Köln geht als erste Millionenstadt Verpflichtung zu Kinderrechten ein

© Benjamin Horn
von links: Unicef Deutschland, Geschäftführer Christian Schneider, Kölns Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein, Dr. Heide-Rose Brückner, Verein "Kinderfreundliche Kommunen" e. V., Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Anne Lütkes, Vorstand "Kinderfreundliche Kommunen" e. V.

Köln ist die erste Millionenstadt Deutschlands, die sich den Kinderrechten verpflichtet. Mit einem Aktionsplan hatte sich die Stadt beworben und wurde am Dienstag, 20. Februar 2018, im Kölner Rathaus von der Initiative "Kinderfreundliche Kommunen" des Deutschen Komitees für UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerks mit dem Siegel für Kinder- und Jugendfreundlichkeit ausgezeichnet.  

Oberbürgermeisterin Henriette Reker freute sich, das Siegel entgegen nehmen zu können:

Köln ist die erste Großstadt Deutschlands, die das Siegel "Kinder- und jugendfreundliche Kommune" erhält. Das erfüllt mich mit Freude und Stolz. Die Zukunft der Kinder und Jugendlichen – und damit die Zukunft Kölns – hängt entscheidend davon ab, dass sie von klein auf die Zuwendung, Unterstützung und Förderung erfahren, um ihre Zukunft selbst gestalten zu können Und das unabhängig davon, in welchem Umfeld sie aufwachsen. Kinderfreundlichkeit und die Partizipation der jungen Generation wird bei der Stadt dezernatsübergreifen weiterentwickelt werden. Dazu legen wir gerade die Strukturen, beispielsweise durch das neue Jugendbüro aber insbesondere auch durch die Einbeziehung der Führungskräfte aller Dezernate und Ämter für dieses Anliegen. Jeder soll in seinem Wirkungskreis diesen Aspekt mitnehmen. Kinder und Jugendliche sollen ihre Ideen einbringen und partizipieren können, immer dann, wenn es um ihre Belange geht.  

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, beglückwünschte die Stadt Köln zur Verleihung des Siegels als kinderfreundliche Kommune:

Ob die Rechte von Kindern verwirklicht werden, entscheidet sich in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Städte und Gemeinden sind deshalb Schlüsselpartner bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Als kinderfreundliche Kommune zeigt Köln vorbildhaft, wie Interessen von Kindern auf lokaler Ebene berücksichtigt werden können,

betonte er. Darüber hinaus unterstrich er die Notwendigkeit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz:

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie haben andere Bedürfnisse und sind anderen Gefahren ausgesetzt. Deshalb sollten ihre Rechte auch im Grundgesetz ausdrücklich verankert werden. Ich freue mich daher sehr, dass wir im Entwurf des Koalitionsvertrags eine Einigung über die Verankerung eines Kindergrundrechts im Grundgesetz erzielt haben,

so Dr. Kleindiek.  

Es ist heute ein besonderer Tag,

sagt Anne Lütkes, Vorstandsvorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen.

Schließlich hat Köln einen eindrucksvollen Aktionsplan vorgelegt mit Maßnahmen, die in den nächsten drei Jahren mit Kindern und Jugendlichen zusammen umgesetzt werden sollen. Damit entspricht die Stadt Köln der Verpflichtung zur Umsetzung der Kinderrechte aus der UN-Kinderrechtskonvention. Gern ist der Vorstand des Vereins Kinderfreundliche Kommunen dem Votum der Sachverständigenkommission nachgekommen, für diesen engagierten Aktionsplan das Siegel zu vergeben. Wir freuen uns, dass eine Stadt mit über eine Million Einwohnern und davon rund 15,5 Prozent Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre unsere Initiative bereichert,

betont Anne Lütkes.

Nach einem Ratsauftrag hat die Verwaltung einen Aktionsplan "Kinder- und jugendfreundliche Kommune" erstellt mit folgenden Zielen:

  • Vorrang des Kindeswohls und der Kinderrechte in allen Verwaltungsebenen
  • Partizipation von Kindern und Jugendlichen
  • Kinderfreundliche Rahmengebung und
  • Information über Kinderrechte  

Der Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, begrüßt den Kölner Aktionsplan:

Er betont erfreulich stark Strukturen in Politik und Verwaltung, die eine langfristige und nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderfreundlichkeit ermöglichen und absichern. Kindern und Jugendlichen werden dabei an verschiedenen Stellen Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt. 

Innerhalb der kommenden drei Jahre soll der Plan in konkretes Handeln umgesetzt werden. Seit einigen Jahren schon erfolgt die Neu- und Umplanung von Spielplätzen gemeinsam mit den künftigen Nutzern, das zu großer Zufriedenheit nach der Fertigstellung geführt hat. Dieses Erfolgsmodell der Partizipation von Kindern und Jugendlichen soll auf möglichst alle Bereich ausgeweitet werden, wie die Interessen der jüngsten in der Stadt betroffen sind.  

Zeitnah soll in Form eines Jugendbüros eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, wo sie auf Fachkräfte der Stadt und des Jugendrings treffen. Sie können sich informieren, beraten lassen und sich an Maßnahmen und Projekten beteiligen. Unterstützung erhalten sie von zahlreichen Ämtern aus der Stadtverwaltung und Trägern der freien Jugendhilfe. Für das Jugendbüro sind derzeit zweieinhalb Stellen ausgeschrieben und die Stadt ist auf der Suche nach passenden Räumlichkeiten.  

Im Jugendbüro soll auch das nächste konkrete Projekt mit dem Titel "Geld in die Hand von Kindern und Jugendlichen" umgesetzt werden. Jugendliche aus der ganzen Stadt sind aufgefordert, zukünftig, Ideen zu entwickelt und ihre Vorhaben auch selbst umzusetzen. Für jeden Stadtbezirk stehen hierfür Partizipationsmittel in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung. Aber auch darüber hinaus sollen sich Kinder und Jugendliche als Experten für ihre eigenen Belange beteiligen können. Ab dem 20. Februar 2018 kündigt die Kampagne von Jugendlichen für Jugendliche "Hallo I bims! Dein Kinder- und Jugendbüro kommt" die zukünftigen Beteiligungsmöglichkeiten an. Eine Woche lang hängen Cityposter in der Stadt und Miniposter den Fahrzeugen der Kölner Verkehrs-Betriebe.

Weitere Informationen

Aktionsplan - Kinder- und jugendfreundliches Köln
PDF, 2060 kb
UNICEF verwirklicht Kinderrechte: Im Einsatz für Kinderrechte Kinderrechte ins Grundgesetz Kinderfreundliche Kommune
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit