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Kölner Feuerwehrleute bezwingen die 72 Stockwerke des 4 World Trade Center am Ground Zero in Gedenken an New Yorker Kollegen. New York City im März 2017, das Areal rund um Ground Zero, dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat sein Gesicht verändert, die baulichen Wunden sind geheilt. Neue Wolkenkratzer schießen aus dem Boden. One World Trade Center ragt mit 1776 feet symbolischer Höhe in den Himmel der Ostküstenmetropole.

 

Die 1776 feet (541,3 Meter) erinnern an das Jahr 1776, dem Jahr der amerikanischen Unab-hängigkeitserklärung. In unmittelbarer Nähe liegt 4 World Trade Center, ein weiterer Wolkenkratzer auf dem als Ground Zero bezeichnetem Areal, welcher mit 297,7 Metern in den Himmel empor steigt.

Zu Füßen beider Gebäude liegt die Gedenkstätte der Opfer der Terroranschläge vom 11.September 2001. Die ehemaligen Grundrisse des Nord- und Südturmes sind ein Ort der Stille, ein Ort des Nachdenkens und ein Ort der Erinnerung geworden. Neun Meter tief ergießen sich die größten, von Menschenhand geschaffenen Wasserfälle der USA in Becken aus schwarzem Granit, eingefasst von einem Rahmen aus Kupfer.

In Erinnerung an die Opfer sind hier die Namen aller 2983 Opfer eingefräst, für alle Zeit verewigt. Was viele nicht wissen, auch die Namen der Opfer des Terroranschlages vom Februar 1993, welcher sechs Menschen das Leben kostete sind hier enthalten und erinnern an die Opfer dieses ersten Anschlages auf das World Trade Center. Auf die Nennung der Terroristen wurde verzichtet. Mehr als 2700 Menschen verloren an 9/11, diesem heute noch unfassbarem Tag, allein in New York City ihr Leben. Darunter auch 343 Feuerwehrleute der New Yorker Feuerwehr, bekannt als die "ThreeFortyThree".

Zwei von Ihnen waren Lieutenant John F. Ginley beheimatet in der Wache von Löschwagen 40 auf der Upper Westside von Manhattan und Firefighter Brian E. Bilcher von Löschwagen 33 aus Nolita, einem südlichen Stadtteil von Manhattan. Neben Ginley und Bilcher verloren allein auf diesen beiden Feuerwachen 19 weitere Feuerwehrleute an diesem Tag ihr Leben in den Trümmern der Twin Towers.

Im Rahmen des 3. New York City Firefighter Stair Climb machten sich im März zwei Kölner Feuerwehrleute auf nach New York City, um unter dem Motto "A climb to remember" Ihre beiden Kollegen Ginley und Bilcher zu ehren. Feuerwehrleute aus aller Welt reisten an diesem Tag nach New York City, um zu Ehren einen Ihrer "Brüder" 4 World Trade Center zu bezwingen.

Am 19.März war es dann soweit, in den frühen Morgenstunden bei blauem Himmel über Manhattan legten die beiden Kölner Feuerwehrleute, Oberbrandmeister Thomas Donner und Notarzt Dr. Cornelius Voigt ihre eigens für diesen Treppenlauf aus Köln mitgebrachte Brandschutzkleidung an. Gut sichtbar an der Kölner Uniform angebracht, Bilder der zwei "Fallen brothers" Ginley und Bilcher. Diese Bilder sollten während des kräftezehrenden Aufstieges bei jeder einzelnen Stufe an die zwei getöteten Kollegen erinnern.

Bevor es los ging und die Feuerwehr New York allen Teilnehmern noch ein schweres Atemschutzgerät zur Verfügung stellte, versammelten sich alle Teilnehmer sowie viele Angehörige der Opfer rund um die die Gedenkstätte, um während eines "Moment of Silence" den Menschen zu Gedenken, welche an 9/11 Ihr Leben in den Türmen des World Trade Centers ließen.

Dann war es endlich soweit, der 47-jährige Thomas Donner und sein 54-jähriger Kollege Dr. Cornelius Voigt starteten, um den 72 Stockwerke hohen Turm des 4 World Trade Center zu bezwingen. Auf jeder Etage wurden Sie von Bildern der "Fallen Brothers" empfangen, es machte den Eindruck eines gemeinsamen Aufstieges, ein seltsames Gefühl der Stille, in welchem nur der angestrengte Atem der Treppenläufer zu hören war.

Nach nur 25 Minuten und acht Sekunden war es schon so weit, der Turm war bezwungen. Donner und Voigt erreichten den "Top Floor" von 4 World Trade Center, ein atemberaubender Blick in 297 Metern Höhe, eine Belohnung für die schweißtreibende Vorbereitung.