Bodenfunde, Umplanungen, Insolvenzen sind die Preistreiber

Die durchschnittliche Kostensteigerung bei Großbauprojekten unter Regie der Stadt Köln liegt aktuell bei rund 6,50 Prozent. Das geht aus einer städtischen Auswertung der Kostenentwicklung bei 24 Bauprojekten mit einem Kostenvolumen ab zehn Millionen Euro auf Anfrage der Ratsfraktion Die Linke hervor. Noch nicht berücksichtigt wurde dabei die Kostensteigerung bei der Sanierung der Bühnen, die sich noch nicht verlässlich beziffern lässt. Zu den Ursachen für die Kostensteigerungen gehören neben der bundesweiten Erhöhung des Baupreisindex um durchschnittlich 1,5 bis 2,5 Prozentpunkten pro Jahr auch gewünschte Umplanungen, Insolvenzen bei Zulieferern, aber auch archäologische Funde im Baugrund. Von Kostenerhöhungen ist maximal jedes zweite Großbauvorhaben mit entsprechend langer Bauzeit betroffen. Insgesamt summieren sich die Bauprojekte damit auf rund 722 Millionen Euro.  

Aufgrund des großen Projektvolumens liegen zwischen Baubeschluss und Fertigstellung von Großprojekten oft mehrere Jahre, in denen sich die Kosten schon allein durch die Baupreissteigerung zwangsläufig erhöhen. Darüber hinaus ist jedes Bauvorhaben mit Unwägbarkeiten verbunden, die trotz sorgfältigster Planung zu einer Kostenerhöhung führen können. So haben beispielsweise unter anderem archäologische Funde von ungeahnter Größe und historischer Bedeutung den Bau des Rheinboulevards nicht nur verzögert, sondern ihn auch teurer gemacht – die Kosten liegen 1,14 Millionen Euro über der Berechnung von 24,8 Millionen Euro bei Baubeschluss. Auch die Kosten für den Museumsbau über der archäologischen Zone sind nicht nur aufgrund der Änderung der Planung, sondern auch auch durch einen größeren Umfang der Grabungsarbeiten gestiegen, von 51, 7 Millionen Euro bei Baubeschluss auf 61,58 Millionen Euro.  

Die Insolvenzen am Bau beteiligter Unternehmen, Ersatzvornahmen, notwendige beschleunigende Maßnahmen sowie eine Wintereinhausung haben den Umbau der Flora 7,4 Millionen Euro teurer gemacht als die zunächst bezifferten 36 Millionen Euro. Auch der Umbau der östlichen Domumgebung war mit größerem Aufwand verbunden als erwartet: Die Kosten stiegen von 20,16 Mio. Euro auf 28,50 Mio. Euro. An der Ausschreibung der Bauleistung beteiligten sich wenige Bieter, deren Angebote bereits über der Kostenschätzung lagen, immer wieder mussten mit hohem Aufwand die Bauabläufe der komplexen Verkehrssituation im Domumfeld angepasst und umgeplant werden, Versorgungsleitungen, die auf keiner Karte verzeichnet waren, und archäologische Funde sorgten im Ergebnis ebenfalls für zusätzliche Kosten.        

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit