Bei Bergungsarbeiten an einem verunfallten Lastkraftwagen im Autobahndreieck Heumar kam es gegen 0:30 Uhr zu einem Stromüberschlag mit Lichtbogen, bei dem insgesamt fünf Menschen verletzt wurden.

Im Autobahndreieck Heumar war auf der Verbindung zur A4 Richtung Aachen am Vorabend ein Lkw verunglückt. Um den verunglückten Lkw zu bergen, richteten die Mitarbeiter einer Bergungs-Fachfirma den Kranausleger ihres Autokrans auf. Dabei kam der Ausleger zu nahe an eine Fernnetz-Hochspannungsoberleitung mit 220.000 Volt (220 kV), so dass sich in der Luft ein Lichtbogen als Stromüberschlag bildete. Die Oberleitung selbst wurde nicht berührt und blieb ohne Schäden.

Bei der Entstehung des Lichtbogens, den man bei Gewitter als Blitz wahrnimmt, saß der Kranführer vom Strom größtenteils geschützt im Führerhaus des Krans, das wie ein Faradayscher Käfig wirkt. Drei weitere Mitarbeiter der Bergungsfirma standen wenige Meter neben dem Kran sowie ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde noch weiter entfernt.

Der Stromschlag war als gleißender Blitz noch in 2 bis 3 Kilometern Entfernung zu sehen und verursachte im unmittelbaren Bereich des Krans einen Feuerball, von dem die drei Arbeiter erfasst wurden und mittelschwere Verletzungen davontrugen. Der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde wurde leicht verletzt. Der Kranführer wurde physisch nicht verletzt, war jedoch vom Ereignis psychisch sehr betroffen.

In 15 Meter Entfernung liegen auf der Autobahn Induktionsstreifen aus Metall als Staudetektoren unter der Fahrbahndecke. Offensichtlich durch die gute elektrische Leitfähigkeit trat der Strom an zwei Flächen dieser Stelle aus dem Erdreich aus. Dabei wurde Asphalt an zwei Flächen von jeweils circa 50 mal 50 Zentimeter und einer Tiefe von 3 bis 4 Zentimetern herausgeschleudert. Durch das Herausschleudern des Asphalts entstanden glücklicherweise keine Schäden.

Die drei mittelschwer Verletzten mussten noch vor Ort durch den Rettungsdienst und den Notarzt unverzüglich medizinisch behandelt werden. Der Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde und der Kranführer wurden ebenfalls zur Weiterbehandlung zum Krankenhaus transportiert. Die Unfallaufnahmen und Spurensicherung der Polizei dauerten noch bis zum frühen Morgen.