Preisverleihung an Professor Dr. Vaira Vike-Freiberga am 12. Dezember 2010

Die Stadt Köln vergibt in diesem Jahr den Konrad-Adenauer-Preis an Professor Dr. Vaira Vike-Freiberga. Die ehemalige Staatspräsidentin von Lettland engagierte sich sehr für einen EU-Beitritt ihres Landes und den Eintritt in die Nato. Mit der Auszeichnung sollen ihre Verdienste für den Aufbau der Demokratie in Lettland und ihr Engagement als entschlossene Europäerin geehrt werden.

Die feierliche Preisverleihung findet am Sonntag, 12. Dezember 2010, im Historischen Rathaus statt.

Über die Vergabe des Preises an Professor Dr. Vaira Vike-Freiberga hat das Kuratorium Konrad-Adenauer-Preis unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Jürgen Roters entschieden. Dem Kuratorium gehören neben dem Oberbürgermeister die vier Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Konrad Adenauer als Sponsorenvertreter und ein Vorstandsvertreter der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf an. Ein Beirat, der mit namhaften Persönlichkeiten aus Architektur, Kultur, Politik, Wirtschaft, Medien, Industrie und Hochschule besetzt ist, hat das Kuratorium fachlich beraten.

Oberbürgermeister Jürgen Roters:

Es ist für mich eine große Freude, in diesem Jahr einer Frau den Konrad-Adenauer-Preis verleihen zu dürfen, die sich in gleicher Weise für ein geeintes Europa einsetzt wie Konrad Adenauer zu seiner Zeit. Für Konrad Adenauer war Europa ein "Haus der Freiheit", dem nach seiner Auffassung nicht alleine Westeuropa angehören sollte, sondern auch die Länder Osteuropas. Seine Erwartungen an Europa wurden übertroffen, da die europäische Familie freier und demokratischer Nationen in einem Tempo und einem Ausmaß gewachsen ist, wie er es nicht zu hoffen gewagt hätte. Engagierten Europäerinnen wie Frau Vike-Freiberga ist es zu verdanken, dass wir heute auch im Osten von Europa Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit haben und der Achtung der Menschenrechte ein bedeutendes Stück näher gekommen sind.

Die Stadt Köln hat den Konrad-Adenauer-Preis im Jahr 2002 zum Gedenken an die großen Verdienste Konrad-Adenauers gestiftet. Erster Preisträger war 2004 Raymond Barre, ehemaliger Bürgermeister von Lyon, Premierminister Frankreichs und Vizepräsident der Europäischen Kommission. 2006 bekam Traian Bâsescu, Staatspräsident von Rumänien und vormals erster direkt gewählter Oberbürgermeister der Stadt Bukarest, die Auszeichnung. 2008 ging der Preis an Professor Dr. Leoluca Orlando, den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Palermo, der europaweit durch sein Engagement gegen die Mafia und gegen Korruption bekannt wurde.

Mit dem Konrad-Adenauer-Preis werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen, wie es Adenauer zu seiner Zeit getan hatte. Alle zwei Jahre würdigt die Stadt Köln daher "innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa." (§ 1 der Satzung für die Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises). Diese drei Bereiche spiegeln das Lebenswerk von Konrad Adenauer als Kommunalpolitiker, Staatsmann und überzeugtem Europäer wider.

Konrad Adenauer, 1876 bis 1967, war von 1917 bis 1933 sowie 1945 Oberbürgermeister von Köln. Er hat durch zukunftsweisende Entscheidungen das Stadtbild, die Wirtschaftsstruktur sowie die moderne Stadtkultur von Köln geprägt. So zählen die Neugründung der Universität, die Umgestaltung des früheren Festungsgeländes zum Grüngürtel, die Wiederbelebung der Kölner Messe, die Erweiterung des Rheinhafens, der Bau einer weiteren Rheinbrücke, die Ansiedlung der Ford-Werke, der Bau des Flughafens Butzweiler Hof und der Bau der ersten deutschen Autobahn zwischen Köln und Bonn zu seinen Verdiensten. Am 4. Januar 1951 verlieh der Rat der Stadt Köln Konrad Adenauer gemeinsam mit dem früheren Vorsitzenden und Mitbegründer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hans Böckler, die Ehrenbürgerwürde, die höchste Ehrung, die die Stadt Köln zu vergeben hat.

Als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, 1949 bis 1963, sorgte Adenauer für grundlegende Weichenstellungen, die bis heute die innere Struktur und die außenpolitische Orientierung der Bundesrepublik Deutschland bestimmen. Das europäische Einigungswerk ist aufs engste mit seinem Namen verbunden. Der spätere Bundeskanzler Willy Brandt bezeichnete Adenauer 1967 als

Architekt der Bundesrepublik Deutschland, als Staatsmann von europäischem Rang und Persönlichkeit von geschichtlicher Größe.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit