"Burglind" verursacht in Köln erhebliche Schäden

© Stadt Köln

Das Sturmtief "Burglind" hat am heutigen Mittwoch, 3. Januar 2018, erhebliche Schäden in Köln verursacht.

Berufsfeuerwehr im Dauereinsatz
Bis 13:30 Uhr wurden der Feuerwehr Köln insgesamt 387 wetterbedingte Schäden gemeldet, von denen bereits mehr als die Hälfte vollständig abgearbeitet ist. 220 Kräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr arbeiten derzeit die Schäden ab – die Dringlichkeit wurde von Erkundungskräften priorisiert. Ein Schwerpunkt der Einsatzmaßnahmen ist nach wie vor die Beseitigung von Bäumen und Ästen im Bereich der Straßen, aber es gab auch zahlreiche andere Einsätze:

In der Wiersbergstraße in Kalk wurde das Dach der Turnhalle der Kaiserin-Theophanu-Schule stark beschädigt und teilweise abgedeckt. Teile stürzten in die dritte Etage eines benachbarten Wohnhauses. Verletzt wurde niemand, die Häuser wurden abgesichert. Auf dem Höhenberger Ring wurde bei einem Unfall, bei dem zwei PKW mit Bäumen kollidierten, eine Person leicht verletzt. Auf dem Deutzer Ring stürzte eine Oberleitung auf einen LKW. Die Oberleitung wurde geerdet und alle Beteiligten blieben unverletzt. In der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld stürzte eine Baumkrone auf ein Dach im Hinterhof. Der Bereich wurde abgesperrt. Auf der Zoobrücke mussten Absperrgitter befestigt werden, die auf die Straße ragten und umzustürzen drohten. In einem Asylheim in der Eygelshovener Straße wurde das Dach eines Wohncontainers abgerissen. Es wurde niemand verletzt und die Container können weiterhin bewohnt werden. In der Vogteistraße droht eine 25 Meter hohe Linde durch die Sturmeinwirkungen umzustürzen. Angrenzende Wohngebäude wurden geräumt und die Fällung der Linde vorbereitet.

Große Schäden auf Kölner Sportanlagen
In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen sind vielerorts Bäume umgestürzt, die auf Sportanlagen Zaunanlagen, Gebäude und Sportbeläge in Mitleidenschaft gezogen haben. Am stärksten wurden die Stadtteile Kalk und Höhenberg getroffen. Im Sportpark Höhenberg muss die vom TuS Köln rechtsrheinisch genutzte Anlage bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt werden. Auch im restlichen Stadtgebiet muss in den nächsten Tagen noch mit Einschränkungen des Sportbetriebs gerechnet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sportamtes arbeiten mit Hochdruck daran, die Verkehrssicherheit auf den Sportanlagen wieder herzustellen. Auf der Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See sind bis auf umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste keine weiteren Schäden (insbesondere Hochbauschäden) zu verzeichnen. Auch im Sportpark Müngersdorf ist der Sportbetrieb nicht beeinträchtigt.

Etliche städtische Gebäude wurden beschädigt
Schäden gibt es an mindestens neun Kindertagesstätten: Abgebrochene Äste und Bäume stürzten auf das Dach der Kita Hovenstraße, neben der Kita Burgwiesenstraße stürzte ein Baum der Nachbarschule auf das Gerätehaus der Kita und an der Kita St.-Tönnis-Straße wehte ein großes Blech vom Dach.

Auch an neun Schulen hat "Burglind" Spuren hinterlassen: So wurde am Gymnasium Thusneldastraße ein Baum gespalten und Äste brachen ab. An der Realschule Euskirchener Straße löste sich ein Teil des Daches. An der Hauptschule Nürnberger Straße fielen Dachpfannen herunter. An der Vietorstraße wurde eine Dachluke beschädigt. An der Burgwiesenstraße beschädigte ein abgebrochener Platanenast einen Zaun und versperrte den Gehweg. An der am schlimmsten betroffenen Schule, dem Kaiserin-Theophanu-Gymnasium in Kalk, wurden ein Flachdach und Dachziegel am Hauptgebäude beschädigt sowie ein Klimagerät, ein Blitzschutz und ein Pavillon.

Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste im gesamten Stadtgebiet
Das Sturmtief hat zu hohen Verlusten an Straßenbäumen, in Parkanlagen und auf Friedhöfen geführt. Derzeit konzentrieren sich die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünunterhaltung - unterstützt von beauftragten Baumpflegefirmen – vor allem noch darauf, akute Unfallgefahren wie teilentwurzelte Bäume und umgestürzte Bäume zu beseitigen. Bisher liegen keine Meldungen über Verletzte infolge von umgestürzten Bäumen oder herabgefallenen Ästen vor.

Ein Schadensschwerpunkt ist der Bereich Äußerer Grüngürtel/Militärring. Hier sind rund 70 Bäume vom Sturm teilentwurzelt, hängen in anderen Bäumen beziehungsweise sind umgestürzt. Das Gebiet ist weiträumig abgesperrt.
Ein besonderer Schwerpunkt im Straßenraum war der Bereich Ehrenfeldgürtel und Melatengürtel, wo mehrere Stämmlinge beziehungsweise Kronenteile von Platanen auf die Straße gefallen waren. Die Rheinuferstraße, die Severinsbrücke und der Militärring waren in den frühen Morgenstunden wegen umgestürzter Bäume kurzfristig gesperrt.

Größere Schäden wurden auch auf mehreren Friedhöfen wie beispielsweise dem Ostfriedhof festgestellt. Einzelne Friedhöfe wurden aufgrund der Sturmschäden geschlossen, alle Beisetzungen fanden jedoch statt. Wegen Schadensbewertungen und -beseitigungen müssen am morgigen Donnerstag, 4. Januar 2018, die Friedhöfe Kalk, Mülheim, Ostfriedhof, Junkersdorf und Weiden alt noch geschlossen bleiben. Die vier vorgesehen Beisetzungen können stattfinden, die Besucher dieser Beisetzungen werden über den Friedhof begleitet und müssen ihn im Anschluss wieder verlassen.

Im städtischen Forst lag der Schadensschwerpunkt im Stadtteil Brück/Brücker Heide bis Dellbrück. Im Bereich der Brücker Hardt und Brücker Heide sind alle Waldwege versperrt.
Im gesamten Stadtgebiet sind Wege in Grünanlagen und Parks sowie auf Friedhöfen teilweise versperrt. Die Aufräumarbeiten werden mindestens noch die nächste Woche in Anspruch nehmen.

Die Stadt Köln warnt Bürgerinnen und Bürger davor, abgesperrte Bereiche zu betreten, und ruft dazu auf, Wälder und öffentliche Grünanlagen, Parks und Friedhöfe in den nächsten Tagen zu meiden. Es können auch nach dem Sturm noch Bäume umstürzten und an- oder abgebrochene Äste aus den Kronen der Bäume herausbrechen und herunterfallen.
Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen bittet die Bevölkerung, beschädigte oder umgestürzte öffentliche Bäume an die Stadt Köln zu melden, per E-Mail an das Grünflächenamt.

E-Mail an das Grünflächenamt

Viele Straßen mussten zeitweise gesperrt werden
Die Stadt Köln musste wegen des Unwetters etliche Straßen sperren: Wegen umgestürzter Bauzäune wurden die Fußgänger- und Radwege auf der Zoobrücke in Fahrtrichtung Buchheim gesperrt, in den letzten Stunden konnten die zuständige Fachfirma und das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau bereits wieder einen verkehrssicheren Zustand herstellen. Die Rheinuferstraße/Konrad-Adenauer-Ufer musste in Höhe des Zoos ebenso wie die Vogelsanger Straße in Köln-Ehrenfeld sowie die Severinsbrücke temporär gesperrt werden. Durch den Sturz einer Oberleitung auf einen LKW kam es auf dem Deutzer Ring zu Verkehrseinschränkungen. Zurzeit ist der Dellbrücker Mauspfad in Höhe Mielenforster Kirchweg gesperrt. Die Militärringstraße musste im Bereich Aachener Straße gesperrt werden.

Der Bauhof des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik hat zahlreiche umgestürzte Schilder, Bauzäune, Absperrungen sowie abgebrochene Äste beseitigt.

Auch der Ordnungsdienst half bei der Beseitigung der Sturmschäden. Wegen herabfallender Dachziegel sicherten in Kalk und in der Severinstraße Außendienstkräfte Gehwege. Im Bezirk Mülheim unterstützten sie die Polizei bei Absperrmaßnahmen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit