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Kaminofen

Die Energiepreise sind in den letzten Jahren stark angestiegen, um so mehr erfreuen sich Kaminöfen oder Kachelöfen an Beliebtheit. Gerade im Herbst oder Frühjahr werden sie häufig als Zusatzheizung zu den zentralen Gas- und Ölheizungen in den Haushalten betrieben.

Beim Verbrennen von Holz enstehen aber schädliche Emissionen, die mit einhergehenden Geruchsbelästigungen die Luftqualität verschlechtern. Den notwendigen Immissionsschutz gewährleistet eine effiziente und emissionsarme Feuerstätte, die technisch gut gewartet und richtig mit Holz befeuert wird.  

Welche Schadstoffe können beim Verbrennen entstehen?

Kleinfeuerungsanlagen sind eine bedeutende Quelle für besonders gesundheitsgefährdende Stoffe, wie beispielsweise Feinstaub, Kohlenmonoxid oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Bei einer unvollständigen Verbrennung von Holz enstehen organische Verbindungen, sie verursachen Geruchsbelästigungen.

Problem Feinstaub

Nach dem Straßenverkehr sind Feuerungsanlagen der zweitgrößte Verursacher für Feinstäube. Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2006 bewirkt die gegenwärtige Belastung mit Feinstaub in Deutschland eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung der Bevölkerung im Mittel von 10,2 Monaten. Ein Hauptanteil stammt aus Kleinfeuerungsanlagen, die mit Holz befeuert werden. Besonders in Ballungsräumen wirken sich unsachgemäß betriebene, alte und schlecht gewartete Kamine und Öfen negativ auf die Luftqualität aus.

Neue Grenzwerte für Kleinfeuerungsanlagen

Die Novelle der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung für kleine und mittlere Feuerungsanlagen, 1. BImSchV ist am 22. März 2010 in Kraft getreten. Seit dem gelten für Holzheizungen, Kaminöfen und andere kleine Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe strengere Umweltauflagen. Neu errichtete Einzelraumfeuerungsanlagen, das sind beispielsweise Kamin- oder Kachelöfen müssen ab diesem Zeitpunkt die festgelegten Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid einhalten.

Was bedeutet dies für ältere Feuerungsanlagen?

Für bestehende Anlagen gibt es ein Sanierungsprogramm, es wird langfristig in dem Zeitraum zwischen 2014 und 2024 umgesetzt. Hält eine bestehende Feuerungsanlage die geforderten Grenzwerte ein, kann sie weiter betrieben werden. Bei Überschreitungen muss eine Nachrüstung mit einem Staubfilter oder auch ein Austausch der Einzelraumfeuerungsanlage erfolgen. Entscheidend für den Zeitpunkt der Nachrüstung oder der Außerbetriebnahme ist das Datum auf dem Prüfschild der Anlage. Bespielsweise muss eine  Anlage mit dem Datum 31. Dezember 1974 auf dem Prüfschild bis zum 31. Dezember 2014 mit einem Staubfilter nachgerüstet oder ausgetauscht sein.

Es wird geschätzt, dass mit diesen Neuerungen die heutigen Emissionen von bundesweit rund 24.000 Tonnen bis zum Jahr 2025 halbiert werden können. Im Interesse der Luftreinhaltung ist eine möglichst frühzeitige Modernisierung von Altanlagen und damit die Reduzierung der Feinstaubbelastung anzustreben.

Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittelere Feuerungsanlagen) 1. BImSchV

Empfehlung: Holzpellets

Als Holzfeuerung mit geringeren Feinstaubemissionen ist die Feuerung mit Holzpellets zu empfehlen. Holzpellets sind kleine Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (beispielsweise Sägemehl oder Holzspäne), das bei der Holzverarbeitung anfällt. Pellets verbrennen bei geringen Schadstoffemissionen, mit wenig Ascheanfall und sind CO2- neutral. Besonders emissionsarme Pelletöfen und Pelletheizkessel sind mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" gekennzeichnet.  

Heizungsanlagen Holzpellets, Informationen des Blauen Engels

Weitere Informationen

Datenbank

In dieser Datenbank des HKI-Industrieverbands, Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V. können Sie nachschauen, ob Ihre Feuerungsstätte die erforderlichen Emissionsgrenzwerte einhält.

HKI-Datenbank zum Nachweis der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an Emissionen häuslicher Feuerstätten für feste Brennstoffe, HKI-Industrieverband, Haus-, Heiz- und Küchentechnik e. V.