Eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Oberbürgermeister Jürgen Roters hat die Preisträgerinnen und Preisträger von "KölnEngagiert 2012" aus insgesamt 180 Vorschlägen ausgewählt.

Es wurden fünf Einzelpersonen, vier Gruppen und zwei Schulen ausgezeichnet. Die Preise wurden im Rahmen des 13. Kölner Ehrenamtstages überreicht.

Einzelpersonen Gruppen Schulen

Auszeichnung von Einzelpersonen

Annelie Appelmann

Barrierefrei wohnen und leben

© Stadt Köln

Annelie Appelmann ist eine exzellente Netzwerkerin und der Motor des erfolgreichen Mehrgenerationenwohnhauses Ledo in Niehl. Hier leben nicht nur mehrere Generationen sondern auch Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach. Das Projekt entstand in der Zusammenarbeit der Mehrgenerationen-Initiative "Lebensbogen" und dem Verein doMS.

Dieser entwickelt Wohnformen, in denen Menschen mit Multiple Sklerose auch bei Pflegebedürftigkeit lange selbstbestimmt leben können. Hier leben mehr als 90 Personen solidarisch unter einem Dach, mit und ohne Behinderung.

13 Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, 13 Kinder, 40 Singles und 18 Paare. Als gewählte Seniorenvertreterin, Sprecherin der AG-Selbsthilfe bei KISS, Gründungsmitglied der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik bringt sie ihre vielfältigen Erfahrungen mit langem Atem und konsequentem Selbsthilfe-Engagement bei Ledo ein.

Mehrgenerationenwohnhaus Ledo in Niehl KISS Köln Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik

Hans-Georg Leutert

Engagiert in Dünnwald

Hans-Georg Leutert engagiert sich intensiv und innovativ seit 28 Jahren im Kölner Stadtteil Dünnwald. Seine jüngsten Projekte sind das Café mittendrin und die Kampagne "Wir alle sind Dünnwald". Als Mitinitiator des Café mittendrin erspielte er 2009 das Startkapital für das Café in der Fernsehsendung "Das Quiz". Seitdem ist er als Vorsitzender des Trägervereins Mittendrin Köln-Dünnwald e. V. tätig.

Das Café mittendrin ist ein niederschwelliges Begegnungsprojekt, wo für wenig Geld Speisen, Getränke und Kleinkunst genossen werden können. Auf Initiative von Hans-Georg Leutert startete 2010 die Kampagne "Wir alle sind Dünnwald".

Sie macht sich für Respekt und Miteinander in dem von vielen sozialen Trennungen geprägten Stadtteil stark.

Café mittendrin Wir alle sind Dünnwald

Ute Liebetrau

Vielfältiges Engagement in Höhenberg und Vingst

© Stadt Köln

Ute Liebetrau ist trotz ihrer Vollzeit-Berufstätigkeit in Höhenberg und Vingst vielseitig engagiert. Sie ist in der evangelischen Kirchengemeinde als Mitarbeiterin im Kindergottesdienst, bei diversen Gemeindeveranstaltungen sowie als Presbyterin tätig, außerdem leitet sie die Gruppe "50+". Im Rahmen der Ferienaktion "HöVi-Land" begleitet sie seit sieben Jahren Kindergruppen auf Ausflügen.

Hierfür verwendet sie ihren Jahresurlaub. Außerdem führt sie gemeinsam mit anderen die Kindergruppe "Blockhaus-Kids". Sie leiten die Kinder zu vielen Aktivitäten an, um auch das soziale Verhalten zu fördern.

Bei der jährlichen ökumenischen Sternsinger-Aktion begleitet Frau Liebetrau Kinder durch die Gemeinden Höhenberg und Vingst, um Geld für soziale Zwecke zu sammeln.

HöVi-Land

Azra Saglam, Ramazan Saglam und Oktay Akin

Gewaltprävention und interkulturelle Verständigung

Azra und Ramazan Saglam sowie Oktay Akin sind die Seele des Vereins "Traditionelle Asiatische Kampfkünste e. V." (TAK). Der Verein vermittelt Kindern und Jugendlichen im Training Werte und Fähigkeiten wie Respekt und Würde, Sicherheit und Konzentration, Regeln und Grenzen sowie den Spaß am Lernen. Ramazan Saglam ist als leitender Trainer von TAK e. V. tätig. Azra Saglam leitet das vereinseigene Café und Büro, Oktay Akins Geschick in Management und Fundraising verdankt der Verein seine organisatorische Stabilität. Der Verein dient vielen Jugendlichen in schwierigen Situationen als verlässliche Anlaufstelle, ist lebendiges Jugendzentrum und Sportarena in einem.

TAK e. V.

Dr. Brigitte Unkel-Brösecke

Erzähl- und Begegnungscafé des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Verfolgte e. V.

© Stadt Köln

Dr. Brigitte Unkel-Brösecke ist trotz körperlicher Beeinträchtigung seit sechs Jahren im Erzähl- und Begegnungscafé des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Verfolgte e. V. ehrenamtlich tätig. Sie ist eine wichtige Beraterin und Bezugsperson für viele der Rat suchenden NS-Opfer. Sie sorgt für einen regen Austausch mit Jugendlichen und Studierenden im Erzählcafé.

Dr. Unkel-Brösecke ist politisch vielseitig interessiert, insbesondere das Thema "Rechtsradikalismus in Deutschland" beschäftigt und besorgt sie sehr und lässt sie engagiert präventiv tätig werden.

Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte e. V.

Auszeichnung von Gruppen

Allerweltskino e. V.

Seit 25 Jahren zeigt das Allerweltskino regelmäßig Filme aus anderen Kulturen und fremden Ländern. Es ist eine Perle der Kölner Filmkultur, da es sich mit seinem Angebot deutlich von dem üblichen Mainstream abhebt. Das Allerweltskino holt die Welt in unsere Stadt. Die Gäste werden mit einer kurzen Einführung empfangen und können sich im Anschluss an den Film mit Filmschaffenden austauschen.

All dies sowie die Öffentlichkeitsarbeit, grafische Arbeiten, Pflege des Internet-Portals, Einladungen an Ehrengäste und vieles mehr geschieht ehrenamtlich, um dieses ausgezeichnete Angebot aufrecht zu erhalten.

Allerweltskino e. V.

Jugendpräventionsteam der Aidshilfe Köln e. V. 

© Stadt Köln

Das aus 18 ehrenamtlich tätigen Personen bestehende Jugendpräventionsteams der Aidshilfe Köln kommt mit den Jugendlichen in der Regel geschlechtsspezifisch über sexuelle Gesundheit und über sexuell übertragbare Krankheiten ins Gespräch. Die Präventionsveranstaltungen werden im Rahmen des Schulunterrichts, an Projekttagen sowie in den Räumen der Aidshilfe durchgeführt.

Bei den Gesprächen stehen folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Selbstbewusster Umgang mit Liebe, Freundschaft und Sexualität
  • Sexualaufklärung
  • Informationen zu Übertragungswegen
  • Schutzmöglichkeiten und Kondomgebrauch
  • Informationen zu Test- und Behandlungsmöglichkeiten
  • Eigenverantwortlicher Umgang mit Infektionsrisiken
  • Abbau von Infektionsängsten und Vorurteilen
  • Diskriminierungsfreier Umgang mit HIV-positiven Menschen

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es ein Bedürfnis, den Jugendlichen eine Orientierung für ihren weiteren Lebensweg zu geben.

Jugendpräventionsteam der Aidshilfe Köln e. V.

KG Urbacher Räuber e. V.

Die Karnevalsgesellschaft Urbacher Räuber pflegt das Brauchtum des Kölner Karnevals und unterstützt daneben seit acht Jahren soziale Projekte zumeist in Porz.

Sehr ans Herz gewachsen ist dem Verein das Hospiz in Urbach. Aus diesem Grunde wird die Aktion 1.000+ durchgeführt, die dem Förderverein mindestens 1.000 fördernde Mitglieder zuführen soll.

Neben dem Hospiz Porz Urbach gibt es zahlreiche weitere Projekte, für die Spenden gesammelt und tatkräftig angepackt worden ist. Dazu zählen beispielsweise:

  • Porzer Suppenküche
  • Altenzentrum Porz-Urbach
  • Dorf auf den Adamanen (nach dem verheerenden Tsunami)
  • Greifvogelstation Porz
  • Haus des Waldes
  • zwei Porzer Familien nach Schicksalsschlägen
KG Urbacher Räuber e. V.

Studentisches Forum für Integration und Bildung e. V.

© Stadt Köln

Das Studentische Forum für Integration und Bildung e. V. (FIB) engagiert sich seit 2009 für 60 benachteiligte Schülerinnen und Schüler in Kölner Problembezirken. Die Vision der 20 engagierten Studierenden ist es, motivierte Jugendliche an Kölner Haupt- und Realschulen durch wöchentliche Nachhilfetutorien bei ihrem schulischen Werdegang und einem guten Schulabschluss zu unterstützen.

Der Nachhilfeunterricht findet kostenlos ein Mal wöchentlich in der vertrauten Schulumgebung in enger Zusammenarbeit mit einer Koordinatorin der Schule statt. Mathematik, Englisch, Deutsch sowie Perspektivenbildung und Berufsvorbereitung werden angeboten.

In naher Zukunft sollen weitere Studierende und Partnerschulen für das Programm gewonnen sowie das Angebot zu Perspektivenbildung und Berufsvorbereitung ausgebaut werden.

Studentisches Forum für Integration und Bildung e. V.