Die Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern in unseren Museen

Die Provenienzforschung, also die Erforschung und Klärung der Herkunft von Kunst- und Kulturobjekten in unseren Museen, spielt seit der Washingtoner Konferenz 1998 eine bedeutende Rolle. Die Provenienzforschung ist die Voraussetzung für ein übergeordnetes gesellschaftliches, moralisch-ethisches Ziel, nämlich die Rückgabe von Kunst und Kultur an die rechtmäßigen Eigentümer*innen, denen die Werke entweder im Nationalsozialismus unter Zwang oder Druck entwendet worden sind oder im Zuge kolonialen Unrechts.

Unsere Provenienzforschung erstreckt sich auf Kunst- und Kulturobjekte, die ab 1933 erworben bzw. inventarisiert wurden und deren Provenienzen unklar sind. Ziel ist es zum einen, festzustellen, ob sich darunter Objekte aus ehemals jüdischen Besitz befinden, die in der Zeit des Nationalsozialismus den Besitzer*innen verfolgungsbedingt entzogen wurden und restituiert, das heißt zurückgegeben werden sollten. Neben der proaktiven Forschung werden Restitutionsforderungen bearbeitet. Hinzu kommen Prüfungen von Provenienzen im Rahmen von aktuellen Ankäufen, Stiftungen sowie Leihgaben.

Zum anderen spielt die Untersuchung der außereuropäischen Sammlungen im Rautenstrauch-Joest-Museum und im Museum für ostasiatische Kunst im Hinblick auf unrechtmäßig, zumeist in kolonialen Kontexten erworbenen Kulturgut seit einigen Jahren eine zentrale Rolle. Das Rautenstrauch-Joest-Museum sucht und entwickelt Konzepte und Strategien zur systematischen und proaktiven Überprüfung der Herkunft der rund 69.000 Objekte in ihren Sammlungen. 2018 ist mit dem tätowierten Māori-Schädel aus Neuseeland eine erste proaktive Rückführung durch uns erfolgt. Seit 2021 setzten wir uns nun aktiv für die Rückgabe von 96 höfischen Kunstwerken aus dem Königspalast des Königreichs Benin ein, heute im Edo State Nigeria gelegen.

Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingten Entzügen
Provenienzforschung zu kolonialen Kontexten

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