Kleiner Ciarán verirrt sich in weitläufigem Kaninchenbau und muss durch Feuerwehr in einem kräftezehrenden Einsatz gerettet werden

© Stadt Köln/Berufsfeuerwehr

Am frühen Montagabend wurde die Feuerwehr Köln zu einem nicht alltäglichen Einsatz in eine Grünanlage an der Niehler Straße, Altstadt/Nord gerufen. Vor Ort wurden die Einsatzkräfte vom Herrchen eines kleinen "Pragler Rattler", einem Hund der Pinscherfamilie, empfangen. Dieser berichtete, dass bereits gegen 14 Uhr sein treuer Begleiter einen Ausflug in einen Kaninchenbau unternahm. Aufzuhalten war er nicht, was wohl in seinen Genen als Jagdhund begründet ist. Eine erste Erkundung der Einsatzkräfte ergab, dass der Kleine ein in einem Gebüsch befindliches Erdloch als Zugang nutzte, um in den Kaninchenbau zu gelangen.

Zunächst wurde der Bereich durch die Einsatzkräfte umfänglich ausgeleuchtet. Bei genauerer Betrachtung wurde festgestellt, dass sich der Kaninchenbau unmittelbar nach dem Eingang ins unterirdische Zweiohrreich weit verzweigte. Ein leises Bellen von Ciarán konnte wahrgenommen werden. Da Herrchen bereits seit gut fünf Stunden alleine versuchte, den kleinen Weltenbummler mit den üblichen Tricks aus dem Erdloch zu locken, wurden weitere Maßnahmen dieser Art umgehend verworfen. Man entschied sich für schweres Gerät, zumindest für den kleinen Pinscher.

Schaufeln, Schippen und weiteres Gerät. Alles was buddeln kann, wurde dem Hilfeleistungslöschfahrzeug entnommen und die sechs Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Innenstadt machten sich an die Arbeit. Die Arbeiten wurden zwischenzeitlich immer wieder kurz eingestellt, um den Bau in Augenschein zu nehmen. Vorsichtig wurde Meter um Meter Erdreich abgetragen. Da das Bellen des kleinen Hundes auch nach mehreren Metern noch sehr weit entfernt wahrgenommen wurde und man sich auf eine lange Nacht einstellte, wurden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung angefordert.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Widdersdorf befanden sich zu diesem Zeitpunkt beim Übungsdienst und eilten zur Unterstützung heran. Mit vereinten Kräften wurde gebuddelt, was das Zeug hält. An einer Gabelung des Kaninchenbaus mussten beide Gänge buddelnd verfolgt werden, da das Bellen nicht sicher in einem Gang ausgemacht werden konnte.

Gegen kurz vor 21 Uhr erreichten die Einsatzkräfte nach schweißtreibender Tiefbauarbeit den kleinen Ciarán. In sechs Metern Entfernung zur Kaninchenhaustür konnte der kleine Jäger durch die Feuerwehr gerettet werden. Selbstständig hätte Ciarán den Bau wohl nicht mehr verlassen können, für Ihn gab es kein Vor und kein Zurück mehr. Unverletzt, aber sichtlich beeindruckt wurde er in die Obhut seines glücklichen Herrchens übergeben. Für die Beschädigungen am Zuhause der Nordstadtkaninchen möchten wir ans an dieser Stelle entschuldigen. Diese Maßnahme war unausweichlich. Als Entschädigung wurden einige Leckerlies hinterlassen.

Am Einsatz beteiligt waren über 20 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Altstadt/Süd sowie von der Löschgruppe Widdersdorf der Freiwilligen Feuerwehr Köln.