Ziel ist die Existenzsicherung und der Fortbestand von Kultureinrichtungen der freien Szene in Köln

Der Corona-Virus hält die ganze Welt in Atem. Die Folgen und Schäden, die diese Pandemie in der Welt anrichten wird, sind gewaltig und noch gar nicht in Gänze absehbar. Klar ist jedoch bereits, dass es neben dem großen Verlust an Menschenleben auch erheblichen sozialen sowie finanziellen Schaden in vielen Gesellschaftsbereichen geben wird.

Kunstschaffende sowie Kulturbetriebe werden in den kommenden Monaten die Solidarität oder wirtschaftliche Unterstützung auch des Staates benötigen. Bundes- und Landesregierung haben angekündigt, entsprechende Instrumente und Finanzmittel zur Bewältigung der Corona-Folgen bereitzustellen. Kultur und Kunst sind kein Luxus, sondern Teil der Lebensbasis aller Bürgerinnen und Bürger.

Diese Sofortprogramme von Land und Bund ergänzend, treffen wir Vorsorge, um die Kultureinrichtungen und -initiativen in ihrem wirtschaftlichen Überleben zu unterstützen. Sie sind Heimat, Plattform, vergeben Aufträge, sind Arbeitgeberin für die zahlreichen Kunstschaffenden, die das öffentliche Kulturleben in Köln gestalten.

Daraus ableitend wird zusätzlich zu den bereits gesicherten regulären Projektförderungen oder institutionellen Förderungen für freie Kulturschaffende ein Notfallfonds eingerichtet: Der Notfallfonds dient der weiteren Struktursicherung von freien Kultureinrichtungen in coronabedingten Krisensituationen.

Der Notfallfonds ist ein städtisches Soforthilfeprogramm, das sich an geförderte freie Kulturbetriebe und Vereine richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind.

Wer ist antragsberechtigt?

  • Vom Kulturamt institutionell geförderte Institutionen und Initiativen/Festivals
  • Vom Kulturamt derzeit geförderte Häuser/Orte/Initiativen, mit ganzjährigen Kulturprogrammen ab 50 Veranstaltungen pro Jahr  

Grundvoraussetzung ist, dass bei diesen Häusern/Institutionen/Initiativen aufgrund der Corona-Pandemie Veranstaltungen (Betrachtungszeitraum zunächst März bis Mai) abgesagt und gegebenenfalls verschoben werden müssen/mussten und der Fortbestand ohne Hilfe gefährdet ist.

Unter welchen Voraussetzungen kann der Notfallfonds in Anspruch genommen werden?

Einnahmeausfälle:
Die Institution/Initiative hat einen unverschuldeten Verlust an Einnahmen (mindestens 15 Prozent der Einnahme des Vergleichszeitraums 2019) durch die Corona-Pandemie und kann diesen Verlust auf der Kostenseite nicht auffangen.

Kostensteigerungen:
Die Initiative hat eine Steigerung (mindestens 15 Prozent) von entstandenen oder entstehenden nicht vermeidbaren Kosten (Personalkosten, Werbekosten, Veranstaltungsmieten) durch die Corona-Pandemie, die auf der Einnahmeseite nicht aufgefangen werden kann.

Fortbestand:
Der Fortbestand der Initiative/Institution ist jenseits der Corona-Krise beabsichtigt und auf der Grundlage der bisherigen Entwicklung plausibel.

Was kann beantragt werden?

Aufstockung der bisherigen städtischen Förderung um einen pauschalierten Betrag:

Fonds 1 (5.000 Euro)

Fonds 2 (10.000 Euro)

Fonds 3 (20.000 Euro)

Fonds 4 (30.000 Euro)

Fonds 5 (40.000 Euro)

Fonds 6 (50.000 Euro)

Der genaue Betrag wird im Zuge der Verwendungsnachweisprüfung ermittelt.

Ersetzt wird ein Einnahmeausfall von bis zu 75 Prozent der Einnahme des Vergleichszeitraums 2019

oder

die Steigerung von entstandenen oder entstehenden nicht vermeidbaren Kosten bis 30 Prozent (vergleichbar mit bisherigem Wirtschaftsplans).   

 

Wo und ab wann können Sie Anträge einreichen?

Der Antrag muss bis zum 31. Mai 2020 abgesandt worden sein – per E-Mail oder postalisch.

Bearbeitung und Auszahlung erfolgen durch uns in der Reihenfolge des Antragseingangs.  

Stadt Köln Kulturamt

Stichwort "Notfallfonds"
Richartzstraße 2-4
50667 Köln

 

 

E-Mail Kulturamt

Hinweise zum später einzureichenden Verwendungsnachweis

Wie wird der Verwendungsnachweis abgewickelt?

Da der Notfallfonds auf einer bestehenden Förderung aufbaut, wird im Rahmen des Verwendungsnachweises die Zuwendung aus dem Notfallfonds mit angegeben. Im Verwendungsnachweis sind insbesondere Förderungen Dritter, die sich aus anderen Förderprogrammen aufgrund der Corona-Pandemie ergeben haben, anzugeben (zum Beispiel Landesförderungen). Hierunter fallen auch Kredite oder Bürgschaften.  

Werden Mittel zurückgefordert?

Im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung können Mittel zurückgefordert werden, wenn sich die Förderung als nicht notwendig zum Fortbestehen der Zuwendungsempfängerin oder des Zuwendungsempfängers erweist (zum Beispiel durch Förderung Dritter) und somit eine Überkompensation besteht. Ferner werden Mittel zurückgefordert, wenn die Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen für eine Förderung gemäß dem vorliegenden Notfallfonds nicht vorlagen. Es gelten im Übrigen die allgemeinen Bestimmungen des ursprünglichen Bescheides.  

Welche Mitteilungspflichten bestehen?

Es gelten die Bestimmungen der ursprünglichen Förderung, insbesondere muss die Fördermittelempfängerin bzw. der Fördermittelempfänger mitteilen, wenn sie oder er Fördermittel Dritter erhält oder sich die Einnahmen ändern (zum Beispiel Spenden, Nichterstattung von Eintrittsgeldern, Wegfall von Forderungen Dritter et cetera)  

Hinweis: Kleinere Aufstockungsbedarfe bei aktuellen Projektförderungen werden im Zuge Ihres bereits laufenden Bewilligungsverfahrens geprüft (bitte wenden Sie sich an Ihre Ansprechpartnerin, Ihren Ansprechpartner im Kulturamt).

Antrag Notfallfonds zur Struktursicherung von freien Kulturinstitutionen
PDF, 27 kb