Die Stegerwaldsiedlung wurde im Jahr 1953 erbaut. Sie umfasst heute ein Gebiet von circa 313.000 Quadratmetern und besteht aus 1.395 Wohnungen mit einer Wohnfläche von rund 79.700 Quadratmetern.

Entsprechend dem zum Baujahr vorliegenden Standard sind die Kellerdecken und Dächer nicht isoliert. Die Wärmedämmung der Fassaden liegt weit unter den Werten, die heute für Neubauten gefordert werden. Auch die bisherige Wärmeversorgung entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Bereits in den Jahren 2008 bis 2014 wurde ein Teil der Gebäude durch die Eigentümerin, die Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH, DEWOG, energetisch modernisiert. Im Rahmen von GrowSmarter werden nun weitere 16 Gebäude mit einer Wohnfläche von ungefähr 33.500 Quadratmetern energetisch modernisiert. Im Jahr 2013 betrug der Energiebedarf dieser Gebäude 163 Kilowattstunden pro Quadratmeter für Heizung und Warmwasser. Der Stromverbrauch lag bei 36 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Im Rahmen der nun erfolgenden energetischen Modernisierung werden die Kellerdecken und Dachböden sowie die Dächer der Gebäude gedämmt. Die bereits mit einer sechs Zentimetern starken Dämmung versehenen Fassaden werden an den Giebeln durch eine zehn Zentimeter dicke Dämmung ergänzt. Bisher nicht gedämmte Häuser werden erstmalig mit einem circa 16 Zentimeter dicken Wärmedämmverbundsystem ausgestattet. Mit diesem System werden auch die Häuser entlang der Deutz-Mülheimer-Straße neu isoliert.

Die vorhandenen Gasetagenheizungen und Gaszentralheizungen werden durch moderne, elektrisch betriebene Luftwärmepumpen mit hohen Wirkungs- und Nutzungsgraden ersetzt. Die Wärmepumpen werden mit Strom von den Photovoltaik-Anlagen betrieben, die von der RheinEnergie AG auf den Dächern installiert werden.

Teilweise werden die alten Fenster gegen Fenster mit Dreifachverglasung ausgetauscht. Bei den meisten Gebäuden werden zudem die Dachgeschosse ausgebaut, so dass sich die Gesamtzahl der Wohnungen und die Wohnfläche in den Gebäuden erhöht. Durch diese energetische Modernisierung soll der Gesamtenergiebedarf auf weniger als 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter reduziert werden.

Parallel zu diesen Arbeiten wird die DEWOG an den betroffenen Bestandsgebäuden weitere Modernisierungsmaßnahmen, den Einbau von Vorsatzaufzuganlagen und den Anbau von Vorsatzbalkonen durchführen. Dabei handelt es sich um Aufzüge und Balkone, welche außen an der Fassade angebracht werden.

Die genaue Lage der einzelnen Häuser können Sie auf dieser Karte sehen. Bei einem Klick auf die einzelnen Punkte erhalten Sie genaue Informationen zu den jeweils erfolgenden Maßnahmen.

Energieversorgung

Zusätzlich wird der von den Photovoltaik-Anlagen produzierte Strom auch den Mieterinnen und Mietern in Form von Mieterstrom zur Verfügung gestellt. Zur Abdeckung von Spitzenlasten wird die Wärmeversorgung mittels Fernwärme aus dem Fernwärmenetz der RheinEnergie AG ergänzt. Das Gesamtsystem wird durch eine von der RheinEnergie AG neu entwickelte Software, dem sogenannten "Siedlungsmanagement", weitestgehend automatisch gesteuert.

Durch dieses Steuerungssystem ist es möglich, auch die an den geplanten Mobilitätsstationen vorhandenen Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes mit Strom zu versorgen.

Weitere Informationen zu den Mobilitätsstationen
© AGT International

Eine ebenso wichtige Komponente zur Reduzierung des Energiebedarfs stellt die Erfassung der Verbrauchsdaten für Strom und Wärme mittels intelligenter Sensoren, sogenannter "SmartMeter" dar, die analysiert und den Mieterinnen und Mietern datenschutzkonform aufbereitet angezeigt werden können. In Verbindung mit dem "SmartHome"-Produkt der RheinEnergie AG bekommen sie dadurch Steuerungsmöglichkeiten für ihre Endgeräte, wie zum Beispiel nach Anwesenheit aktivierte Heizungen. Der Energieverbrauch kann so bedarfsgerechter gesteuert werden.

Öffentlichkeitsarbeit und weitere Informationen

Im Rahmen des EU-Projektes GrowSmarter werden in der Stegerwaldsiedlung etliche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Am 24. November 2015 haben wir die dortigen Mieterinnen und Mieter in einer Veranstaltung aller Partner über die dort geplanten Maßnahmen informiert. Als weiteres Informationsangebot bieten wir eine Sprechstunde in den Räumlichkeiten des "Café Stegerwald" an. Beginnend am 13. Januar 2016 ist dort im 14-tägigen Rhythmus eine Ansprechperson zur Beantwortung der Fragen zum Projekt GrowSmarter anwesend.

Die Community Reporter Köln haben die Informationsveranstaltung begleitet und eine Filmdokumentation erstellt, welche Sie hier ansehen können:

Zu den Maßnahmen in der Stegerwaldsiedlung gibt es zudem einen interessanten Film der RheinEnergie AG, den wir Ihnen hier vorstellen möchten:

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