Alle Maßnahmen und Aktivitäten zum Schutz und Erhalt der Spatzen, die im Rahmen des Projektes durchgeführt werden, haben wir hier zusammengestellt.

Vorstellen möchten wir Ihnen auch die Aktiviäten von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Senioreneinrichtungen, die unsere Anregungen aufgegriffen haben. So entstanden neue Nistplätze, Futterstellen und Spatzenweiden in Köln!

Kölner Pilotprojekt zur spatzengerechten Gestaltung des Schulhofs

© Betina Küchenhoff

Viele Kinder kennen den Spatz oder Haussperling heute nicht mehr. Um dies zu ändern, haben wir ein Projekt zur spatzengerechten Schulhofgestaltung auf den Weg gebracht. In Kooperation mit dem BUND Köln e. V. werden dabei an zehn Kölner Pilotschulen jeweils drei Projekttage durchgeführt.

Nach einer Einführung in das Leben der Spatzen wird daran anknüpfend der Schulhof praxisnah in Teilen so gestaltet, dass der Spatz grundlegende Lebensbedingungen vorfindet und sich wieder wohlfühlen kann. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern werden dabei die für den Spatzen erforderlichen Strukturen angelegt:

  • Nistmöglichkeiten
  • Nahrungshabitate
  • Wasserstellen zum Trinken und Baden
  • Möglichkeiten zum Staubbaden

Ziele

Schülerinnen und Schüler sollen durch eigene Aktivitäten Zusammenhänge zwischen vorhandenen Biotopstrukturen und Vorkommen bestimmter Arten unmittelbar selbst erkennen und erfahren.

Ziel des Projektes ist es, den Kindern ökologische Zusammenhänge anhand einer positiv belegten Vogelart zu vermitteln, die leicht zu beobachten und in den Städten meist auch noch zu finden ist. Die aktive Mitarbeit soll die Kenntnisse nachhaltig verfestigen und eine Akzeptanz für die Umwelt schaffen. Darüber hinaus sollen im Sinne der Artenvielfalt bleibende Strukturen geschaffen werden.

Sie dienen nicht nur den Spatzen als Lebensgrundlage, sondern bieten auch anderen heimischen Arten einen Lebensraum. Auf diese Art und Weise wird nicht nur den Kindern die Natur näher gebracht, sondern langfristig auch ein Netz von Trittsteinen und Kleinbiotopen geschaffen. Die Artenvielfalt in der Stadt wird so ganz im Sinne der Biodiversitätsstrategie generell erhöht.

Die Schaffung naturnaher Strukturen wird außerdem die Aufenthaltsqualität auf dem Schulgelände für die Schülerinnen und Schüler verbessern.

Liste der Schulen

© Betina Küchenhoff
  • Peter-Petersen-Grundschule Friedensstraße, Friedensstraße 41-45,  51147 Köln-Porz
  • Städtische Förderschule für geistige Entwicklung, "Schule Auf dem Sandberg", Auf dem Sandberg 120, 51105 Köln-Poll
  • Gemeinschaftsgrundschule Poller Hauptstraße, Poller Hauptstraße 61-65 Poll, 51143 Köln-Poll
  • Katholische Maternus-Grundschule, Bülowstraße 90, 50733 Köln-Nippes
  • Gemeinschaftsgrundschule Schmittgasse, Schmittgasse 66, 51143 Köln-Zündorf
  • Gemeinschaftsgrundschule Porz Hauptstraße, Hauptstraße 432, 51143 Köln-Porz
  • Gemeinschaftsgrundschule Friedrich-List-Schule, Breitenbachstraße 2, 51149 Köln-Gremberghoven
  • Gemeinschaftsgrundschule Am Rosenmaar, Am Rosenmaar 3, 51061 Köln-Höhenhaus
  • Katholische Grundschule Diependahlstraße 12, 51061 Köln-Stammheim

Projektablauf

Der genaue Projektablauf zur spatzengerechten Schulhofgestaltung wird vom BUND Köln e. V. erstellt.

Im Rahmen des Projektes wird mit den Schulklassen nicht nur gestaunt, gedacht und gerechnet, sondern auch ganz praxisbezogen gehämmert, gegraben und gesät. 

Die Erfahrungen an den einzelnen Einrichtungen fließen in die weiteren konzeptionellen Planungen des BUND Köln e. V. ein und werden für Optimierungen im Projektablauf genutzt.

Das Projekt läuft jeweils über drei Vormittage und es werden die nachfolgend genannten Inhalte vermittelt.

Die einzelnen Projekttage

Projekttag 1

Am ersten Projekttag wird den Kindern in der Schule der Haussperling anhand eines Präparates vorgestellt und besprochen, wer diesen Vogel selbst noch kennt. Anschaulich wird vermittelt, was der Spatz zum Überleben benötigt. Anschließend wird das erarbeitete Wissen mittels eines Films bei den Schülerinnen und Schülern verfestigt.

© Betina Küchenhoff

Nach einer kurzen Pause geht es mit einer Checkliste ins Gelände. Dort sollen die Kinder in Kleingruppen das Schulgelände betrachten und herausfinden, wie dem Spatz die Schule auf Grund der vorhandenen Gegebenheiten "gefällt".

Die ausgefüllten Arbeitsblätter der einzelnen Gruppen werden besprochen und es wird herausgearbeitet, welche Strukturen bisher fehlen und "was man wo" zukünftig auf dem Schulgelände ändern und umsetzen kann. Soweit noch Zeit bleibt, beginnen sie mit dem Bau von Nistkästen.

Projekttag 2

Nach einer kurzen Wiederholung der Ergebnisse vom Vortag werden die Nistkästen zu Ende gebaut.

Anschließend werden von den Schülerinnen und Schülern kleine Nester kreiert, um zu erfahren, welches Material geeignet und von Spatzen bevorzugt wird.

Mathe mit Praxisbezug! Über die Berechnung, wie viele Spatzen in den Kästen brüten und wie viele Junge sie in einem Jahr großziehen, lässt sich außerdem eine Recheneinheit in das Projekt integrieren.

© Betina Küchenhoff

Thema Nahrung: Mit den Schülerinnen und Schülern wird besprochen, was Spatzen fressen. Anschließend werden auf dem Schulgelände an einer geeigneten Stelle entsprechende Wildkräuter ausgesät. Zusätzlich werden Wassertränken mit Hilfe von Kaninchendraht und Estrichbeton gegossen.

Beim Futtersuchspiel, nach einer Idee des Forstes Baden-Württemberg, suchen die Kinder aus unterschiedlich gefärbten und auf dem Schulhof verteilten Strohhalmen, Pfeifenputzern oder Wäscheklammern eine bestimmte Farbe heraus und bringen diese quer über das Schulgelände zu einem festgelegten Platz.

Dabei kommen die Schülerinnen und Schüler ganz schön ins Laufen! So wird den Kindern anschaulich vermittelt, wie anstrengend es für Spatzeneltern ist, ihre Jungen satt zu bekommen.

Des Weiteren wird deutlich, dass Spatzen keine langen Wege zur Nahrungssuche zurücklegen können, sondern auf ein nahrungsreiches Umfeld in Nähe des Nistplatzes angewiesen sind.

Spielanleitung, Forst Baden-Württemberg

Projekttag 3

© Betina Küchenhoff

Nach einer Wiederholung der erarbeiteten Themen des Vortages werden am letzten Projekttag die Vogeltränken an einer guten Stelle im Schulgelände platziert und die Nistkästen an einer geeigneten Fassade angebracht.

Zum Abschluss des Dreitage-Projektes wird mit der Schulklasse besprochen, welche Beobachtungen an den Nistkästen im Jahresverlauf möglich sind. Daneben wird gemeinsam erarbeitet, was zur weiteren Pflege und zum Erhalt der neu angelegten Strukturen, wie etwa der Wildkräuterwiese notwendig ist und langfristig zur Wiederansiedlung der Spatzen beiträgt.

Weiteres Material für den Unterricht in der Grundschule

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft: Den Spatz in die Schule bringen - mit der Spatzenrallye spielerisch Wissenswertes erfahren. Arbeitsblätter für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler

Spatzengerechte Lebensräume in Köln

Nikolausplatz

Der Niklolausplatz stellt im Herzen von Sülz ein wahres Spatzenparadies dar. Das ist nicht nur der guten Druchgrünung des Umfeldes zu verdanken, sondern auch dem bürgerlichen Engagement. Durch sachgerechte, ganzjährige Fütterung und naturnahe Gestaltung von Baumscheiben über eine Patenschaft besteht ein ausreichendes Nahrungsangebot und die Altbauten der Umgebung einschließlich der Nikolauskirche bieten genügend Nischen in den Fassaden für die Nistplätze.

Der angrenzende Spielplatz weist darüber hinaus ausreichend Versteckmöglichkeiten für die Vögel auf. Damit dies bei der Pflege zukünftig entsprechend berücksichtigt und zudem das natürliche Nahrungsangebot für Spatz und Co sinnvoll ergänzt wird, hat der BUND ein Pflanzkonzept entwickelt, das den Ansprüchen besser gerecht wird. Dieses wurde vom Amt für Landschaftspflege und Grün umgesetzt. Die sachgerechte Pflege im Sinne der Artenvielfalt wird in Form einer Patenschaft durch den BUND gewährleistet.

Die Spatzen haben jedenfalls ihre Freude daran.

© Stadt Köln, B. Küchenhof
© Stadt Köln, B. Küchenhof
© Stadt Köln, B. Küchenhof

Gut Leidenhausen

Mit Unterstützung der Waldschule der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde mit einer Förderschulklasse und der Biologie AG einer Porzer Realschule ein Spatzenlebensraum auf Gut Leidenhausen geschaffen.

Dieser umfasst nicht nur Spatzennisthilfen sondern auch eine Futterstelle sowie die Aussaat einer spatzengerechten Wiese.

Zollstock

© Betina Küchenhoff

In einer Sozialsiedlung in Zollstock wurden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wohnungswesen und dem BUND Köln e. V. nicht nur Spatzenkästen aufgehängt, sondern durch die ökologische Umgestaltung des Außenbereichs ist auch ein Lebensraum für andere heimische Arten geschaffen worden. Auf dem Gelände befinden sich nun beispielsweise:

  • Wildwiese
  • Gemüsebeete
  • Benjeshecke
  • Insektenhotel

GAG aktiv für den Spatzenschutz

Im Zuge einer Abriss-/Neubaumaßnahme der GAG Immobilien AG an der Danziger Straße in Porz-Urbach mussten auch die vorhandenen Brutplätze für Haussperlinge entfernt werden. Gemeinsam und höchst kreativ sorgten die Untere Naturschutzbehörde, die Wohnungsbaugesellschaft und das Landschaftsarchitekturbüro Lill + Sparla für Ersatz in Form von zwei Spatzenbäumen.

Aber damit nicht genug. Damit die Spatzen auch genügend Futter haben, wurde in Zusammenarbeit zwischen der GAG und der NABU-Biostation Köln-Leverkusen unterhalb der Nistbäume zusätzlich eine zweischürige, blütenreiche Langgraswiese angelegt. Demnächst sollen auch noch Insektennisthilfen aufgestellt werden. Durch diese vorbildlichen Aktionen ergeben sich nun nicht nur vielfältige Möglichkeiten für die Bewohner, Natur unmittelbar vor Ort zu erleben und damit wieder mehr mit der heimischen Tier-und Pflanzenwelt vertraut zu werden und diese wertzuschätzen. Es ist auch ein toller Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt in der Stadt.

Kölner Zoo

Der Kölner Zoo beherbergt bislang die größte Spatzenkolonie in Köln. Mit seiner Tierhaltung und den unterschiedlichsten Gebäuden bietet er Nahrung und Brutplätze in ausreichender Zahl. Um die Besucherinnen und Besucher für den Schutz dieser Vögel zu sensibilisieren, wurden zusätzlich Nistkästen aufgehängt und auf einer Informationstafel alles Wissenswertes über den Spatz zusammengestellt.

Spatzen-Aktionen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern

Angeregt durch das städtische Spatzenprojekt wurden folgende Aktionen von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen oder auch Senioreneinrichtungen umgesetzt.

Spatzennahrung

Die Spatzensaatgutmischung der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft wurde nicht nur auf Baumscheiben und auf Grünflächen von Kindertagesstätten ausgesät, sondern auch auf einem Balkon in Niehl. So entstanden natürliche Nahrungsplätze für Spatzen in der Stadt.

Die Saatgutmischung, die gut im Balkonkasten gedeiht, hübsch aussieht und Nahrung für hungrige Spatzen bietet, enthält:

  • Sonnenblume
  • Ringelblume
  • Gewöhnlicher Natterkopf
  • Gewöhnliche Wegwarte
  • Margerite
  • Moschus-Malve
  • Nackt-Hafer
  • Sommerweizen

Nisthilfen

Da den Spatzen die Nistplätze fehlen, wurden, angeregt durch das Spatzenprojekt an vielen Stellen in Köln von Privatpersonen bereits Nistkästen aufgehängt. So zum Beispiel in Rodenkirchen, Mülheim und Rondorf.

© Stadt Köln, B. Küchenhoff
Nistkästen Rondorf
© Stadt Köln, B. Küchenhoff
Nistkästen Porz
© Stadt Köln, B. Küchenhoff
Nistkästen Rath Heumar

Spatzenaktion des NABU Köln an der Grundschule Irisweg

Die Naturschutz-AG der OGS hatte festgestellt, dass es in den letzten Jahren weniger Spatzen auf dem Schulhof der Grundschule Irisweg gibt. Angeleitet von Martin Verfürth vom NABU wurde aus diesem Grund in den Osterferien 2017 ein Spatzenhilfsprojekt gestartet und neuer Lebensraum für den Vogel geschaffen. Dazu wurden im Schulgarten ein Wildblumenwiesenstreifen ausgesät, eine Sandfläche angelegt, eine Vogeltränke geschaffen und drei Reihenhäuser für Spatzen aufgehängt. Jetzt warten alle gespannt, wie die Spatzen die neuen Lebensbedingungen annehmen.

Außenstelle Umweltpädagogik - Der NABU-Stadtverband Köln

Die Kindergruppe des NABU Stadtverbands baut Nistkästen in Bocklemünd

© Wolfgang Kayser

Die Kindergruppe des NABU Stadtverband Köln trifft sich regelmäßig, um Aktionen im Bereich des Naturschutzes durchzuführen. Da kam das Spatzenprojekt gerade recht. Eifrig wurden auch hier Nistkästen gebaut und auf dem Gelände der Evangelischen Auferstehungskirche in Bocklemünd gleich aufgehängt. So konnte ein neuer Lebensraum für Spatzen mit den Kindern geschaffen werden.

Regionalagentur aktiv für den Spatzenschutz im Karneval

"Der Spatz - Botschafter für Natur und Artenvielfalt in der Stadt" hatte die Aufmerksamkeit der Mitarbeiterinnen der Regionalagentur Region Köln geweckt und die räumliche Nähe der Regionalagentur im "Alten Stollwerkhaus" zum Wallraffplatz schließlich zum Motto für 2017 geführt. Da die Rosenmontagsveranstaltung der Regionalagentur Region Köln gerne von vielen Jeckinnen und Jecken der Region Köln besucht wird, konnten in Anlehnung an den schönen Spruch von Don Bosco "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" für das Projekt der Stadt Köln und seiner Kooperationspartner insgesamt 60 Euro in die Spendendose für die "Stadt-Spatzen" gesammelt werden. Das Geld wurde dem BUND für das Spatzenprojekt zur Verfügung gestellt.

Offene-Ganztags-Schule Bocklemünd

Die benachbarte Offene-Ganztags-Schule der Gemeinschaftsgrundschule Kunterbunt hat sich ebenfalls an der Aktion beteiligt. Unter der Anleitung eines Mitarbeiters vom NABU Stadtverband Köln bauten die Schülerinnen und Schüler fleißig Nisthilfen für Spatzen und hängten diese anschließend auf.

Senioreneinrichtungen

Clara-Elisen-Stift zu Köln, Altstadt/Süd

© Wolfgang Kayser

Der Spatzenkalender, den alle Seniorenwohnheime in Köln erhalten haben, bot einigen Einrichtungen Anlass, sich gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern dem kleinen Vogel zu widmen.

So wurde im Clara-Elisen-Stift nicht nur ein Spatzenhotel aufgehängt, seitdem findet dort zusammen mit den Seniorinnen und Senioren auch eine regelmäßige Vogelfütterung und Beobachtung der gefiederten Gäste statt.

Seniorenhaus Sankt Anna, Lindenthal

Im Außenbereich des Seniorenhauses Sankt Anna wurden Nisthilfen aufgehängt und zusätzlich in Bastelaktionen auch Futtersilos hergestellt.

Während des Bastelns entwickelten sich lebhafte Gespräche, verbunden mit vielen Erinnerungen an die kleinen, lustigen Gesellen. Nachdem die Futtersilos fertiggestellt waren, wurden sie unter den fachkundigen Blicken der Bewohnerinnen und Bewohner im Garten aufgehängt und von den Spatzen gleich angenommen.