Die zwischenjährlichen Schwankungen der Schadstoffbelastung der Luft hängen stark von den jeweiligen Witterungsbedingungen ab. Hohe Konzentrationen von Luftschadstoffen treten typischerweise vornehmlich an Hochdruckwetterlagen mit geringen Windgeschwindigkeiten auf. Gleichzeitig haben Niederschläge, wie Regen oder Schnee einen reinigenden Einfluss auf die Luftschadstoffkonzentrationen.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen erfasst mit verschiedenen Messstationen Werte zu allen Luftschadstoffen.

Stationsbezogene Messwerte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW

Stickstoffdioxid

Die Stickstoffdioxid-Konzentrationen in Köln sind seit dem Jahr 2000, unter Berücksichtigung zwischenjährlicher Schwankungen, nahezu unverändert. An den verkehrsnahen Standorten werden häufig Konzentrationen festgestellt, die über dem einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter  liegen. Dies ist vor allem auf den überproportionalen Anstieg von modernen Dieselfahrzeugen im Gesamtverkehr zurück zu führen.

Entgegen den ursprünglichen Erwartungen wurde über die Einführung der neuen europäischen Pkw-Grenzwertstufen Euro 5 (ab 2009) und Euro 6 (ab 2014) keine Verminderung der Stickstoffdioxidemissionen erreicht.

Grund ist der sogenannte Abgasskandal der Automobilindustrie, bei dem unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet wurden, um die Abgasnormen zu umgehen.

Feinstaub

Die Feinstaubkonzentrationen sind an den Hintergrund-Messstationen Chorweiler und Rodenkirchen leicht abnehmend. Seit der Einführung der Umweltzone im Jahr 2008 wird auch an verkehrsnahen Standorten ein Rückgang der Anzahl der Tage mit einer Überschreitung des Tagesmittelwertes festgestellt. Der Jahresmittelwert wird an den Messstationen im Stadtgebiet, Turiner Straße und Clevischer Ring eingehalten.

Wobei generell eine Stagnation der Feinstaubkonzentration beobachtet wird. Das Umweltbundesamt führt die weiterhin hohen Feinstaubkonzentrationen auf den Fahrzeugverkehr und die nur gering abnehmenden Emissionen der Kleinfeuerungsanlagen der privaten Haushalte zurück.

Weitere Informationen zu Feinstaub

Ozon

Bodennahes Ozon, auch als "Sommersmog" bezeichnet, wird im Gegensatz zu anderen Luftschadstoffen nicht direkt emittiert. Es bildet sich unter Einwirkung von Sonnenlicht aus sogenannten Vorläuferstoffen. Zu diesen Vorläuferstoffen zählen Stickstoffoxide NOx und leichtflüchtige organische Substanzen VOC, wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe.
Ozon wird an den Messstationen in Köln-Chorweiler und Köln-Rodenkirchen gemessen.

Weitere Informationen zu Ozon

Schwefeldioxid

Schwefeldioxid ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Heizöl sowie anderer schwefelhaltiger Brennstoffe in die Luft freigesetzt wird. Als relativ leicht lösliches Reizgas wirkt Schwefeldioxid auf die Schleimhäute der Augen sowie die oberen und unteren Atemwege. In Kombination mit Schwebstäuben und deren Inhaltsstoffen verstärkt sich die Reizwirkung des Schwefeldioxids.

Mitte der 80er Jahre erfolgte durch die Entschwefelung von Rauchgasen in der Industrie sowie die Umstellung von Kohle auf Gas oder Öl als Brennstoff eine deutliche Reduzierung der Schadstoffbelastung durch Schwefeldioxid.

Die Jahresmittelwert liegen inzwischen weit unter den Grenzwerten der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung.

Benzol

Benzol zählt zu den giftigsten Kohlenwasserstoffen. Es ist krebserzeugend und schädigt in erster Linie das blutbildende System.

In den letzten 20 Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Benzol-Immissionen an verkehrsreichen Straßen zu verzeichnen. Ausgelöst durch die hohe Minderung des Benzolgehalts der Otto-Kraftstoffe und den Einsatz des Dreiwege-Katalysators in Fahrzeugen.

Der seit dem 1. Januar 2010 geltende Immissionsgrenzwert für die Benzolbelastung von 5 Mikrogramm pro Kubikmeter wird inzwischen bundesweit eingehalten.

Das Landesumweltamt stellt die Messergebnisse für Benzol in Form von Jahresmittelwerten zur Verfügung.