Land fördert Strecke von Köln nach Frechen

Nachdem alle erforderlichen politischen Beschlüsse eingeholt wurden und die Haushalte rechtskräftig sind, konnten die Projektbeteiligten im Januar 2016 die Kooperationsvereinbarung zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie unterschreiben. Das europaweite Verfahren zur Auswahl eines Generalplaners ist mittlerweile abgeschlossen. In einer stark besetzten Bewerberrunde konnte sich das Ingenieurbüro Lindschulte + Kloppe aus Düsseldorf durchsetzen. Das Büro wurde mit der Generalplanung für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt und hat bereits seine Arbeit aufgenommen.

Am 4. Mai 2017 wurden den Vertreterinnen und Vertretern von politischen Gremien aus Köln, Frechen und dem Rhein-Erft-Kreis sowie den beteiligten Fachverbänden erste Planungsideen vorgestellt. Das Treffen diente der Zwischeninformation und dem Austausch von Hinweisen, Ideen und Vorschlägen. Einig ist man sich vor allem darin, dass der Radschnellweg eine besonders hohe Qualität erreichen muss, damit er als schnelle und attraktive Wegeverbindung gut angenommen wird. Der Kraftfahrzeugverkehr soll in den Teilen, in denen er nicht komplett aus der Schnellwegplanung herausgenommen werden kann, deutlich untergeordnet werden.

Die ersten Planungsansätze werden nun weiter ausgearbeitet und Interessierten im Herbst bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Nach der vollständigen Erstellung der Machbarkeitsstudie wird mit dem Land Nordrhein-Westfalen als Fördergeldgeber und allen zu beteiligenden politischen Gremien beraten, wie die Planungen fortgeführt werden sollen. 

Radschnellweg - Was ist das?

Ein Radschnellweg ist ein spezieller Fahrradweg, der über eine Entfernung von 5 bis 20 Kilometern als Vorfahrtsstraße für Radfahrerinnen und Radfahrer angelegt ist. Andere Straßen werden auf der Trasse eines Radschnellweges weitgehend niveaufrei gekreuzt. Die Breiten sind so angelegt, dass ein Nebeneinanderfahren sowie ein gleichzeitiges Überholen in beiden Fahrtrichtungen möglich ist.

Die Schnellwege sind steigungsarm und werden möglichst von Fußgängerwegen getrennt. Die Anschlüsse an das restliche Straßennetz sollen ein zügiges Ein- und Ausfahren ermöglichen.

© Holger Dambeck
Radschnellweg in Kopenhagen

Eine hochwertige Fahrbahnoberfläche verringert den Energieverbrauch und sichert hohen Fahrkomfort. Winterdienst und Straßenbeleuchtung innerorts sorgen für Sicherheit und Akzeptanz im Winter und bei Dunkelheit. Außerdem sollen spezielle Serviceeinrichtungen den Komfort erhöhen.

Ein Radschnellweg soll mit diesen Eigenschaften die Attraktivität des Fahrrades als Alltagsverkehrsmittel erhöhen. Landschaftserlebnis und Erholungsfaktor, wie sie bei Radwanderwegen wichtig sind, spielen bei Radschnellwegen eine untergeordnete Rolle.

Rückblick Wettbewerb

© Andreas Endermann
Christine Fuchs (AGFS), Klaus Harzendorf (Leiter Amt für Straßen und Verkehrstechnik) und Michael Groschek (Verkehrsminister NRW)

Das Land Nordrhein-Westfalen hat Anfang 2013 den Planungswettbewerb für Radschnellwege ausgelobt. Gesucht wurden fünf regionale Konzepte für Radschnellwege, deren Umsetzung das Land finanziell fördert. Der Planungswettbewerb ist Bestandteil des Aktionsplanes der Landesregierung zur Förderung der Nahmobilität.

Landesverkehrsminister Michael Groschek:

Mit dem Planungswettbewerb festigt Nordrhein-Westfalen seine Vorreiterposition für eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität.

Gemeinsam mit den Städten Brühl, Frechen, Hürth, Pulheim und Wesseling sowie dem Rhein-Erft-Kreis haben wir ein Konzept mit einer Gesamtlänge von 250 Kilometer entwickelt. Als konkretes Projekt für den Wettbewerb wurde eine etwa 9 Kilometer lange Strecke zwischen der Kölner Innenstadt und dem Bahnhof Frechen eingereicht.

Aus acht beim Landes-Verkehrsministerium für den Planungswettbewerb eingereichten Projektentwürfen hat eine Jury die fünf besten Vorschläge ausgewählt. Am 20. November 2013 haben Verkehrsminister Michael Groschek und Christine Fuchs vom Vorstand der AGFS uns sowie vier weitere Gewinnerinnen und Gewinner des Planungswettbewerbes bekanntgegeben. Besonders die innerörtlichen Lösungen des Kölner Wettbewerbsbeitrages wurden bei der Preisverleihung hervorgehoben.

Als nächster Schritt wird eine von der Landesregierung NRW geförderte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie bildet die Grundlage für die weitere Vor- und Ausführungsplanung, die das Land ebenfalls unterstützt.

Die Förderung von Radschnellwegen hatte die Landesregierung als einen wichtigen Baustein in ihrem im Februar 2012 beschlossenen Aktionsplan zur Förderung der Nahmobilität definiert. In der Koalitionsvereinbarung wurde beschlossen, das Straßen- und Wegegesetz in Nordrhein-Westfalen im Hinblick auf Radschnellwege zu ändern. Radschnellwege sollen, wie Landesstraßen, in der Baulast des Landes liegen. Das bedeutet, dass das Land die Kosten für Bau und Unterhaltung trägt.

Die Arbeitsschritte

1. Stufe - Machbarkeitsstudie

2. Stufe - Ausführungsplanung

3. Stufe - Bauausführung

Die Landesförderung beträgt 80 Prozent bis zur Umsetzung der Maßnahme.

Weitere Informationen

Projektbeteiligte

Projektpartnerinnen sind die Städte Frechen und Köln sowie der Rhein-Erft-Kreis. Die Federführung für den Radschnellweg Köln-Frechen liegt bei uns. Seit der Änderung des Straßen- und Wegegesetzes NRW im Oktober 2016 ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW als vierter Partner hinzugekommen.

Kontakt

Wenn Sie Fragen, Hinweise oder Anregungen zum Thema Radverkehr in Köln haben, wenden Sie sich bitte an den Fahrradbeauftragten, Telefon 115 oder 0221 / 221-0 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Kontaktformular des Fahrradbeauftragten