Oberbürgermeister Jürgen Roters verlieh Auszeichnung an Dr. h.c. Petra Roth

Die frühere Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Dr. h.c. Petra Roth, ist Preisträgerin des Konrad-Adenauer-Preises der Stadt Köln 2012. Oberbürgermeister Jürgen Roters überreichte seiner ehemaligen Amtskollegin am Donnerstag, 6. September 2012, die Auszeichnung bei einem Festakt im Rathaus. Die Stadt Köln ehrt damit eine herausragende Persönlichkeit und bedeutende Kommunalpolitikerin Deutschlands.

In seiner Rede betonte Oberbürgermeister Jürgen Roters, dass Petra Roth es wie kaum eine andere geschafft habe, auf eine sie auszeichnende, sehr unkonventionelle Art die Belange Frankfurts wie auch anderer Kommunen zu vertreten:

Ihr Name steht für Energie, Durchsetzungsvermögen und Gradlinigkeit. Auch in unpopulären Themen haben Sie klar Position bezogen und diese öffentlich vertreten. Sie haben stets den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gesucht und in Diskussionen Überzeugungsarbeit geleistet. Frankfurt hat mit ihnen einen rasanten Wandel durchlebt und sich zu einer toleranten und liberalen internationalen Bürgerstadt entwickelt.

Als Präsidentin des deutschen Städtetages habe die Preisträgerin daneben für ein neues Verständnis von Kommunalpolitik geworben und den deutschen Kommunen eine Stimme gegeben, die auch auf Bundesebene wahrgenommen werde, so Roters weiter.

In seiner Laudatio bezeichnete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Politikerin und als Inbegriff eines erfolgreichen Stadtoberhaupts. Sie habe Frankfurt nach Krisen zu einer neuen Identität verholfen:

Ihre psychologisch größte Leistung ist, dass die Bürgerschaft sich mit der Stadt nicht nur angefreundet, sondern mit ihr identifiziert hat. Petra Roth war eine glänzende Repräsentantin. Und eine Verkörperung von Glanz tut einer Stadt und dem Städtetag gut, davon haben wir zu wenig!

Des Weiteren stellte Ude ihre beispielhafte Arbeit für Integration in den Bereichen Gesundheit, Religionen und Migranten in den Mittelpunkt und lobte Roth als engagierte Europäerin.

In ihrer Dankesrede ging Dr. h.c. Petra Roth auf die europäische Verpflichtung von Städten ein:

Fährt man heute durch Europa, passiert man kaum noch ein Ortsschild, an dem nicht eine Tafel von den Partnerschaften auf dem ganzen Kontinent kündet, jede davon ein Knoten in diesem Netz. Hier wurde und wird tagtäglich die europäische Einigung praktiziert, gelebt und damit erfahrbar gemacht.

Auch angesichts der Eurokrise sei sie felsenfest davon überzeugt, dass das Netzwerk von Beziehungen stärker sein werde:

Selbst wenn das Dach ein paar Löcher kriegt, und einmal ein kalter Wind hindurch pfeift, werden die Mauern und Streben dieser Freundschaften der Bürgerinnen und Bürger halten.

Roth appellierte, die Entwicklung von Metropolregionen voranzubringen wie es Greater London, Grand Lyon und Grande Milano zeigten. Eine umfassende kommunale Neuordnung, um urbane Großregionen auch unter Überschreitung oder Abschaffung von Ländergrenzen zu schaffen, sei ein Projekt von europäischer Bedeutung.

Die Stadt Köln hatte den Konrad-Adenauer-Preis im Jahr 2002 zum Gedenken an die großen Verdienste Konrad-Adenauers gestiftet. Erster Preisträger war 2004 Raymond Barre, ehemaliger Bürgermeister von Lyon, Premierminister Frankreichs und Vizepräsident der Europäischen Kommission. 2006 bekam Traian Bâsescu, Staatspräsident von Rumänien und vormals erster direkt gewählter Oberbürgermeister der Stadt Bukarest, die Auszeichnung. 2008 ging der Preis an Professor Dr. Leoluca Orlando, den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Palermo, der europaweit durch sein Engagement gegen die Mafia und gegen Korruption bekannt wurde. Im Jahr 2010 wurde der Preis der ehemaligen lettischen Staatspräsidentin, Professorin Dr. Vaira Vike-Freiberga, für ihre Verdienste und ihr Engagement für die Osterweiterung Europas verliehen.

Mit dem Konrad-Adenauer-Preis werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen, wie es Adenauer zu seiner Zeit getan hatte. Alle zwei Jahre würdigt die Stadt Köln daher "innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa." (Paragraph 1 der Satzung für die Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises). Diese drei Bereiche spiegeln das Lebenswerk von Konrad Adenauer als Kommunalpolitiker, Staatsmann und überzeugtem Europäer wider.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit