OB Roters: "Herausragende Persönlichkeit und bedeutende Staatsfrau geehrt!"

Professorin Dr. Vaira Vīķe-Freiberga ist Preisträgerin des Konrad-Adenauer-Preises 2010.

Oberbürgermeister Jürgen Roters hat der ehemaligen lettischen Staatspräsidentin am heutigen Sonntag, 12. Dezember 2010, die Auszeichnung im Rathaus überreicht. Die Stadt Köln ehrte damit die lettische Politikerin für ihre Verdienste für den Aufbau der Demokratie in Lettland und ihr Engagement als entschlossene Europäerin. Laudator bei der feierlichen Preisverleihung war Professor Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission a. D. Im Rahmen des Festakts trugen sich Vaira Vīķe-Freiberga und Günter Verheugen in das Goldene Buch der Stadt Köln ein.

In seiner Rede bezeichnete Oberbürgermeister Jürgen Roters die Preisträgerin als herausragende Persönlichkeit und bedeutende Staatsfrau. Er sei stolz, ihr den Preis verleihen zu können:

Sie haben Ihr Heimatland in die Europäische Union geführt. Sie haben mit Ihrem Mut, Ihrem Engagement und Ihrem politischen Gespür dafür Sorge getragen, dass Ihr Land die im Jahr 1991 wirksam gewordene Unabhängigkeit von der Sowjetunion weiter verfestigen konnte. Dabei haben Sie sich nicht gescheut, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen, womit sie nicht nur Ihrem Land große Dienste erwiesen haben, sondern zugleich auch eine große Bereicherung für Europa waren und heute noch sind. Damit der von Konrad Adenauer erwähnte "Baum" auch weiterhin wachsen und gedeihen kann, sind starke Persönlichkeiten wie Sie vonnöten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen in den Dienst Europas stellen.

© Stadt Köln/Carsten Gruss

In seiner Laudatio lobte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Professor Günter Verheugen die Preisträgerin als besonders große Kämpferin für

Gerechtigkeit für die Unterdrückten in Europa, die der Westen vergessen hatte. Vaira Vīķe-Freibergas großes Thema ist die Gerechtigkeit.

In seiner Rede erinnerte Verheugen an den Lebensweg vom Flüchtlingskind zur Professorin von Psychologie in Montreal und schließlich zur Präsidentin des 1991 unabhängig gewordenen Landes Lettland, in das sie 1998 zurückkehrte. 1999 wurde sie erstmals zur Präsidentin gewählt.

Vaira Vīķe-Freiberga gehört zu denjenigen, die weiterdenken als an die nächste Wahl und die sich nicht scheut, übernotwendige Lasten und Opfer zu sprechen, wenn man die Zukunft meistern will. Sie ist eine Persönlichkeit, die führt. Sie hat ihr Land in die Europäische Union und in die NATO geführt. Sie hat ihrem Land ein Gesicht gegeben,

so Verheugen weiter.

In ihrer Dankesrede sagte Professorin Dr. Vaira Vīķe-Freiberga, der Preis sei für Sie eine Ehre, die sie mit ihren Landsleuten in Lettland teile, deren Mut und Beharrlichkeit allen möglichen Widrigkeiten standhielten und dies auch heute noch täten:

Ich fühle mich geehrt, einen Preis zu erhalten, der nach einem der bedeutendsten Europäer aller Zeiten benannt ist.

Die Preisträgerin, die stellvertretende Vorsitzende in der "Reflexionsgruppe" der Europäischen Union ist, mahnte zugleich aber auch ein neues Konzept für Europa und mehr Gleichberechtigung unter den EU-Ländern an:

Das Europa nach der Krise braucht, wie seinerzeit das Nachkriegsdeutschland, ein neues Konzept von Größe und Erfolg und ein neues Verständnis seines eigenen Potenzials. Es muss die Lücke schließen zwischen seinen Erklärungen und Absichten einerseits und tatsächlichen Handlungen und Ergebnissen andererseits. Es muss anerkannt werden - in Worten und Taten - dass das Ganze nur dann mehr ist als die Summe seiner Teile, wenn alle Teile - egal ob groß, mittel oder klein - gleichen Respekt und gleiche Würde genießen und für alle genau die gleichen Regeln gelten.

Die Stadt Köln hat den Konrad-Adenauer-Preis im Jahr 2002 zum Gedenken an die großen Verdienste Konrad-Adenauers gestiftet.

Erster Preisträger war 2004 Raymond Barre, ehemaliger Bürgermeister von Lyon, Premierminister Frankreichs und Vizepräsident der Europäischen Kommission. 2006 bekam Traian Bâsescu, Staatspräsident von Rumänien und vormals erster direkt gewählter Oberbürgermeister der Stadt Bukarest, die Auszeichnung. 2008 ging der Preis an Professor Dr. Leoluca Orlando, den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Palermo, der europaweit durch sein Engagement gegen die Mafia und gegen Korruption bekannt wurde.

Mit dem Konrad-Adenauer-Preis werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen, wie es Adenauer zu seiner Zeit getan hatte. Alle zwei Jahre würdigt die Stadt Köln daher "innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa." (Paragraph 1 der Satzung für die Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises). Diese drei Bereiche spiegeln das Lebenswerk von Konrad Adenauer als Kommunalpolitiker, Staatsmann und überzeugtem Europäer wider.

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Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit