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Die dritte Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn auf der Bonner Straße, zwischen Schönhauser Straße/Marktstraße und Verteilerkreis Süd, wird auf besonderem Bahnkörper gebaut. Damit verbunden ist die Umgestaltung des gesamten Straßenraumes inklusive der Verschiebung sämtlicher Fahrstreifen sowie der Geh- und Radwege nach außen. Außerdem werden die Schönhauser Straße bis zur Koblenzer Straße und die Marktstraße bis zum Bischofsweg umgestaltet.

Von der Haltestelle Marktstraße werden die Bahnen oberirdisch bis zum Verteilerkreis fahren. Gleichzeitig realisieren wir eine komplette Neugestaltung der Bonner Straße zwischen Marktstraße und Verteilerkreis. Geplant ist auch eine P+R-Anlage an der Endhaltestelle.

Auf der circa 2,1 Kilometer langen Strecke sind vier neue Haltestellen vorgesehen.

  • Cäsarstraße
  • Bonner Straße/Gürtel
  • Ahrweiler Straße
  • Arnoldshöhe

Die für die Bürgerinnen und Bürger verträglichste Verkehrsführung während der Bauzeit wird zurzeit durch einen Gutachter untersucht. Mit der Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn bis zum Verteilerkreis wird das Angebot und die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs für die Stadtteile Bayenthal, Raderberg, Raderthal und Marienburg weiter verbessert.

Warum die 3. Baustufe?

Unser Ziel ist es, die dritte Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn von der Haltestelle Marktstraße über die Bonner Straße bis zum Verteilerkreis so zu realisieren, wie es der Stadtrat im Dezember 2013 beschlossen hat. Sie ist unter verkehrlichen, stadtgestalterischen und finanziellen Gesichtspunkten die sinnvollste Lösung, um mehrere tausend Menschen aus dem Kölner Süden ans Stadtbahnnetz anzuschließen. Durch die Fahrzeitverkürzung vom Verteilerkreis Köln zum Hauptbahnhof von derzeit 30 Minuten auf 13 Minuten erwarten wir und die KVB eine deutliche Verlagerung vom Auto zum ÖPNV.

Die dritte Baustufe ist damit ein weiterer wichtiger Schritt, um den Anteil des ÖPNV am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt zu erhöhen und damit den im Strategiepapier "Köln mobil 2025" formulierten Leitzielen mit einer Stärkung des Umweltverbundes näher zu kommen.  

Planung von der Bezirksregierung genehmigt
Das von uns durchgeführte Planfeststellungsverfahren, welches von einer umfangreichen Bürgerbeteiligung begleitet wurde, ist abgeschlossen. Seit April 2016 liegt der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Köln vor. Gegen ihn laufen zurzeit noch Klagen. Sobald dieser rechtskräftig ist, können die Arbeiten beginnen.

Finanzierung wäre durch Umplanung gefährdet
Die Kosten für die dritte Baustufe sind mit 84 Millionen Euro veranschlagt. Diese werden zu 90 Prozent von Bund und Land bezuschusst. Die Finanzierung ist allerdings nur bis Ende 2019 gesichert. Dauern die Arbeiten länger, droht die Gefahr, dass wir die Kosten in voller Höhe tragen müssen. Die Nord-Süd Stadtbahn wird als Gesamtprojekt durch Bund und Land mit insgesamt rund 740 Millionen Euro gefördert. Da alle drei Baustufen zusammen auf ihre Kosten-Nutzen-Relation hin bewertet wurden - diese ist entscheidend für die Bezuschussung -, müssen auch alle drei Abschnitte realisiert werden, um die Förderung sicherzustellen. Eine Umplanung der dritten Baustufe würde sich unmittelbar auf den Verkehrswert und damit auch auf die Förderfähigkeit der ersten und zweiten Baustufe auswirken.

Ausblick auf ÖPNV-Projekte
Gemeinsam mit der KVB wollen wir den Ausbau der Schienen-Infrastruktur weiter vorantreiben. Dazu haben wir mehrere große Stadtbahn-Ausbauprojekte für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW angemeldet, unter anderem die Anbindung von Rondorf und Meschenich sowie die Verlängerung der Gürtelstrecke bis zum Rheinufer.

Zügig und pünktlich auf eigener Trasse

Zwischen Marktstraße und dem Verteilerkreis Arnoldshöhe soll die Stadtbahn in der Mitte der Bonner Straße auf einem eigenen Bahnkörper mit Rasengleis und mit vier neuen Haltestellen fahren. Für den stufenfreien Zugang zu den Bahnen werden die Bahnsteige mit einer Höhe von 90 Zentimetern realisiert. Die Stadtbahn-Linie 5 wird mit Vorrangschaltung unterwegs sein, wodurch ein zügiger und pünktlicher Verkehr sichergestellt ist.

Zwischenzeitlich in die öffentliche Diskussion eingebrachte Alternativvorschläge, wie beispielsweise bis zur Haltestelle Marktstraße Hochflur- und von dort Niederflurfahrzeuge über die Bonner Straße fahren zu lassen, widersprechen den Anforderungen an einen attraktiven ÖPNV. Ein damit verbundener Zwang zum Umsteigen würde die Qualität der neuen Verbindung deutlich verringern, die Störanfälligkeit des Bahnbetriebs erhöhen und somit den Fahrtzeitvorteil deutlich reduzieren. Es ist davon auszugehen, dass viele Fahrgäste diese gravierenden Nachteile nicht akzeptieren.

Eine Um- oder komplette Neuplanung würde darüber hinaus ein neues europaweites Ausschreibungsverfahren notwendig machen und den Baubeginn für den dritten Abschnitt um mindestens fünf Jahre verzögern. Auch die in die Diskussion eingebrachte Idee, die geplante Gleistrasse aus der Mittellage zu verschieben, führt zu erheblichen Nachteilen. Neben Problemen für die Erschließung der privaten Grundstücke ist hier auch die zusätzlich erforderliche Führung der Stadtbahn aus der Mittel- in die Seitenlage und die damit verbundene Querung der Fahrbahn zu nennen. Das wäre mit Einbußen der Verkehrsqualität verbunden.

Bonner Straße wird zur Allee

Für die 3. Baustufe wird der gesamte Straßenraum der Bonner Straße inklusive der Fahrspuren sowie der Geh- und Radwege umgestaltet. Ziel ist dabei, die Aufwertung der Straße mit der Schaffung einer "Bonner Allee" sowie die städtebauliche Integration der Stadtbahnanlagen und eine qualitätsvolle Gestaltung des Straßenraumes. Entgegen der ursprünglichen Planungen kann dieses Konzept als Ergebnis der Bürgerbeteiligung mit wesentlich weniger Eingriffen in die Bebauung realisiert werden.

Für die Autofahrerinnen und Autofahrer stehen dann südlich des Gürtels zwei Fahrstreifen in jeder Richtung zur Verfügung, nördlich des Gürtels jeweils eine. Umfangreiche Verkehrsuntersuchungen, bei denen auch die künftigen Siedlungsentwicklungen berücksichtigt wurden, haben gezeigt, dass dadurch die Leistungsfähigkeit der Straße weiterhin gegeben ist.    

Rasengleis und rund 400 neue Bäume
Die Bahntrasse erhält ein Rasengleis. Hierdurch entsteht eine fast 12.000 Quadratmeter große neue Grünfläche. Für die Umgestaltung des Straßenraumes müssen rund 230 Straßenbäume entlang der Bonner Straße gefällt werden. Hinzu kommen 70 Bäume im Bereich südlich der Straße Heidekaul. Als Ausgleich werden nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem nordrhein-westfälischen Landschaftsgesetz insgesamt 384 neue Bäume gepflanzt, davon mehr als 200 entlang der Bonner Straße. Außerdem wurde die Fläche der ehemaligen Tankanlage Ost am Verteilerkreis bereits zurückgebaut und entsiegelt. Durch die zusätzliche Neuanlage einer Gehölzfläche werden die Grünflächen des Grüngürtels erweitert.

P&R-Palette mit 600 Plätzen
Der Bedarf von rund 600 Parkplätzen an der Endhaltestelle Arnoldshöhe wurde durch eine Potenzialuntersuchung ermittelt. Nach einer eingehenden Prüfung von fünf Standorten entschied sich der Verkehrsausschuss für das Areal der heutigen Tennisanlage.

Aktuelles

Die Baumfällarbeiten auf der Bonner Straße werden voraussichtlich erst ab Herbst 2017 durchgeführt. Im Sinne eines flüssigeren Bauablaufs und um die Anwohnerinnen, Anwohner, Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer weniger zu belasten haben wir uns entschieden, auch die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen noch nicht zu beginnen.

Zwar hatte das Oberverwaltungsgericht Münster eine aufschiebende Wirkung der Klage zum Planfeststellungsverfahren im Dezember 2016 aufgehoben, wir wollen jedoch auch den Zuwendungsbescheid zur Maßnahme abwarten, der erst nach einem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss zu erwarten ist. Dazu muss das Klageverfahren im Hauptverfahren verhandelt sein.

In den nächsten Wochen hätten bereits Arbeiten zur Vorbereitung der Baumaßnahme erfolgen können. Da der Abschluss des Hauptverfahrens aber vom Gericht noch nicht terminiert ist, könnte eine derzeit nicht absehbare Zeitspanne zwischen diesen Arbeiten und dem dann konkreten Baubeginn entstehen, in der keine Arbeiten möglich sind.

Flyer zur 3. Baustufe Nord-Süd Stadtbahn
PDF, 649 kb

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