Wie viele Flüchtlinge leben in Köln und wie haben sich diese entwickelt? Auf dieser Seite haben wir Ihnen allgemeine Fragen und Antworten zur Situation der Flüchtlinge in Köln zusammengestellt.

Warum werden Flüchtlinge untergebracht und wie viele sind es in Köln?

Die Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet (unter anderem gemäß § 1 FlüAG), die ihnen zugewiesenen ausländischen Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen.

Es ist weiterhin mit hohen Zugangszahlen zu rechnen.

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2016

MonatFlüchtlingszahlen
Jan 1611224
Feb 1612205
Mrz 1612431
Apr 1612822
Mai 1613191

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2015

MonatFlüchtlingszahlen
Jan 155369
Feb 155781
Mrz 155992
Apr 156160
Mai 156401
Jun 156680
Jul 157208
Aug 157490
Sep 158003
Okt 158968
Nov 159288
Dez 1510153

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2014

MonatFlüchtlingszahlen
Januar3288
Februar3225
März3398
April3525
Mai3565
Juni3700
Juli3890
August4028
September4215
Oktober4519
November5033
Dezember5141

Wie haben sich die Flüchtlingszahlen in Köln entwickelt?

Entwicklung der Flüchtlingszahlen seit 2010

JahrFlüchtlingszahlen
20101638
20111949
20122196
20133072
20145141
201510153
201613191

Wo kommen die Flüchtlinge her und warum flüchten sie?

Die in Köln lebenden und Köln zugewiesenen Flüchtlinge kommen überwiegend aus folgenden Ländern:

  • 24 % Syrien
  • 18 % Irak
  • 10 % Afghanistan
  •   8 % Albanien
  •   4 % Serbien
  •   4 % Iran
  •   3 % Mazedonien
  •   2 % Kosovo
  •   2 % Nigeria
  •   2 % Algerien

Quelle: Ausländeramt der Stadt Köln vom Mai 2016.

Die häufigsten Gründe für eine Flucht sind:

Syrien: Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen.
Hinweis: Syrer kommen sowohl im normalen Asylverfahren – sie sind dann Asylsuchende wie die anderen Nationalitäten auch – wie auch als Kontingentflüchtlinge aufgrund besonderer Zusagen von Bundes- oder Landesregierung.

Ex-Jugoslawien (KosovoMazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina): unter anderem Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten, insbesondere von Roma-Angehörigen: gewalttätige Übergriffe, ungenügende Zugänge zur Gesundheitsversorgung und zum Bildungssystem, mangelhafte Existenzsicherung.

Afghanistan: unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen; Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; diverse Menschenrechtsverletzungen.

Iran: unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen sowie diverse Menschenrechtsverletzungen.

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Köln?

Die rechtlichen Möglichkeiten als "Flüchtling" in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling in Deutschland einen Asylantrag stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsaufenthalt führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen. Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer nach Deutschland. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die meisten Personen, die als Flüchtlinge in Wohnheimen und Hotels untergebracht sind, sind Asylbewerber oder Personen mit einer Duldung.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Köln bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge betrug im Jahr 2012 die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren 12,1 Monate.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls, von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.

Gehen Flüchtlingskinder in die Schule beziehungsweise in Kitas?

Sobald Flüchtlingskinder einer Gemeinde zugewiesen beziehungsweise dort gemeldet sind, unterliegen sie der Schulpflicht beziehungsweise haben einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz und OGS-Betreuung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen. Hier bestehen keine Sonderregelungen.

Alle aus dem Ausland zugereisten Kinder und Jugendlichen unabhängig vom Aufenthaltsstatus (also aus anderen EU-Staaten und Drittstaaten), die keine oder nur wenige Deutschkenntnisse haben, sollen im ersten Schritt einen Beratungstermin im Kommunalen Integrationszentrum wahrnehmen, um sie einstufen zu können. Zudem müssen sie auch eine Schuleingangsuntersuchung absolvieren. Anschließend werden sie falls erforderlich einer schulformübergreifenden Vorbereitungsklasse zugewiesen, die sie maximal zwei Jahre besuchen. Sobald wie möglich werden sie dann in einer Regelklasse der geeigneten Schulform beschult.

Den Kindern und Jugendlichen in der Notaufnahmeeinrichtung Herkulesstraße, die noch nicht schulpflichtig sind, werden seit Mai 2014 Sprachfördermaßnahmen zur Überbrückung angeboten.

Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Flüchtlinge, die im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sind, dürfen grundsätzlich arbeiten.

Flüchtlinge, die sich in einem Asylverfahren befinden, dürfen in den ersten 9 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland nicht arbeiten.

Flüchtlinge, die im Besitz einer Duldung sind, dürfen in den ersten 12 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland nicht arbeiten.

Nach 9 beziehungsweise 12 Monaten kann auf Antrag des Flüchtlings bei der Ausländerbehörde eine Beschäftigungserlaubnis erteilt werden. Die Ausländerbehörde muss grundsätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) einholen.

Ausnahmen, nach denen die Beschäftigung ohne Zustimmung der BA gestattet wird, sind insbesondere: Berufsausausbildungen, Praktika, Freiwilligendienste, Beschäftigungen als Hochqualifizierte oder für Beschäftigungen bei Verwandten ersten Grades.

Nach 4 Jahren kann auf Antrag bei der Ausländerbehörde eine Beschäftigungserlaubnis ohne Zustimmung der BA erteilt werden.

Die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ist Personen im Asylverfahren oder geduldeten Personen grundsätzlich nicht gestattet.

Wo in Köln sind Flüchtlinge untergebracht?

Kartenausschnitt mit den Unterbringungsstandorten, Stand: 8. Juni 2016
PDF, 5787 kb

Wie kann ich konkret helfen?

In vielen Stadtteilen gibt es aktive Gruppen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern, die sich bei der Betreuung einzelner Flüchtlinge oder in bestimmten Wohnheimen engagieren. Ob "vor Ihrer Haustür", in einem anderen Stadtteil oder gesamtstädtisch - Unterstützung ist erwünscht. Sie können sich für ein einmaliges Projekt oder auch für einen kurzen oder längeren Zeitraum engagieren, je nachdem wie viel Zeit sie aufbringen wollen oder können.

Ob Unterstützung beim Deutsch lernen, Begleitung bei Arzt- oder Behördengängen, Organisation gemeinsamer Feste, Angebote zur Freizeitgestaltung für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene oder auch ein Rundgang durch die Umgebung mit Tipps, wo was im Stadtteil zu finden ist – Einsatzfelder gibt es viele, Ideen sind immer gefragt.

Weitere Informationen finden Sie beim Netzwerk "Willkommenskultur Köln".

Netzwerk "Willkommenskultur Köln"

Der Caritasverband Köln hat einen Ratgeber herausgegeben mit übersichtlichen Tipps und Informationen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Umgang mit Flüchtlingen in Köln.

Weitere Informationen des Caritasverband Köln

Kompetente Ansprechpartner, die mit Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten durch sprechen und Sie an bereits aktive Kölnerinnen und Kölner – vielleicht auch in Ihrem Viertel - weitervermitteln können, finden Sie zum Beispiel

Caritas-Flüchtlingsberatung und Caritas-Integrationsagentur

Die Flüchtlingsberatung ist ein Therapiezentrum für Folteropfer und nimmt keine Sachspenden an. 

Ansprechpartnerinnen: Doris Kölsch und Giovanna Caloiero

Telefon: 0221 / 160-740 und 0221 / 98577-633

Email an die Caritas-Flüchtlingsberatung

Deutsches Rotes Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz nimmt auch Sachspenden an. Gesucht werden immer wieder:

  • Bettwäsche und Handtücher
  • Kleidung für Kinder, Männer und Frauen
  • Gut erhaltenes Kinderspielzeug, Bobby Cars, kleine Fahrräder

Diese können montags, dienstags und donnerstags von 7:30 bis 10:30 Uhr unmittelbar in der Kleiderkammer des Roten Kreuzes in der Oskar-Jäger-Straße 101-103 in 50825 Köln-Ehrenfeld abgegeben werden. Außerhalb dieser Zeiten hinaus können Sie auch den dort auf dem Gelände aufgestellten begehbaren Kleider-Container verwenden.

Servicenummer des DRK: 0221 / 5487-222

Email an das Deutsche Rote Kreuz

Diakonisches Werk Köln und Region

Ansprechpartnerin: Martina Domke

Telefon: 0221 / 1603-826

Email an das Diakonische Werk Köln und Region
Weitere Informationen des Diakonischen Werks Köln und Region

Kölner Flüchtlingsrat

Ansprechpartner: Claus-Ulrich Prölß und Thomas Zitzmann

Telefon: 0221 / 3382-249 und 0221 / 3382-126

Email an Claus-Ulrich Prölß
Email an Thomas Zitzmann
Weitere Informationen des Kölner Flüchtlingsrates

Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"

Ansprechpartnerinnen: Nahid Fallahi und Margret Linder

Telefon: 0221 / 16860-570

Email an Nahid Fallahi vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"
Email an Margret Linder vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"
Weitere Informationen vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"

Kölner Freiwilligenagentur

Projekte "Mentoren für Flüchtlingsfamilien" und "Pat/-innen für die außerschulische Begleitung von Flüchtlingskindern"

Ansprechpartnerinnen: Gabi Klein, Svenja Rickert

Telefon: 0221 / 8882-780

Email an die Kölner Freiwilligenagentur
Weitere Informationen der Kölner Freiwilligenagentur