Der ehemalige Produktionsstandort der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) in Köln-Kalk, der über hundert Jahre der Herstellung von Industrieanlagen diente, bildet heute durch teils ungenutzte Werkshallen und brachliegende Freiflächen ein hohes Potential für eine Revitalisierung des Standortes.

Für die alten Industrie-und Gewerbehallen sowie Freiflächen im Stadtteil Köln-Kalk wurden unter Beteiligung der Stadtgesellschaft im Rahmen eines Werkstattverfahrens zwischen Mai und Juli 2017 drei städtebauliche Konzepte erarbeitet. Ziel ist, realisierbare Nutzungsperspektiven für einen Teil des ehemaligen Werksgeländes von der Klöckner-Humboldt-Deutz AG aufzuzeigen.

Hallen im Wandel

Das städtebauliche Werkstattverfahren endete am 8. Juli 2017 mit der Empfehlung des Begleitgremiums zur Weiterbearbeitung des Nutzungskonzeptes des Teams 1. Dieses setzte sich zusammen aus der Bernhardt und Leeser Sozietät für Architektur BDA mit dem Landschaftsarchitekturbüro Studio Vulkan, dem  Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen und Professor Dr.-Ing. Guido Spars von der Bergischen Universität Wuppertal als Experte im Bereich der Projektentwicklung.

Neben einer neuen weiterführenden Schule innerhalb ehemaliger Werkshallen an der Dillenburger Straße wurden gewerbliche Nutzungen, Wohnungen und Kultureinrichtungen vorgeschlagen, die mit entsprechenden Freiräumen und neuen Aufenthaltsorten die Einbindung in den städtebaulichen Kontext des Stadtteils vorsahen.

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Da die Schule am vorgeschlagenen Standort nicht realisierbar war, wird diese nun östlich der Christian-Sünner-Straße umgesetzt. Auch die großflächige Werkstatt- und Lagerfläche der städtischen Bühnen konnte wegen zeitlicher Abhängigkeiten nicht weiterverfolgt werden, so dass eine Überarbeitung des Nutzungskonzeptes erforderlich wurde.

Werkstattgespräche zur Machbarkeitsstudie

Am 18. Februar 2019 haben wir zusammen mit dem Planungsteam den aktuellen Arbeitsstand der Machbarkeitsstudie interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt und gemeinsam darüber diskutiert. Von den Ergebnissen berichten wir demnächst hier.

Anhand der Ergebnisse dieses ersten Werkstattgesprächs werden wir im Anschluss Umsetzungsszenarien zur Darstellung der Realisierbarkeit entwickeln. Präsentation und Austausch werden am 2. Juli 2019 in den Abenteuerhallen Kalk stattfinden.

Als Grundlage für die weitere Entwicklung soll das Konzept danach von den politischen Gremien beschlossen werden. 

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Städtebauliches Werkstattverfahren 2017

Ablauf des Verfahrens

Drei öffentliche Veranstaltungen bildeten den Rahmen des städtebaulichen Werkstattverfahrens. Als Veranstaltungsort diente die direkt an das Plangebiet grenzende Kaiserin-Theophanu-Schule an der Kantstraße 3 in Köln-Kalk.

13. Mai 2017 Werkstatt Auftakt: Innerhalb der ersten Veranstaltung wurde der Öffentlichkeit, den Teams und dem Begleitgremium die Aufgabenstellung vorgestellt. Rundgänge ermöglichten die Erkundung des Areals einschließlich der ehemaligen Werkshallen. Im Anschluss erhielten die interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Anregungen für eine erste Nutzungsperspektive einzubringen. Die Anregungen wurden gebündelt vorgetragen und das Gremium gab ebenfalls Hinweise zur Bearbeitung.

9. Juni 2017 Werkstatt Halbzeit: Die Werkstatt Halbzeit diente der Präsentation der ersten Nutzungsperspektiven für den Raum. Nach der Präsentation konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger Stellung zu den Konzepten beziehen und allgemeine Anregungen benennen. Nach einer Zusammenfassung der Anregungen wurden Hinweise zur Überarbeitung aus dem Gremium weitergegeben.  

8. Juli 2017 Werkstatt Finale: Die überarbeiteten Konzepte mit einer entwurflichen Vertiefung wurden vorgetragen und die Öffentlichkeit erhielt die Möglichkeit zur Beurteilung der Konzepte. Auf Grundlage der Zusammenfassung der Anregungen aus der Öffentlichkeit folgte eine öffentliche Tagung des Begleitgremiums. Nach einer finalen internen Abstimmung wurde das Konzept des Teams BeL Sozietät für Architektur Bernhardt und Leeser Architekten BDA mit dem Freiraumplanungsbüro Studio Vulkan aus Zürich, Prof. Dr. Guido Spars, Bereich Ökonomie des Planen und Bauens der Bergischen Universität Wuppertal und dem Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen aus Aachen zur Weiterbeauftragung empfohlen.

Akteurinnen und Akteure

Die interdisziplinären Planungsteams
Die Erarbeitung des städtebaulichen Nutzungskonzeptes erfolgte durch drei interdisziplinäre Teams bestehend aus Fachplanerinnen und Fachplanern aus den Bereichen Städtebau, Freiraumplanung, Verkehrsplanung und Projektentwicklung. Die Leitung erfolgte jeweils durch die Städtebauerinnen und –bauer.

  • Team 1: BeL, Sozietät für Architektur Bernhardt und Leeser Architekten BDA, Köln
    mit Studio Vulkan, Zürich (Landschaftsarchitektur)
    Prof. Dr. Guido Spars, Bergische Universität Wuppertal (Projektentwicklung)
    Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, Aachen (Verkehrsplanung)
  • Team 2: Trint+Kreuder d.n.a. Architekten, Köln mit
    Lill + Sparla, Köln (Landschaftsarchitektur)
    CG-Gruppe, Berlin (Projektentwicklung)
    Brenner Bernhard Ingenieure, Köln (Verkehrsplanung)
  • Team 3: DeZwarteHond Architecture & Urbanism Groningen/ Köln mit
    Topotek 1, Berlin (Landschaftsarchitektur)
    Beos AG, Köln (Projektentwicklung)
    Isaplan Ingenieur GmbH, Leverkusen (Verkehrsplanung)

Die Konzepte wurden auf Basis der Anregungen aus der Öffentlichkeit und des Begleitgremiums, welches sich aus politischen Vertretern und Fachplanerinnen und -planern zusammensetzte, erarbeitet.

Die Moderation und das Verfahrensmanagement
Herr Burkard Dewey mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Büros Dewey Muller Partnerschaft mbB Architekten Stadtplaner führte die Moderation der drei Veranstaltungen durch. Die methodische und prozessorientierte Moderation ermöglichte die Umsetzung einer erfolgreichen Veranstaltungsreihe.

Das Beratungs- und Begleitgremium
Das Beratungs- und Begleitgremium bestand aus Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Politik sowie aus Fachexpertinnen und Fachexperten aus den Bereichen Städtebau, Freiraumplanung, Verkehrsplanung und Projektentwicklung. Zur inhaltlichen und planerischen Unterstützung erfolgte in sämtlichen Stadien des Prozesses ein Austausch des Gremiums mit den Teams. Als Ergebnis einer öffentlichen Tagung während der Werkstatt Finale wurde eine Empfehlung zur Weiterbearbeitung gegeben.

Die Schlüsselakteurinnen und -akteure 
Schlüsselakteure, wie Vertreterinnen und Vertreter von dem Schauspiel Köln, dem Museum Ludwig, der AbenteuerHallen Kalk als Kinder- und Jugendeinrichtung, dem Integrationshaus am Ottmar-Pohl- Platz und der Pflanzstelle für gemeinschaftliches Gärtnern wurden als Nutzerinnen und Nutzer im direkten Umfeld der neuen Planungen zur Teilnahme an dem Verfahren eingeladen. Darüber hinaus wurde die Öffentlichkeit über die Veranstaltungen informiert und zur Mitwirkung am Prozess ermutigt, um Nutzungsideen und Anregungen auf Grundlage ihrer spezifischen Ortskenntnisse einzubringen.

Empfehlung des Begleitgremiums

Der Konzeptentwurf des Teams 1 unter Federführung von BeL verspricht ein lebendiges, gemischtes Quartier rund um die ehemaligen Industriehallen in Kalk mit einem besonderen Fokus auf kulturellen Nutzungen. Der Entwurf konnte durch den behutsamen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und gleichzeitiger Einbringung sinnvoller Nutzungen und baulicher Ergänzungen, wie durch Wohnbauten, überzeugen. Für die großen Hallen an der Dillenburger Straße wurden in Gänze eine Schulnutzung vorgeschlagen, die Details einer Umsetzung als singuläre Nutzung wurden dabei insbesondere im Hinblick auf die Kosten einer kritischen Prüfung empfohlen.

Die Teams Trint + Kreuder sowie De Zwarte Hond zeigten an anderer Stelle ihre Stärken. Während Team 2, Trint+Kreuder, den Fokus auf die Anbindung des Ottmar-Pohl Platzes legte und auch durch die Position des Schulbaus an der Dillenburger Straße, Ecke Christian-Sünner-Straße überzeugte, konnte Team 3, DeZwarteHond, besonders im Bereich der Realisierungsstrategie durch die Idee der Umsetzung eines Testfeldes, welches sich im Prozess verstetigt und städtebauliche Detaillösungen, punkten.

© BeL - Studio Vulkan
© Trint + Kreuder
© De Zwarte Hond

Ausführliche Informationen

Städtebauliches Werkstattverfahren Hallen Kalk

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