Die beiden Einsatzkräfte sind weiterhin in Krankenhäusern - Ermittlungen zum Unfallgeschehen wurden aufgenommen

Wie bereits berichtet, kam es in der Silvesternacht beim Brand in einer Tiefgarage an der Friedrichstraße in Porz zu einem Unfall, bei dem zwei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Köln, Löschgruppe Urbach verletzt wurden. Sie haben langjährige Einsatzerfahrung, auch unter Atemschutz.

Sie gehörten zum aus drei Einsatzkräften bestehenden Angriffstrupp der Löschgruppe Urbach, der den Auftrag hatte, unter Atemschutzgeräten den Brand zweier Personenwagen in der Tiefgarage zu löschen. Nachdem sie das Feuer mit einem C-Rohr unter Kontrolle gebracht hatten, wollten sie ins Freie zurückkehren. In dieser Zeit kam es an den Autos zu einem unerwarteten Ereignis, das auch draußen als Knall wahrgenommen wurde und bei dem schlagartig die Tiefgarage so heftig verraucht wurde, dass keinerlei Sicht mehr vorhanden war. Ursache und Ablauf dieses Ereignisses werden derzeit durch die Brandermittler der Kriminalpolizei untersucht.

Der Trupp hatte nun die Orientierung verloren und meldete dies über Funk nach draußen. Es folgte das "Mayday"-Signal, nach dem ein draußen bereitstehender Sicherheitstrupp (drei Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Köln, Löschgruppe Heumar) sofort in die Tiefgarage eindrang. Er fand nach wenigen Minuten den Urbacher Trupp und führte ihn ins Freie. Weitere bereitgestellte Trupps zur Menschenrettung kamen nicht mehr zum Einsatz.

Bei einem Angehörigen des Urbacher Trupps war die Atemschutzmaske stark verschoben und er hatte erhebliche Mengen Rauchgas eingeatmet. Er befindet sich mit einer schweren Rauchvergiftung auf der Intensivstation einer Klinik der Maximalversorgung. Er ist 44 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Der zweite verletzte Feuerwehrmann erlitt eine leichtere Rauchvergiftung, offensichtlich hatte er kurzzeitig ebenfalls Rauchgase eingeatmet. Auch er befindet sich noch im Krankenhaus. Er ist 32 Jahre alt und ledig.

Das dritte Truppmitglied kam unverletzt ins Freie. Die Vorgänge die zu diesen unterschiedlichen Verletzungsmustern führten, werden intern und extern untersucht. Allerdings können die beiden Verletzten derzeit noch nicht befragt werden. Die im Einsatz befindliche Atemschutztechnik wurde sichergestellt und wird extern untersucht. Sie wurde kurz vor dem Einsatz ohne Auffälligkeiten überprüft.

Diese Einsatzsituation ähnelt einem Einsatz am 6. März 1996, bei dem der Kölner Berufsfeuerwehrmann Andreas Stampe bei einem Kellerbrand in Zollstock tödlich verunglückte. In Folge dieses Einsatzes wurde in Köln ein Atemschutznotfallkonzept entwickelt, das bundesweite Beachtung fand. Durch Anwendung dieses Konzeptes konnte nun der Atemschutztrupp rechtzeitig gerettet werden. Eine Verzögerung des Rettungseinsatzes um nur wenige Minuten hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit Todesopfer gefordert.

In einer ersten Nachbesprechung mit allen Einsatzkräften und dem Team für psychosoziale Unterstützung noch in der Silvesternacht wurde das Unfallgeschehen besprochen und betroffenen Einsatzkräften wurde Hilfe zur emotionalen Bewältigung des Einsatzes gemacht. Diese werden auch den Familienangehörigen der Verletzten gegenüber angeboten.