Erinnerung an Zwangsarbeiter, jüdische Familie, Roma und Sinti

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt am 20. und 21. März 2013 an 20 Orten in Köln insgesamt 32 Stolpersteine. Auf drei von ihnen weist das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln hin.

Wegen angeblichen Kontakts zu einer deutschen Frau haben die Nationalsozialisten den polnischen Zwangsarbeiter Edward Margol im Alter von 19 Jahren am 15. Januar 1943 ohne Gerichtsverhandlung in Fühlingen hingerichtet. Über die Lebensgeschichte von Margol ist nur wenig bekannt. Zwei Jahre lang arbeitete er auf Gut Fühlingen, die Umstände, die zur Anzeige führten, sind ungeklärt. Obwohl diese zurückgezogen wurde, wollte die Kölner Gestapo ein Exempel statuieren.

Die Synagogen-Gemeinde Chorweiler hat die Geschichte Margols 2010 im Rahmen des "Lokalen Aktionsplans Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" recherchiert. Zur Erinnerung an den Zwangsarbeiter verlegt Gunter Demnig am Mittwoch, 20. März 2013, um 15 Uhr an der Neusser Landstraße/Ecke Roggendorfer Weg in Fühlingen einen Stolperstein. An der Zeremonie nehmen der polnische Vize-Konsul Andrzej Dudzinski und Cornelie Wittsack-Junge, Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Chorweiler, teil.

Dr. Salli Moses (1861 bis 1945) war über 40 Jahre am jüdischen Krankenhaus in Ehrenfeld und lange auch am katholischen Sankt Franziskus-Hospital tätig. Er amtierte mehrmals als Vorsitzender des Kölner Allgemeinen ärztlichen Vereins und wurde 1931 zum Vorsitzenden der Vereinigung westdeutscher HNO-Ärzte berufen. Seine Frau Louise, geborene Rothschild, war Vorstandsmitglied des Kölner Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen. Paul Moses, der Sohn des Ehepaars, wurde ebenfalls Arzt, die Tochter Elisabeth arbeitete als promovierte Kunsthistorikern am städtischen Kunstgewerbemuseum. Die Familie konnte 1936 in die USA emigrieren.

Elisabeth Moses lebte in der Elisenstraße, in unmittelbarer Nähe des EL-DE-Hauses, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder. Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine für die Familie auf Initiative des Kölnischen Stadtmuseums am Donnerstag, 21. März 2013, um 11 Uhr in der Elisenstraße 3, Köln-Innenstadt.

Heinrich Himmler befahl am 16. Dezember 1942, die sogenannten "Zigeuner" aus dem Deutschen Reich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu deportieren. Daran erinnerte der allererste von Gunter Demnig in Köln verlegte Stolperstein, den er am 50. Jahrestag des Befehls Himmlers in Kooperation mit dem Verein Rom e. V. mit einer Kunstaktion vor dem Historischen Rathaus in den Boden einließ. In der Messingplatte auf dem Stolperstein waren die ersten Worte des Erlasses von 1942 aufgebracht. Der Stolperstein unterschied sich von anderen, denn der Hohlkörper enthielt den gesamten Text des Erlasses.

Unbekannte brachen den Stolperstein 2010 heraus und entwendet ihn. Erst jetzt konnte mit dem Berliner Verleger Stefan Graf Finck von Finckenstein ein Pate für die Wiederverlegung dieses Stolpersteins gefunden werden. Demnig verlegt ihn am Donnerstag, 21. März 2013, um 14:30 Uhr vor dem Historischen Rathaus. Bürgermeister Hans-Werner Bartsch richtet bei der Verlegung ein Grußwort an die Gäste.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit