267 Fenster werden ausgetauscht - Temporäre Schließung der Design-Abteilung

Am 22. August startet im Museum für Angewandte Kunst (MAKK) die Sanierung der insgesamt 267 Fenster. Bis auf kleinere Einschränkungen bleibt das Museum während der gesamten Bauzeit geöffnet.   

Der erste Bauabschnitt betrifft die Design-Abteilung "Kunst + Design im Dialog", die voraussichtlich bis Ende Februar 2018 geschlossen bleibt. 2008 wurde die durch die Sammlung Prof. R.G. Winkler wesentlich erweiterte Design-Abteilung mit neuem Ausstellungskonzept wiedereröffnet. Das Konzept hat sich bewährt und genießt sogar eine europaweite Alleinstellung – Design wird nicht isoliert, sondern im Dialog mit Werken der Bildenden Kunst ausgestellt, also Mondrian und Rietveld. Das Konzept wie auch die Architektur bleiben bestehen.  

Für die Fenstersanierung müssen alle Exponate verlagert und die Ausstellungsaufbauten dort zurückgebaut werden, wo sie den Zugang zu den Fenstern verstellen. Dank einer akribischen Vorbereitung und Umstrukturierung der hauseigenen Depots können alle Objekte während der Bauzeit im Haus bleiben, so dass deren Sicherheit gewährleistet ist und auch zusätzliche Ausgaben für Transporte und Depot-Anmietungen vermieden werden können. Betroffen sind rund 250 Exponate – darunter sehr fragile Objekte oder auch Großobjekte, die allein schon wegen ihres Gewichts schwierig zu handhaben sind, wie zum Beispiel der "Frankfurter Hochhausschrank F1" mit Marmorsockel und ausgeklügeltem mechanischem Geheimfach.  

Aber auch in der Kategorie Sitzmöbel hat das MAKK mit unterschiedlichsten Objekten zu tun: Stahlrohrfreischwinger der Bauhaus-Ära von Marcel Breuer oder Ludwig Mies van der Rohe, Schichtholzmobiliar von Alvar Aalto oder Charles und Ray Eames sowie ungewöhnliche Kombinationen vom Metalldrahtstuhl eines Tom Dixon bis zum bronzenen Stuhlobjekt von Satyendra Pakhalé. Hinzu kommen Lampen, technische Geräte von Schreibmaschinen über Radios bis hin zu Fernsehern und Computern, Tafelgeschirre, Gläser, Bücher, Schränke, Tische, Vasen und was man sonst noch so alles aus dem Lebensumfeld kennt. Denn die Design-Sammlung des MAKK zeichnet sich durch innovative Produkte aus, die das private Lebensfeld prägen und den Geschmacks- und Technologiewandel der letzten 100 Jahre widerspiegeln.  

Die neuen Fenster werden den aktuellen musealen Vorgaben entsprechen, so dass die Schätze des Museums sowohl unter konservatorischen wie auch unter sicherheitstechnischen Aspekten optimal geschützt sind. Auch unter energetischen Gesichtspunkten garantieren die neuen Fenster eine Optimierung für die Klimatisierung der Ausstellungsräume. Im Falle des MAKK kommen die Auflagen des Denkmalschutzes hinzu. Denn das Gebäude von Rudolf Schwarz und Josef Bernard wurde 1957 als erster Museumsbau der Nachkriegszeit eröffnet und zählt heute zu den Architekturikonen Kölns. Deshalb muss die Nähe zu den Originalfenstern trotz neuer Sicherheitsmaßgaben möglichst erreicht werden.  

Anfang 2018 wird dann das Hauptgeschoss mit der Historischen Sammlung vorübergehend geschlossen. Seit 2017 laufen die Planungen für eine Neukonzeption der Historischen Sammlung, die seit knapp 30 Jahren unverändert präsentiert und dringend überarbeitet werden muss. Die Neuausrichtung der bedeutenden Sammlung des Kunsthandwerkes vom Mittelalter bis Art Deco soll nach der Fenstersanierung erfolgen. Damit einher geht dann auch die Erneuerung der überalterten lichttechnischen Anlage.  

Die Kosten für den Aus- und Einbau der Fenster im gesamten Haus belaufen sich auf knapp 3,7 Millionen Euro. Die Arbeiten werden nach jetzigem Planungsstand zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen.  

Das Museum wird zu keinem Zeitpunkt vollständig geschlossen sein. Die Sonderausstellungen wie "IM SPIELRAUSCH" (19. August 2017 bis 4. Februar 2018), "Kölner Design Preis (27. Oktober 2017 bis 19. November 2017), "Elisabeth Brockmann. FREIHEIT, RAUM UND LICHT" (24. Februar 2018 bis 8. April 2018) oder "#alleskönner. PETER BEHRENS ZUM 150. GEBURTSTAG" (17. März bis 1. Juli 2018) sind geöffnet, zudem finden zahlreiche Veranstaltungen statt, über die auf der Internetseite des MAKK informiert wird.  

Am 19. und 20. August, dem letzten Wochenende vor der vorübergehenden Schließung der Design-Abteilung, lädt das MAKK bei freiem Eintritt in die Ständigen Sammlungen ein.  

Für die Wiedereröffnung der Design-Abteilung Ende Februar 2018 werden nicht nur mehrere hochkarätige Objekte integriert, die bislang nicht ausgestellt sind, sondern auch zusätzliche Vermittlungsangebote für die ganze Familie präsentiert.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit