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Seit Anfang Juli 2014 läuft die Generalsanierung des Stadtautobahntunnels Kalk. Bis Ende 2016 wird dieser komplett erneuert. Der 540 Meter lange Tunnel, durch den die sogenannte "Stadtautobahn" zwischen Zoobrücke und dem Autobahnkreuz Köln-Ost führt, gehört mit täglich rund 120.000 Fahrzeugen zu den meist befahrenen Kölner Straßenabschnitten. Die grundlegende Sanierung wird in mehreren Etappen durchgeführt.

So kann der Tunnel während der gesamten Bauzeit eingeschränkt auf zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung befahren werden. Durch die notwendigen Fahrbahnsperrungen ist mit deutlichen Verkehrsbehinderungen auf der Stadtautobahn zu rechnen, die auch großräumige Auswirkungen bis zum Autobahnkreuz Köln-Ost haben. Die Zufahrten im Autobahnkreuz Köln-Ost in Fahrtrichtung Innenstadt und die Zufahrt vom Buchheimer Ring sind gesperrt.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer rechnen wir mit deutlich längeren Fahrzeiten und empfehlen dringend, auf öffentliche Nah- und Regionalverkehrsangebote auszuweichen, den Straßentunnel Kalk möglichst weiträumig zu umfahren oder sich gegebenenfalls auf längere Fahrzeiten einzurichten.

Aktuelles - Nächtliche Sperrungen im Tunnel

Die Sanierungsarbeiten im Tunnel Kalk erfordern im August in mehreren Nächten Sperrungen der unteren Tunnelröhre in Fahrtrichtung stadtauswärts.

Aus Sicherheitsgründen und um die Auswirkungen auf den Verkehr gering zu halten, werden einige Sanierungsarbeiten in die Nacht verlegt. Hierzu gehören Arbeiten an den Abdichtungen im Tunnel und an der Beleuchtung sowie die Fertigstellung der Lärmschutzwand. Für einen Zeitraum von rund drei Wochen, nämlich in den Nächten vom 8. bis voraussichtlich 28. August 2016, wird dann die untere Tunnelröhre in Fahrtrichtung stadtauswärts gesperrt. Diese Sperrungen erfolgen an allen Tagen zwischen 22 und 5 Uhr.

Ihnen steht in den Sperrzeiten nur die stadtauswärts führende Fahrspur in der oberen Tunnelröhre zur Verfügung. Autofahrerinnen und Autofahrer auf der rechten der beiden Fahrspuren der Stadtautobahn B55a werden über Waldecker Straße und Heidelberger Straße umgeleitet und über die Frankfurter Straße wieder zurück auf die B55a geführt. Eine Auffahrt in Köln-Buchforst auf die B55a in Fahrtrichtung stadtauswärts ist während der nächtlichen Sperrungen nicht möglich.

Die Fahrspuren auf der Stadtautobahn B55a sowie im Tunnel Kalk in Fahrtrichtung Zoobrücke sind von den Sperrungen nicht betroffen.

Geltende Verkehrseinschränkungen

  • Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht dürfen nicht in den Tunnel einfahren, sie werden über Ausweichrouten geführt.
  • Für alle Fahrzeuge gilt eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Stundenkilometer.
  • Tempokontrollen durch stationäre Messanlagen in beiden Richtungen
  • Linienbusse (RVK und Flughafenzubringerbusse) dürfen den Tunnel weiterhin passieren.
  • Vollständig gesperrt ist der Verkehr durch den Tunnel aus Sicherheitsgründen für den Gefahrstoffgüterverkehr.

Notwendigkeit der Verkehrsbeschränkungen

Insgesamt passieren täglich durchschnittlich 106.900 Fahrzeuge den Tunnel. Hierunter fallen 103.700 Pkw und Lieferfahrzeuge bis 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und 3.200 Lkw über 7,5 Tonnen.

Pkw und Lkw bis 7,5 Tonnen

 

 

Die Brandleistung eines modernen Pkw liegt bei etwa 5 MW und bei einem kleinen Lkw (bis 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) zwischen 30 und 50 MW. Bei einem Pkw-Brand oder dem Ausbrennen eines kleinen Lkw ist die Verrauchung im Tunnel geringer als bei einem großen Lkw oder Lastzug bis 7,5 Tonnen. Um sich selbst aus dem Auto zu retten, bleibt damit eine noch ausreichend hohe rauchfreie Schicht erhalten. 

Lkw ab 7,5 Tonnen

 

Indem Lkw ab 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht die Durchfahrt durch den Tunnel verwehrt wird, können die Risiken für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer bei einem möglichen Brand deutlich reduziert werden. Bei Bränden mit großen Lkw und Lastzügen kann die Brandleistung bis zu 200 MW betragen. Bei Tunnelbränden, in die mehrere Lkw verwickelt waren, traten sogar Spitzenwerte bis 370 MW auf.

Bereits abgeschlossene Maßnahmen

Bis zum Beginn der Generalsanierung haben wir bereits Verbesserungen des vorbeugenden Brandschutzes am Tunnel durchgeführt. Dazu gehört auch der Rohbau des neuen Fluchttreppenhauses. Im nächsten Schritt und im Vorgriff auf die Generalsanierung haben wir die Sicherheit im Tunnel kurzfristig durch folgende Maßnahmen verbessert:

  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neuen provisorischen Tunnelleitstelle sind durch eine Ampelanlage in der Lage, im Notfall den Verkehrszufluss in beiden Tunnelröhren zu sperren.
  • Installation einer Videoanlage zur permanenten Überwachung des Tunnels
  • Mobile Turboventilatoren zur Entrauchung des Tunnels sind an den Tunnelmündern positioniert
  • Sanierung der oberen Tunnelröhre

Mehr Sicherheit durch höheren Brandschutz

Im Zuge der Generalsanierung verbessern wir unter anderem die Brandschutzeinrichtungen im Tunnel. Vorgesehen sind:

  • der Einbau einer modernen Brandmeldeanlage
  • die Modernisierung der Löschwasseranlage
  • die Verkürzung der Fluchtwege über Notausgänge des neu erstellten Fluchttreppenhauses
  • eine gesteuerte Entrauchungsanlage für den Brandfall
  • Videoüberwachung
  • Lautsprecheranlage
  • Tunnelfunk für Einsatzkräfte
  • dauerhaft angebrachte verkehrstechnische Einrichtungen zur Tunnelsperrung und für Verkehrsumleitungen

Tunnelleitstelle

Die Ampelanlage und die Videokameras sind auf die provisorische Tunnelleitstelle aufgeschaltet. Diese ist in einem eigens aufgestellten Container an der Abfahrt der Waldecker Straße in die untere Tunnelröhre eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr besetzt. Vor den Tunneleinfahrten und Auffahrten ist eine Ampelanlage installiert. Mit ihrer Hilfe kann der Tunnel bei Gefahr sofort für den Verkehr gesperrt werden.

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Alle Maßnahmen entsprechen den Empfehlungen der Berufsfeuerwehr, die die Straßentunnel routinemäßig unter Brandschutz- und Sicherheitsaspekten untersucht hat.

(Brandschutzmaßnahmen im großen Format als PDF)

Hintergrund für die Empfehlungen sind die einzigartige Bauweise des Tunnels mit übereinanderliegenden Tunnelröhren, gestiegene formale Anforderungen an den modernen Brandschutz sowie deutlich erhöhte Werte bei der sogenannten "Brandlast" von modernen Pkw, Transportern und insbesondere den Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen.

Ausweichrouten ausgewiesen

Für den Güterverkehr von und nach Köln sind großräumige Ausweichrouten ausgewiesen. Dem Fernverkehr wird grundsätzlich die Benutzung des Autobahnrings empfohlen. Für den Zuliefererverkehr zur Messe werden mit der Messeverwaltung Gespräche über Sonderregelungen geführt.

Der Bus-Linienverkehr und der Zubringerbus zum Köln/Bonner Flughafen können weiterhin den Tunnel nutzen, da sie weitaus geringere Brandlastwerte ausweisen als 7,5 t-Lkw oder Reisebusse.

(Ausweichrouten im großen Format als PDF)

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