Sanierungs- und Neuordnungsbereich Parkstadt Süd

Der Strukturwandel der seit mehr als 100 Jahren industriell und gewerblich genutzten Flächen außerhalb des Eisenbahnrings schreitet voran. Noch sind die Flächen zwischen Luxemburger Straße und Rheinufer die letzte Barriere, um den Inneren Grüngürtel bis an den Rhein zu vollenden.

Das rund 115 Hektar große Untersuchungsgebiet erstreckt sich südlich des innerstädtischen Eisenbahnringes vom Rhein bis zur Luxemburger Straße. Es wird im Süden begrenzt durch den Straßenzug Schönhauser Straße, Marktstraße, Kierberger Straße und nach einem Versprung im Vorgebirgspark nach Norden bis zur Vorgebirgsstraße weiter über Am Vorgebirgstor, Höninger Weg und Hans-Carl-Nipperdey-Straße. Das Gebiet liegt in den Stadtteilen Bayenthal, Raderberg, Zollstock und Sülz. Es umfasst die Flächen der früheren Dom-Brauerei an der Alteburger Straße, des einstigen Güterbahnhofs Bonntor und des Kölner Großmarktes (der noch bis zum Jahr 2020 seinen angestammten Platz behalten wird), aber auch Flächen am Südstadion, am Eifelwall und am Gleisdreieck Süd/Höninger Weg.

Informationen zum weiteren Verfahren des als "Parkstadt Süd" bezeichneten Gebietes
Großmarktverlagerung

Vorbereitende Sanierungsuntersuchung

Im Mai 2008 hatte der Rat beschlossen, das Gebiet zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten erhebliche funktionale Schwächen und städtebauliche Missstände, weshalb hier ein Sanierungsgebiet entstehen sollte.

Mit der vorbereitenden Sanierungsuntersuchung nach § 141 des Baugesetzbuches wollten wir Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit einer Sanierung gewinnen. Dabei stellten wir die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele zur Raumentwicklung dar.

Der Untersuchungsraum in zentraler Lage ist mit rund 1.700 Einwohnerinnen und Einwohnern gering besiedelt. Die Flächenanalyse ergab eine umfassende ungeordnete städtebauliche Situation mit vielen Brachflächen sowie Minder- und Falschnutzungen. Diese sind verbunden mit erheblichen Funktionsstörungen und -schwächen.

Aufgrund des Ratsbeschlusses zur Verlagerung des Großmarktes ist beabsichtigt, diese Fläche ab 2020 für neue Nutzungen zur Verfügung zu stellen, wie auch die Flächen des angrenzenden vormaligen Güterbahnhofs Bonntor. Die ehemaligen Grundstücke der Dom-Brauerei wurden bereits geräumt. Um diese Problemlagen zu beheben, hatten wir vorgeschlagen, ein Sanierungsgebiet nach § 142 des Baugesetzbuches förmlich festzulegen.

Entwicklungskonzept südliche Innenstadt-Erweiterung (ESIE)

© Stadt Köln
Bestehende Grünverbindung von der Bonner Straße zur Koblenzer Straße

Auf Grundlage der vorbereitenden Sanierungsuntersuchung und abgeleitet aus einem Drei-Zonen-Modell (von 2003) zur Neuordnung des Großmarkt-Areals sowie unter Berücksichtigung des städtebaulichen Masterplans Innenstadt von Professor Albert Speer wurde von uns der Entwurf eines Entwicklungskonzeptes südliche Innenstadt-Erweiterung (ESIE) erarbeitet.

Erste Zielsetzung ist dabei die Fortführung des Inneren Grüngürtels mit einer angemessenen Breite bis zum Rhein.

Der neue Innere Grüngürtel soll zukünftig städtebaulich gefasst werden mit Dienstleistungs- und Wohnnutzungen im Norden entlang des Eisenbahnrings. An der denkmalgeschützten und zu erhaltenden Großmarkthalle kann als "Parkstadt" ein neues Wohnviertel entstehen. Auf den ehemaligen Brauereiflächen schlagen wir eine neue Wohnbebauung und den Neubau einer weiterführenden Schule vor.

Ablauf des Verfahrens

Der Beschluss des Rates, die vorbereitende Sanierungsuntersuchung einzuleiten, wurde im November 2008 im Amtsblatt veröffentlicht.

Im Dezember 2011 wurde die Beschlussvorlage mit den Ergebnissen der Sanierungsuntersuchung in den Stadtentwicklungsausschuss eingebracht und von dort in die Bezirksvertretungen Rodenkirchen und Innenstadt verwiesen.

Im März 2012 fand eine Öffentlichkeitsbeteiligung statt, in der Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen, nachfragen, diskutieren und eigene Anregungen oder Bedenken sowie Planungsvorstellungen einbringen konnten. Dort wurden auch die Untersuchungsergebnisse und das Entwicklungskonzept vorgestellt.

Da die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung sämtlichen an der Beratung und Beschlussfassung beteiligten Gremien, so auch dem Rat, vorgelegt wurden, flossen sie in das Beschlussverfahren zu den Untersuchungsergebnissen und dem Entwicklungskonzept ein.

Zum Abschluss der Beratungen hat der Rat im September 2012 die Ergebnisse der vorbereitenden Sanierungsuntersuchung zur Kenntnis genommen und das Entwicklungskonzept südliche Innenstadt-Erweiterung ohne Änderungen als Grundlage für die räumliche Neuordnung des Untersuchungs- und Planungsraumes beschlossen. Weiterhin beauftragte der Rat die Verwaltung, für das als Ergebnis der vorbereitenden Untersuchung vorgeschlagene Sanierungsgebiet eine Beschlussvorlage zur förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes nach § 142 Absatz 3 des Baugesetzbuches vorzulegen.

Daraufhin wurde im Juni 2013 der Satzungsbeschluss zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes "Entwicklungsbereich südliche Innenstadt-Erweiterung-ESIE- in Köln-Bayenthal, Raderberg, Zollstock und Sülz" gefasst. Im Juli 2013 wurde diese Satzung veröffentlicht und damit der Satzungsbeschluss rechtskräftig.

Umfassende Informationen zu der vorbereitenden Untersuchung und zum Entwicklungskonzept südliche Innenstadt-Erweiterung (ESIE) finden Sie hier:

Dokumente und Pläne, Ergebnis Öffentlichkeitsbeteiligung

Kontakt

Wir stehen Ihnen bei Fragen und für weitere Auskünfte unter der Telefonnummer 0221 / 221-24675 gerne zur Verfügung.

Amt für Stadtentwicklung und Statistik