Im Jahre 1360 hatte Köln bereits 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner und war eine der größten Städte nördlich der Alpen. Die Stadtmauer umschloss ein Gebiet von 405 Hektar. Handel und Handwerk hatten die wirtschaftliche Macht der Stadt so gestärkt, dass sie 1288 die Herrschaft der Erzbischöfe in der Schlacht bei Worringen abschütteln konnte und sich weitestgehend selber regierte.

Erstmalig versuchte der Rat jetzt, den Feuerschutz zu regeln. 13 Zimmerleute und Steinmetze, 13 Schmiede und 13 Dachdecker bildeten die erste mehr oder weniger Freiwillige Feuerwehr. Jede der drei Rotten wählte einen Meister aus ihren Reihen. Die Ausrüstung bestand aus 4 Kesselhüten, 4 Feuerhaken, 11 Brandleitern und 20 Ledereimern.

Verpflichtung zur Brandbekämpfung

Die Strafen waren streng. Wenn einer von den in der Feuerordnung sogar namentlich Genannten in Köln anwesend und gesund war, aber nicht zum Brande kam, musste er seinem Meister 6 Schilling zahlen. Im Wiederholungsfall wurde er ein Jahr lang aus Köln verbannt und seine Geräte wurden einem anderen zuverlässigen Mann gegeben, der an seine Stelle gesetzt wurde. Verlor einer seinen Eimer, seinen Haken oder seine Leiter oder ließ sie verwahrlosen, musste er der Stadt den Schaden ersetzen. Ging aber etwas ohne sein Verschulden verloren, verbrannte oder veraltete, so hatte die Stadt für Ersatz zu sorgen.

Als Entschädigung für den Dienst erhielt jeder von der Stadt zu Lichtmess (2. Februar) einen Rock geschenkt. Wurde jemand zu alt, krank oder lahm oder zog er von Köln weg, musste der Meister einen Ersatzmann stellen.

Bürgermeister im Ordnungsdienst

Bei einem Brandfall hatten der Greve und die Bürgermeister die Leute zurückzuhalten, damit die Feuerwehr nicht behindert wurde. Auch hatten sie dafür zu sorgen, dass alles Hausgerät sofort auf einen Hof gebracht wurde, damit nach dem Brand jedem das seine wiedergegeben werden konnte. Schließlich mussten sie auch veranlassen, dass die nächstgelegenen Bäckereien und Brauhäuser ihre Brunnen öffneten und die Bäckerknechte mit ihren Zubern und die Brauerknechte mit ihren Gefäßen Wasser herbeitrugen. Die Kosten für das Wassertragen musste die Stadt aufbringen. Es war ausdrücklich erlaubt, bei der Brandbekämpfung ein Haus niederzureißen.

Mit Kosten von 90 Mark (Silber) und 6 Schilling für die Gerätschaften war diese Feuerwehr preiswert. Eine Belohnung mit Geld wurde anscheinend grundsätzlich nicht gezahlt, da 1373 nach einem bei Sankt Brigida ausgebrochenen Brand nur einige Ratsherren eine Entschädigung für eine Wache erhielten und 1378, als im Martinsviertel der Häuserblock zwischen Fischmarkt und Lintgasse sowie der Kirchturm von Sankt Martin niederbrannten, eine Belohnung nicht erwähnt wurde. Anders war es in Kriegszeiten, wenn häufig von den Feinden Brände gelegt wurden. 1376 wurden während der Schöffenkriege viermal Belohnungen gezahlt, so auch nach dem Brand, bei dem fast das ganze Kirchspiel von Sankt Kunibert mit Westturm der Kirche, halbem Kloster, Schule und Bäckerei zerstört wurde.

Feuerwächter im Rathausturm

Eine Änderung in der Auswahl der Feuerwehrleute erfolgte nach der unblutigen Zunftrevolution. Gemäß der Morgensprache über das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger bei Feuersbrünsten, im August 1400, hatte jede Gaffel nunmehr zwei Mann zu bestimmen, die bei Ausbruch eines Brandes einzugreifen hatten. Sie unterstanden den beiden Bürgermeistern und den beiden Gewaltrichtern sowie einem Brandrat aus vier Personen, die aus den Ratsherren gewählt wurden.

Dem Brandrat oblagen die zweckmäßigen Anordnungen auf der Brandstelle, während der Bürgermeister und Gewaltrichter für Ordnung, Sicherheit und Wasserzufuhr zu sorgen hatten. Die Gewaltrichter hatten auch nach der Ursache des Brandes zu forschen und die eventuell Schuldigen zu bestrafen.

Von 1435 an standen jedem Brandmeister jährlich ein Viertel Wein aus dem Ratskeller zu, während die Löschmannschaften eine Belohnung aus der Stadtkasse erhielten.

Im Jahre 1414 beschloss der Stadtrat, dass im neu erbauten Rathausturm zwei Feuerwächter ständig ihren Dienst verrichten sollten. Von der Wachstube des 61 Meter hohen Turmes aus, die Kure genannt wurde, beobachteten sie die Stadt und bliesen bei Feuer das Horn. Tagsüber schwenkten sie zusätzlich in die Richtung des Feuers eine rote Fahne.