Die Nord-Süd Stadtbahn wird von der Haltestelle Marktstraße über die Bonner Straße bis zum Verteilerkreis Süd verlängert. Zukünftig verkehrt hier die Stadtbahn-Linie 5.

Mit der sogenannten 3. Baustufe erhalten rund 26.000 Menschen im Kölner Süden direkten Anschluss an das Stadtbahnnetz. Vier neue Haltestellen mit einer Bahnsteighöhe von 90 Zentimetern ermöglichen künftig den barrierefreien Zugang zu den Bahnen. 

Auf der circa 2,1 Kilometer langen Strecke sind vier neue Haltestellen vorgesehen.

  • Cäsarstraße
  • Bonner Straße/Gürtel
  • Ahrweilerstraße
  • Arnoldshöhe (Endhaltestelle)

Geplant ist auch eine P+R-Anlage an der Endhaltestelle.

Aktuelles

Das Oberlandesgericht Münster hat einen kurzfristig eingereichten Eilantrag der Bürgerinitiativen gegen die Baumfällungen abgelehnt. Die Fällarbeiten auf der Bonner Straße haben am 20. Oktober 2017 begonnen und dauern voraussichtlich drei Wochen.

Vorrang für die Stadtbahn

Der Vorrang der Stadtbahn an Ampeln gewährleistet einen zügigen und pünktlichen Betrieb. Für den Autoverkehr sind südlich des Gürtels zwei und nördlich davon ist jeweils ein Fahrstreifen in jeder Richtung vorgesehen. Die Leistungsfähigkeit der Straße bleibt für den Autoverkehr erhalten. Dies zeigen umfangreiche Verkehrsuntersuchungen, auch unter Berücksichtigung der künftigen Siedlungsentwicklungen im Kölner Süden.

Nach der endgültigen Fertigstellung aller drei Baustufen verkürzt sich die Fahrzeit vom Verteilerkreis zum Hauptbahnhof von zurzeit 30 auf 13 Minuten. Gemeinsam mit den Kölner Verkehrs-Betrieben erwarten wir dadurch eine deutliche Verlagerung vom Auto zum Öffentlichen Personennahverkehr.

Die RheinEnergie AG und die Stadtentwässerungsbetriebe Köln führen auf der gesamten Strecke umfangreiche Leitungs- und Kanalbauarbeiten durch. Alle Maßnahmen, einschließlich der Leitungsverlegungen, unter anderem von Telekom und NetCologne, wurden zu einer Gesamtmaßnahme unter unserer Projektleitung zusammengefasst. Der Bau der 3. Baustufe erfordert auch den Umbau der Kreuzung Bonner Straße, Schönhauser Straße, Marktstraße. Durch diese Umgestaltung ist auch die Hauptzufahrt des Großmarktes an der Marktstraße betroffen. Hierzu informieren wir Sie rechtzeitig.

Ausstattung der Haltestellen

  • 90 Zentimeter Bahnsteighöhe
  • Bahnsteigrampen für barrierefreien Zugang
  • Regelnutzlänge 50 Meter, Breite zwischen 4 und 5 Metern
  • spätere Verlängerung der Bahnsteige auf 80 Meter möglich
  • taktiles Leitsystem in Abstimmung mit den Behindertenverbänden
  • Fahrgastinformationsanlage
  • akustische Wiedergabe der Informationen
  • Beleuchtungsanlagen
  • Lautsprecheranlage zur KVB-Leitstelle aufgeschaltet
  • Videoüberwachung

Bürgerbeteiligung

Dank einer intensiven Bürgerbeteiligung im Jahr 2013 ist es uns gelungen, dieses Projekt mit geringstmöglichen Eingriffen in die bestehende Bebauung zu realisieren. Ziel war, die Bürgerinnen und Bürger bereits vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens an der Planung zu beteiligen, um Anregungen und Optimierungsvorschläge in die Planung einarbeiten zu können.

Eine Bürgerinformationsveranstaltung bildete den Auftakt. Es folgten zwei Straßenbegehungen sowie ein Werkstattgespräch. Die Ergebnisse wurden nach Abstimmung mit den zuständigen politischen Gremien veröffentlicht und auf einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Ein Teil der erarbeiteten Änderungsvorschläge wurden in die weitere Planung aufgenommen und diese damit optimiert.

Rasengleis und viele Bäume

Die Bahntrasse erhält ein Rasengleis. Damit entsteht eine fast 12.000 Quadratmeter große Grünfläche. Für die Umgestaltung müssen etwa 230 Bäume entlang der Bonner Straße entfernt werden.

Um diesen Verlust auszugleichen, werden insgesamt 384 neue Bäume gepflanzt, davon mehr als 200 entlang der Bonner Straße, die damit einen Alleecharakter erhält. Hinzu kommt eine Gehölzfläche mit 70 Bäumen südlich der Straße Heidekaul. Diese rund 2.100 Quadratmeter große Fläche wird auf dem ehemaligen Tankstellengelände Ost am Verteilerkreis in gleicher Größe neu gepflanzt. Anstelle der auf Anregung der Bürgerinitiative geplanten Großbaumverpflanzung von 18 Bäumen hat der Verkehrsausschuss beschlossen, die hierfür erforderlichen Mittel für rund 80 zusätzliche Ersatzbaumpflanzungen zu verwenden.

Beweissicherung und Schallschutz

Um Schäden an der umgebenden Bebauung zu vermeiden, führen wir im Interesse der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner ein Beweissicherungsverfahren bei den an das Baufeld angrenzenden Gebäuden durch. Die Beweissicherung dient der Zustandsfeststellung und später einer eindeutigen Zuordnung von eventuell auftretenden Schäden zu der Baumaßnahme. Die Beweisführung und Schadensregulierung werden durch diese Maßnahme vereinfacht und beschleunigt.

Durch geeignete Maßnahmen, wie beispielsweise eine besondere Gleis-Bauweise und den Einbau eines speziellen Asphalts, werden die Emissionen von Stadtbahn und Straße reduziert. Bei einigen Gebäuden ergab das Gutachten eine Überschreitung der maßgebenden Grenzwerte. Wird in einem nächsten Schritt bereits vor Baubeginn der tatsächliche Bedarf an weiteren Schallschutzmaßnahmen festgestellt, übernehmen wir die Kosten für die Herstellung des erforderlichen Schallschutzes.

Die Bauarbeiten im Überblick

Arbeiten der RheinEnergie AG

Da sich bereits bestehende Gas-, Wasser- und Stromleitungen im künftigen Gleisbereich der neuen Stadtbahn befinden, muss die RheinEnergie umfangreiche Leitungsverlegungen vornehmen. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Februar 2018 und erfolgen in mehreren Bauabschnitten.

Folgende Arbeiten werden durchgeführt:

  • Umlegung einer Trinkwassertransportleitung zwischen der Straße Am Wasserwerkswäldchen und der Kreuzung Bonner Straße/Brühler Straße
  • Inbetriebnahme einer stillgelegten Wassertransportleitung auf einem knapp 500 Meter langen Teilstück der Bonner Straße
  • Verlegung neuer Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Stromleitungen in der Bonner Straße und den Seitenstraßen sowie Erneuerung von Hausanschlussleitungen

Insgesamt verlegt die RheinEnergie im Zuge des Stadtbahnbaus mehr als 18 Kilometer neue Leitungen, um die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser und Energie auch in Zukunft sicherzustellen. Über den Ablauf der Arbeiten in den einzelnen Bauabschnitten informiert die RheinEnergie zu einem späteren Zeitpunkt separat.

Arbeiten der Stadtentwässerungsbetriebe Köln

Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln verbessern im Einzugsgebiet von Marienburg den Überflutungsschutz durch eine Vergrößerung der Speicherkapazität des Kanalnetzes. In Koordination mit den Arbeiten für die Stadtbahn wird die Ablaufleistung der Kanäle in der Bonner Straße erhöht. Im Vorfeld wurden alle Kanäle auf ihren baulichen Zustand hin überprüft und soweit erforderlich saniert.

Folgende Maßnahmen werden durchgeführt:

  • Kanalbau zum Anschluss des bereits in der Lindenallee hergestellten Stauraumkanals an den Mischwasserkanal in der Bonner Straße (circa 40 Meter)
  • Bau des Stauraumkanals Bonner Straße vom Verteilerkreis bis zur Lindenallee (circa 170 Meter)
  • Verlegung eines Steinzeugrohrkanals im Bereich der Marktstraße (circa 25 Meter)
  • Umbau von 24 Kanalschächten im Bereich von der Marktstraße bis zur Lindenallee

Die Ergebnisse der Überprüfung der Abwasserleitungen und mögliche Sanierungsverfahren werden den Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern vor der Umsetzung der oben genannten Maßnahmen schriftlich mitgeteilt. Ihnen gehören die Anschlussleitungen und sie müssen die Schadensbeseitigung leider auf eigene Kosten durchführen lassen. Hierzu erfolgen mit dem Schreiben der Stadtentwässerungsbetriebe Köln detaillierte Informationen.

Straßenarbeiten

Nach erfolgtem Umbau wird der Autoverkehr im nördlichen Teil der Bonner Straße, zwischen Schönhauser Straße und Gürtel, je Fahrtrichtung einspurig geführt. Für Radfahrende wird es Schutzstreifen auf der jeweiligen Fahrbahn geben. Im südlichen Teil, zwischen Gürtel und Verteilerkreis Süd, wird der Verkehr je Fahrtrichtung zweispurig fließen. Baulich getrennte Radwege führen durch die Nebenanlagen. Sowohl der motorisierte als auch der Radverkehr erfahren mit dem Umbau eine deutliche Verbesserung. Parkstände entlang der Bonner Straße ordnen zukünftig den ruhenden Verkehr. Außerdem werden Konzepte zur Parkraumbewirtschaftung erarbeitet, über die zu gegebener Zeit separat informiert wird. 

Die Knotenpunkte Bonner Straße/Marktstraße/Schönhauser Straße und Bonner Straße/Brühler Straße werden großzügig umgebaut, um den zukünftigen Verkehrsbedürfnissen aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gerecht zu werden. In diesem Zug werden auch die Marktstraße in Verbindung zur Bonner Straße und die angrenzende Schönhauser Straße umgestaltet und verkehrstechnisch optimiert.

Der Durchgangsverkehr auf der Marktstraße wird auf den nördlichen, überwiegend gewerblich genutzten Teil verlegt. Die südliche Marktstraße, die überwiegend von Wohnbebauung geprägt ist, wird in einen verkehrsberuhigten Bereich mit ausreichenden Parkmöglichkeiten umgebaut. Die Grünfläche ("Tälchen") in der Mitte der heute noch zweiteiligen Marktstraße wird vergrößert und in ihrer Aufenthaltsqualität durch eine Neugestaltung verbessert.

Die denkmalgeschützte Allee der Schönhauser Straße erfährt mit dem Umbau eine einheitliche Gestaltung. Bäume, die der Umgestaltung der Straßenkreuzung Schönhauser/Bonner Straße weichen müssen, werden ersetzt und der Straßenzug wird einheitlich neu bepflanzt.

Die Marktstraße und die Schönhauser Straße werden auch mit Schutzstreifen für Radfahrende ausgestattet. Im Verlauf der gesamten Baumaßnahme wird mit dem Einbau taktiler Elemente und der Ausstattung mit Blindensignalisierung ein barrierefreies Umfeld geschaffen.

Für die Bauzeit hat ein Verkehrsgutachter ein geeignetes Umleitungskonzept erarbeitet. Dieses wird rechtzeitig vor Beginn der Straßen- und Gleisbaumaßnahme vorgestellt.

Arbeiten der Kölner Verkehrs-Betriebe

Für die Stadtbahn ist auf dem gesamten Abschnitt ein durchgehender besonderer Bahnkörper geplant, der weitestgehend gerade und parallel verläuft. Die Gleistrasse wird lediglich an den Hauptknotenpunkten sowie den Einmündungen Cäsarstraße, Annastraße und Sinziger Straße unterbrochen. An ausgewählten Stellen werden sowohl Wendemöglichkeiten für den Individualverkehr als auch Fußgängerquerungen in Z-Form eingerichtet.

  • Gesamtlänge der Strecke: 1.950 Meter
  • Ausführung: komplett als Rasengleis
  • Doppelter Gleiswechsel nördlich der Endhaltestelle
  • Bushalt südlich der Endhaltestelle für die aus Rondorf und Meschenich kommende Linie
  • Bau eines Unterwerks im Bereich der P+R-Anlage zur Versorgung der neuen Strecke mit Strom
  • 90 Fahrleitungsmasten in den Nebenflächen zwischen den Bäumen

Der Busverkehr wird während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten. Je nach Bauphase kann es jedoch zu Sperrungen oder Umleitungen kommen, die von der KVB rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Ausblick

Gemeinsam mit der KVB wird der Ausbau der Schienen-Infrastruktur weiter voran getrieben. Mehrere große Stadtbahnprojekte sind für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW angemeldet, unter anderem die Ertüchtigung der Ost-West-Achse, die Anbindung von Rondorf und Meschenich und die Verlängerung der Gürtelstrecke (Linie 13).

Die 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn ist damit ein weiterer wichtiger Schritt, um den Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs  am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt zu erhöhen. Dieser Ausbau ist einer von zehn Leitzielen des Strategiepapiers "Köln mobil 2025". Insbesondere durch den Ausbau des städtischen Schienennetzes soll bei wachsender Stadtbevölkerung gleichzeitig ein höherer Anteil der Wege auf den ÖPNV verlagert werden, um überhöhte Schadstoffbelastungen zu vermeiden und eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur in der Kölner Innenstadt zu gewährleisten.

Das setzt ein attraktives ÖPNV-Angebot voraus, welches ausschließlich mit Buslinien nicht in der erforderlichen Kapazität und Pünktlichkeit bereitgestellt werden kann.

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Kontakt Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau