Ein Gerät zum Umhängen ermöglicht es Menschen mit Hörbehinderungen seit Anfang 2004, Ratssitzungen besser verfolgen zu können. Es überträgt auf magnetischem Wege den Sitzungsverlauf direkt auf individuelle Hörgeräte. Insgesamt gibt es zehn mobile Geräte, die ausgeliehen werden können. Die Rathaus-Wachtmeister halten sie direkt vor dem Eingang zur Tribüne bereit.

Wenn Sie ein Gerät ausleihen möchten, müssen Sie lediglich Ihren Ausweis hinterlegen. Das Ausleihen ist kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich.

Eine indukTive Höranlage überträgt Tonsignale magnetisch auf Hörgeräte. Innerhalb der induktiven Hörschleife kann sich dann jede Hörgeräteträgerin und jeder Hörgeträteträger frei bewegen. Ein problemloser Empfang ist möglich, wenn am Hörgerät die Schalterstellung auf "T" (wie Telefonspule) steht. Um darauf auch optisch aufmerksam zu machen, wird im Wort "indukTiv" das "T" groß geschrieben.

Technische Hintergründe

Ein Vorteil induktiver Höranlagen ergibt sich vor allem in lauter Umgebung oder bei starkem Hall in großen Räumen. Alle übertragenen Informationen erreichen das Ohr des Hörgeräteträgers vollkommen unverzerrt. Es gibt keinerlei Beeinflussung vom Abstand zur Darbietung oder von sonstigen Hintergrundgeräuschen. Lautsprecheranlagen für Hörgeräteträger führen meist zu einer Verschlechterung der Verständlichkeit, da mit dem Hörgerät eine mehrfache Verstärkung entsteht. Da bei der Umschaltung der Hörgeräte auf die Schalterstellung "T" meist das Mikrofon der Hörgerätes ausgeschaltet ist, ist der Empfang ohne störende Nebengeräusche möglich.

Bereits seit über 60 Jahren gibt es die Technik der induktiven Übertragung auf Hörgeräte. Sie wurde seinerzeit entwickelt, um das elektromagnetische Streufeld des Telefonhörers aufzufangen, um auf diese Weise Schwerhörigen das Telefonieren zu ermöglichen. Seit dieser Zeit heißt die in das Hörgerät eingebaute Empfangsspule "Telefonspule". Diese Spule lässt sich darüber hinaus auch nutzen, wenn in öffentlichen Räumen induktive Höranlagen eingebaut sind.

Die Lautstärke des Sprachsignals am Ohr muss oberhalb der eigenen Hörschwelle liegen, aber unterhalb der Grenze, ab der das Signal als unbehaglich empfunden wird. Die Spanne der möglichen Dynamik ist dabei meist relativ gering (um 30 Dezibel). Hörgeräteherstellerinnen und -hersteller haben sich deshalb weltweit auf eine einheitliche Empfindlichkeit der "Telefonspule" innerhalb der Geräte geeinigt. Der individuelle Hörverlust wird anschließend im Hörgerät ausgeglichen.