Am Mittwoch, 13. Juli 2016, gingen um 19:36 Uhr zahlreiche Notrufe aus Deutz sowie aus dem linksrheinischen Innenstadtbereich ein, die einem Brand mit starker Rauchentwicklung im Bereich Deutzer Hafen meldeten. In kurzer Folge entsandte die Leitstelle der Feuerwehr Köln zunächst zwei Löschzüge und den Einsatzführungsdienst.

Die nach wenigen Minuten eintreffenden Kräfte der Feuerwache Deutz fanden ein Feuer in einem Recyclingbetrieb im Poller Kirchweg vor. Auf einer Fläche von etwa 25 mal 10 Meter brannte es in zwei von vier überdachten Freilagerboxen. Das brennende Lagergut war in einer Box Papierabfälle und in der anderen gemischter Bauschutt. Um ein Übergreifen des Feuers auf die noch nicht betroffenen Anlagenteile und den dort gelagerten Kunststoffmüll zu verhindern, setzten die Einsatzkräfte zunächst zwei Strahlrohre als sogenannte Riegelstellung ein. Die Alarmstufe wurde erhöht und ein dritter Löschzug zur Einsatzstelle beordert. Zur ausreichenden Wasserversorgung kam neben der Wasserentnahme aus den Hydranten im Bereich der Siegburger Straße auch eine Wasserversorgung über lange Wegestrecken unmittelbar aus dem Rhein zum Einsatz. Im Spitzenbedarf lieferten diese Leitungen bis zu 4.500 Liter pro Minute an die vier Strahlrohre und fünf Löschmonitore. Um einen Löscherfolg zu erzielen, musste der Inhalt der beiden Boxen zunächst mit Löschschaum abgedeckt werden und sodann mit Hilfe von Radladern sowie einem Bagger ausgeräumt werden. Das Inventar wurde schließlich auf dem Firmengelände ausgebreitet und die letzten Glutnester abgelöscht.

Bereits zu Beginn des Einsatzes führte die Feuerwehr Köln Messungen im Umfeld des Einsatzortes durch. Es konnten keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe nachgewiesen werden und zudem war die Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung im Wesentlichen auf das Firmengelände beschränkt. Vorsorglich hat die Feuerwehr eine Schadwasserbarriere auf dem Firmengelände errichtet, um ein Abfließen des verunreinigten Löschschaums in die Kanaleinläufe oder den Rhein zu verhindern. Eine Fachfirma hat noch in der Nacht das angefallene Löschwasser abgepumpt und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.

Dieser Einsatz zeigte einmal mehr auf, wie wichtig neben der Berufsfeuerwehr die Freiwillige Feuerwehr Köln ist, wenn es um spezielle Sonderaufgaben geht. So waren an diesem Einsatz Löschgruppen aus dem gesamten Stadtgebiet eingesetzt, um die Löschwasserversorgung über lange Wegestrecken aufzubauen, die Schadwasserrückhaltung zu gewährleisten, die Ausleuchtung der Einsatzstelle vorzunehmen, Messaufgaben wahrzunehmen, einen Großlüfter inklusive einer Schaummittelverteilung in Stellung zu bringen sowie die Fernmeldemittel bereitzustellen und zu betreiben. Weitere Löschgruppen besetzten die verwaisten Wachen der Berufsfeuerwehr. Zur Brandursachenermittlung hat die Polizei ihre Arbeit aufgenommen.

Im Einsatz waren 60 Einsatzkräfte mit 23 Einsatzmitteln der Berufsfeuerwehr von den Feuer- und Rettungswachen Deutz, Innenstadt, Mülheim, Ostheim, Marienburg und Weidenpesch sowie des Einsatzführungsdienstes und der Löschbootstation. Zudem war die Freiwillige Feuerwehr Köln mit 95 Einsatzkräften der Löschgruppen Longerich, Brück, Strunden, Dellbrück, Porz-Langel, Lövenich, Worringen, dem Umweltschutzdienst und des Fernmeldedienstes am Einsatz beziehungsweise an den Wachbesetzungen beteiligt. Das Technische Hilfswerk stellte einen Radlader mit Personal zur Verfügung.