Die Feuerwehr Köln war an Pfingstmontag stark gefordert. Neben der Großveranstaltung zu Birlikte waren ein Großbrand, ein schwerer Verkehrsunfall und viele Sturmeinsätze zu bewältigen. Das schwere Unwetter, das am Abend über das Kölner Stadtgebiet zog, forderte in Stammheim ein Todesopfer. Ein 52-jähriger Radfahrer wurde durch eine herabstürzende Baumkrone so stark verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Der Radfahrer war auf der Düsseldorfer Straße in Richtung Süden unterwegs, als vermutlich durch einen Blitzeinschlag die Baumkrone abbrach. Die Feuerwehr wurde um 22 Uhr über den Unfall informiert. Die Verletzungen des Radfahrers waren jedoch so stark, dass für ihn jede Hilfe zu spät kam.

Insgesamt zählte die Feuerwehr Köln bis heute Morgen, 9 Uhr, 358 Einsätze durch das Unwetter. Um diese große Zahl an Einsätzen bewältigen zu können, löste die Leitstelle Vollalarm für die 26 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Köln aus. Die Hälfte der Berufsfeuerwehrwachen war ebenfalls eingesetzt. Auch zur Stunde kommen noch Meldungen über umgestürzte Bäume hinzu. Unter der Leitung des Leitenden Branddirektor Johannes Feyrer richtete sich gestern Abend im Führungszentrum ein Leitungsstab ein, der die Einsätze koordinierte. Der Leitungsstab setzte Erkunderteams im Stadtgebiet ein, um die Einsatzstellen zu sichten und anschließend nach Dringlichkeit abarbeiten zu lassen.

Johannes Feyrer zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner:

Das war schon eine seltene Situation. Ich kann mich noch an das Weihnachtshochwasser von 1994 erinnern. Damals kam zu den vielen Hochwassereinsätzen plötzlich ein Großbrand im Niehler Hafen hinzu. Gestern war es allerdings umgekehrt. Wir hatten schon viele Einsatzkräfte bei der Großveranstaltung Birlikte und beim Brand auf dem Großmarkt im Einsatz als das Gewitter aufzog. Die vielen zusätzlichen Einsätze konnten wir unter anderem nur bewältigen, weil wir eine leistungsstarke und motivierte Freiwillige Feuerwehr in Köln haben.

Die Großveranstaltung Birlikte wurde wegen der aufziehenden Gewitterfront vorzeitig abgebrochen. Auf dem Gelände wurde durch den Sturm niemand verletzt. Auch während der Veranstaltung waren glücklicherweise nur wenige Einsätze zu verzeichnen: Der Sanitätsdienst behandelte rund 50 Personen vor Ort, die Transporte durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus lagen im einstelligen Bereich.

Da die Stadt Düsseldorf durch das Unwetter noch schlimmer getroffen wurde, forderte die Feuerwehr Düsseldorf in Köln Unterstützung an. Ein Löschzug und ein Rüstwagen aus Köln halfen die gesamte Nacht hindurch in Düsseldorf aus.

Der Großbrand in der Recyclinghalle des Kölner Großmarkts war gestern um 18:15 Uhr ausgebrochen. Die Einsatzkräfte konnten auf Sicht anfahren, weil die Rauchentwicklung sehr stark war. In der Halle standen ein großer Müllhaufen und das Dach in Flammen. Während die Feuerwehr das Dach schnell löschen konnte, war es schwierig, den Müllhaufen abzulöschen. Mit dem Löschunterstützungsfahrzeug, das für die Tunnelbrandbekämpfung angeschafft worden ist, konnte das Feuer klein gehalten werden. Allerdings mussten die Einsatzkräfte den Müll mit einem Radlader nach draußen bringen und dort ablöschen. Die Arbeiten forderten den Feuerwehrfrauen uns Feuerwehrmännern viel ab, da sie auch bei den tropischen Temperaturen Brandschutzkleidung tragen mussten. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis kurz nach Mitternacht. Die Rauchwolke, die anfänglich in großer Höhe abzog, wurde später durch die Druckverhältnisse durch das herannahende Unwetter herabgedrückt. Mehrere Messfahrzeuge waren eingesetzt. In Bereichen, in denen sich Bürgerinnen und Bürger aufhielten, kam es zu Belästigungen durch den Rauch. Aufgrund der Messwerte konnte eine Schädigung jedoch ausgeschlossen werden.