeigte sich erfreut über die fundierten Ergebnisse der Tagung. Sie sagte zu, die Empfehlungen in den weiteren Arbeitsprozess einfließen zu lassen. Sie wies auf die guten Voraussetzungen in Köln hin und forderte die notwendigen Unterstützungen von Bund und Land ein.

Die Ergebnisse der Tagung stellen den Auftakt für einen Arbeits- und Kommunikationsprozess mit weiteren Diskussions- und Arbeitsrunden dar. Ziel war es, einen abgestimmten Inklusionsplan möglichst Mitte 2012 vorzulegen.

Begrüßung durch Frau Dr. Klein, Beigeordnete für Bildung, Jugend, und Sport

Frau Dr. Agnes Klein, Beigeordnete der Stadt Köln für Bildung, Jugend und Sport, sagte während ihrer Einleitung bei der Auftaktveranstaltung mit dem Thema "Inklusionsplan an Kölner Schulen":

Es geht also nicht um die Frage, ob wir ein inklusives Schulsystem schaffen, sondern um das Wie.

Weiterhin äußerte sich Frau Dr. Agnes Klein zu der bisherigen Entwicklung und dem, was durch die Stadt Köln in der letzten Zeit eingeleitet wurde:

Wir starten in Köln nicht bei Null! gerade in den letzten Jahren wurden viele Anstrengungen unternommen, um möglichst kein Kind auszuschließen. Zum kommenden Schuljahr werden wir in Köln 30 Grundschulen und 10 weiterführende Schulen haben, die Kinder mit und ohne Behinderung unterrichten. 65 Kindertagesstätten sind übers Stadtgebiet verteilt besonders ausgestattet, um Kindern auch mit gravierenden Behinderungen die notwendige Förderung "integrativ" zu gewährleisten. Auch in dem Kinder- und Jugendförderplan, der gerade erarbeitet wird, ist Inklusion ein wichtiges Thema.

Zielvorstellung der Inklusionsquote

Bis zur Umsetzung einer echten Inklusion im Sinne der UN-Konvention ist es noch ein langer Weg. Im Schuljahr 2009/2010 besuchten 16 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine allgemeine Schule und 84 Prozent eine Förderschule. Wir haben das ehrgeizige Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren eine Inklusionsquote von 80 Prozent zu erreichen. Dies stellt grob gerechnet eine Umkehrung der jetzigen Verhältnisse dar.

Eine Voraussetzung ist, dass die Rahmenbedingungen an die neuen Herausforderungen angepasst werden und das Land NRW hierfür die notwenige Gesetzgebung schafft.

Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten

Wir arbeiten mit Eltern, Pädagoginnen, Pädagogen und Experten zusammen, damit die Ziele auf qualitätsvolle Weise erreicht werden können. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist, dass das Konzept von allen getragen wird.

Wir befassen uns zum Beispiel, um nur eine Auswahl zu nennen, mit folgenden Themen:

  • Schaffung einer inklusiven Haltung
  • Prävention
  • Institutionsübergreifende Zusammenarbeit/Unterstützung/Netzwerke
  • Nutzung der sonderpädagogischen Kompetenz im Rahmen einer möglichen flächendeckenden Ausweitung der Kompetenzzentren und Kompetenzregionen für sonderpädagogische Förderung
  • Inklusiver Ganztag/Zusammenarbeit Jugendhilfe-Schule
  • Kooperation Jugendhilfe/Schule
  • Bildung von Schwerpunktschulen
  • Bildungsübergänge
  • Qualitätssicherung aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler und der Eltern
  • Beratungsangebote für Eltern
Dokumentation der Auftaktveranstaltung

Erste Empfehlungen

Kernarbeitsgruppe

Bei der Entwicklung des Inklusionsplans sollte an vorhandene Fachkenntnisse im Bereich der Integration und Inklusion angeknüpft werden. Deshalb haben wir eine Kern-Arbeitsgruppe eingerichtet, in der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Institutionen und Gruppierungen vertreten sind, die für den Prozess entscheidend sind.

Dies sind Vertreterinnen und Vertreter der Schulaufsicht, des Landschaftsverbandes Rheinland, der Elternvertretung, der Behindertenvertretung, der Stadtarbeitsgemeinschaft für Behindertenpolitik, der Fachverwaltung und je eine Vertreterin oder ein Vertreter der verschiedenen Schulformen.

Zu insgesamt vier Sitzungen kam diese Kernarbeitsgruppe im Jahr 2011 zusammen.

Ergebnisprotokoll der ersten Sitzung am 9. Juni 2011
PDF, 75 kb
Ergebnisprotokoll der zweiten Sitzung am 15. Juli 2011
PDF, 57 kb
Ergebnisprotokoll der dritten Sitzung am 16. September 2011
PDF, 110 kb
Ergenisprotokoll der vierten Sitzung am 21. November 2011
PDF, 41 kb
Weitere Informationen finden Sie im Ratsinformationssystem.

Grundlagen