Open Government und Open Data sind wichtige Bestandteile des von der Verwaltung erarbeiteten und vom Rat beschlossenen übergreifenden Konzepts zur Internetstadt Köln (Ratsbeschluss 0687/2012  "Internetstadt Köln" vom 20. September 2012). Modernes Verwaltungshandeln heißt auch offenes Verwaltungshandeln. Open Government fordert in diesem Zusammenhang eine neue, transparente und vor allen Dingen auf Zusammenarbeit ausgelegte Verwaltungsstruktur und geht somit einher mit einer Anpassung und Änderung der bestehenden Verwaltungskultur.

Offene Daten sind für Wirtschaft, Bildung, Forschung und die Bürgerschaft nützlich. Sie sind aber auch ein Schatz für die Verwaltung und diejenigen, die Daten bereitstellen, selbst. Ihr weitreichendes Potenzial lässt sich jedoch nur dann nutzen, wenn die Daten flächendeckend zur Verfügung stehen.

Neben der informellen Grundversorgung mit Daten, ihrer Darstellung und Interpretation haben Verwaltung und Stadtwerke durch den Ratsbeschluss zur "Internetstadt" den Auftrag, diese Informationen auch als Rohdaten schnell auffindbar, maschinenlesbar, dauerhaft erreichbar und flexibel nutzbar als Open Data vorzuhalten.

Diese Öffnung von Verwaltungsdaten bildet das Fundament einer transparenten Verwaltung und damit einen weiteren Schritt hin zu einer "digitalen Stadt". Die "Digitale Stadt" ist ein umfassendes Querschnittsthema für die gesamte Stadtgesellschaft - und ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor ist das gemeinsame, nachhaltige, Identität stiftende und erhaltende Engagement aller Beteiligten.

Ein wesentlicher Baustein der Kölner Open-Data Plattform ist die Möglichkeit des Dialoges und der Kommentierung durch Interessierte, die sogenannte OpenData-Community.

Im Projekt GrowSmarter sollen neue Datenquellen bei den Projektteilnehmenden erschlossen werden. Diese Datenbestände werden wir dann aufbereiten, visualisieren und, falls rechtlich möglich, als OpenData veröffentlichen.

Mit der Veröffentlichung dieser neuen Daten auf unserer Internetplattform versetzen wir interessierte Gruppen in die Lage, Anwendungen zu generieren, die wiederum den Pilotteilnehmenden in Mülheim zur Verfügung stehen, um das bestehende Ökosystem noch effektiver werden zu lassen.

Offene Daten Köln
aktuelle Pressemitteilung

In der OpenData-Community ist nun die erste Anwendung entwickelt worden, die in GrowSmarter gewonnene Daten verarbeitet. Es werden unter anderem die aktuellen Standorte der KVB-Leihfahrräder angezeigt und hochgerechnet, welche Strecke mit jedem einzelnen Fahrrad zurückgelegt wurde. Dabei werden keine personenbezogenen Daten verarbeitet, lediglich die GPS-Informationen werden ausgelesen.

Die Anwendung können Sie unter dem folgenden Link aufrufen. Bitte beachten Sie, dass momentan noch Entwicklungsarbeiten stattfinden und die Anwendung daher nur mit dem Webbrowser Google Chrome vollständig funktioniert.

KVB-Fahrräder in Köln

Dashboard

© the urban institute

Neben den Anwendungen, welche durch die OpenData-Community entwickelt werden können, möchten wir Ihnen eine Plattform anbieten, die möglichst viele Daten in Echtzeit zur Verfügung stellt. So können Sie selber den für Sie geeigneten Weg planen und erfahren zum Beispiel, wo Sie mit Störungen oder Einschränkungen rechnen müssen. Vielleicht geben wir Ihnen so auch den Anstoß, auf das eigene Auto zu Gunsten eines klimafreundlicheren Verkehrsmittels zu verzichten.

Gleichzeit wollen wir aber auch interessante Informationen aus anderen Bereichen anbieten. Dies können zum Beispiel Daten zur Schadstoffbelastung oder Temperatur an einzelnen Punkten im Stadtgebiet sein.

Lassen Sie sich überraschen! Wir werden Sie an dieser Stelle über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Fußgänger- und Radverkehr

© AGT International

Oft genug überqueren Sie eine Straße und schon nach der Hälfte der Strecke schaltet die Fußgängerampel auf "Rot". Das ist für Sie als Fußgängerin oder Fußgänger kein Problem, denn es ist Teil der Ampelsteuerung und soll verhindern, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt weitere Personen versuchen, die Straße zu überqueren. Im Hintergrund läuft nämlich schon die Zeit für den auf "Grün" wartenden Autoverkehr. Was aber macht eine Person mit eingeschränkter Mobilität? Auf ihre Bedürfnisse reagiert die Ampelschaltung nicht. Sie weiß schließlich nicht, dass ein langsamerer Mensch gerade die Straße überquert.

Wie wäre es, wenn die Ampelanlage mit Sensoren ausgestattet ist, die erkennen, dass sich gerade eine langsamere Person, beispielsweise im Rollstuhl sitzend, auf der Fahrbahn befindet? Die Ampelanlage ist jetzt in der Lage, ein anderes Steuerungsprogramm abzurufen, welches eine längere Grünphase für die Fußgängerampel schaltet.

Sensoren können auch helfen, Verkehrsunfälle zu verhindern. Immer wieder werden Radfahrerinnen oder Radfahrer durch ein abbiegendes Fahrzeug erfasst. Natürlich ist hier zunächst die Aufmerksamkeit aller am Straßenverkehr Teilnehmenden gefragt. Dennoch lassen sich nicht immer die gefährlichen Situationen, in denen der sogenannte "Tote Winkel" eine Rolle spielt, ausschließen. Helfen können hier Sensoren, die durch entsprechende Meldungen auf den Radverkehr aufmerksam machen. Dabei kann es sich um Informationen handeln, die im Fahrzeug beispielsweise in der Windschutzscheibe eingeblendet werden. Möglich ist aber auch die Aktivierung eines Warnlichtes als Zusatz zu einer Ampelanlage.

Autoverkehr

Moderne Verkehrskonzepte sehen im Regelfall eine Verringerung des Autoverkehrs in den Innenstädten vor. Dennoch werden Autos weiterhin zur Fahrt in die Stadt genutzt. Dann beginnt die Suche nach einem Parkplatz. In Köln gibt es ein hervorragendes Parkleitsystem, das Autofahrenden gezielt Informationen zur Auslastung der angeschlossenen Parkhäuser gibt. Zusätzlich stehen aber auch Parkplätze am Straßenrand zur Verfügung. Über die Belegung dieser Stellplätze gibt es jedoch keine Informationen. Man kann also nur in eine Straße hineinfahren und schauen, ob dort eventuell ein Parkplatz frei ist.

Mittels Sensortechnik ist es möglich, den Parkraum am Straßenrand auf seine Belegung hin zu überwachen. Die so ermittelten Daten sind dann zum Beispiel auf einer Tafel am Straßenbeginn zu sehen. Autofahrerinnen und Autofahrer können anhand dieser Informationen entscheiden, ob sie überhaupt in die Straße hineinfahren. Die Verkehrsbelastung durch Parkplatzsuchende kann sich so deutlich verringern. Dieses System ist nicht nur in der Innenstadt, sondern in allen Vierteln anwendbar.

Nicht nur im Berufsverkehr staut sich häufig der Verkehr. Verkehrsunfälle, Wasserrohrbrüche oder Ampelausfälle führen oft zu erheblichen Verkehrsstörungen. Sammelt man alle zur Verfügung stehenden Informationen in einer zentralen Anwendung und analysiert sie dort, sind individuelle Hinweise für jede Störung möglich, zum Beispiel der Verweis auf eine Umleitungsstrecke. Ebenso ist es möglich, auf den nächstgelegenen Mobility Hub aufmerksam zu machen, an dem das Auto gegen ein E-Bike getauscht werden kann. Verkehrsteilnehmende, die gerade erst losfahren wollen, nehmen statt des eigenen Autos vielleicht doch den Öffentlichen Personennahverkehr.

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