Wie viele Flüchtlinge leben in Köln und wie haben sich diese entwickelt? Auf dieser Seite haben wir Ihnen allgemeine Fragen und Antworten zur Situation der Flüchtlinge in Köln zusammengestellt.

Warum werden Flüchtlinge untergebracht und wie viele sind es in Köln?

Die Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet (unter anderem gemäß § 1 FlüAG), die ihnen zugewiesenen ausländischen Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen.

Die Stadt Köln bringt in ihren Einrichtungen alle ihr zugewiesenen Flüchtlinge unter. Hinzu kommen Personen, die Köln direkt ansteuern und die in den Notaufnahmeeinrichtungen auf die Weiterverteilung in andere Kommunen beziehungsweise Erstaufnahmeeinrichtungen warten. Rechtlich gesehen handelt es sich hierbei um unerlaubt Eingereiste und Personen, die keinen Asylantrag gestellt haben.

Köln zugewiesene Flüchtlinge sind

  • Asylsuchende
  • geduldete Personen, für die die Stadt Köln zuständig ist und die aus unterschiedlichen Gründen aktuell nicht ausreisen beziehungsweise nicht rückgeführt werden können
  • Personen, die aus humanitären Gründen einen Aufenthaltstitel erhalten (dies dann nochmals differenziert nach vielen unterschiedlichen Rechtsgrundlagen)
  • Personen mit Aufenthaltserlaubnis, die noch keine Wohnung auf dem Wohnungsmarkt finden konnten
  • Personen, die im Rahmen von Resettlement oder anderen Aufnahmeaktionen eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben.

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2016

MonatAnzahl der Flüchtlinge
Januar11224
Februar12205
März12431
April12822
Mai13191
Juni13705
Juli13842
August13613
September13532
Oktober13489
November13451

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2015

MonatAnzahl der Flüchtlinge
Januar5369
Februar5781
März5992
Arpil6160
Mai6401
Juni6680
Juli7208
August7490
September8003
Oktober8968
November9288
Dezember10153

Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Köln 2014

MonatAnzahl der Flüchtlinge
Januar3288
Februar3225
März3398
April3525
Mai3565
Juni3700
Juli3890
August4028
September4215
Oktober4519
November5033
Dezember5141

Wie haben sich die Flüchtlingszahlen in Köln entwickelt?

Entwicklung der Flüchtlingszahlen seit 2010

JahrAnzahl der Flüchtlinge
20101638
20111949
20122196
20133072
20145141
201510153
201613451

Wo kommen die Flüchtlinge her und warum flüchten sie?

In Köln lebenden und Köln zugewiesenen Flüchtlinge

SyrienIrakAfghanistanAlbanienSerbienIranMazedonienKosovoNigeriaAlgerienrestliche Staaten
Prozent241810844322223

Die häufigsten Gründe für eine Flucht sind:

Syrien: Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen.
Hinweis: Syrer kommen sowohl im normalen Asylverfahren – sie sind dann Asylsuchende wie die anderen Nationalitäten auch – wie auch als Kontingentflüchtlinge aufgrund besonderer Zusagen von Bundes- oder Landesregierung.

Ex-Jugoslawien (KosovoMazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina): unter anderem Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten, insbesondere von Roma-Angehörigen: gewalttätige Übergriffe, ungenügende Zugänge zur Gesundheitsversorgung und zum Bildungssystem, mangelhafte Existenzsicherung.

Afghanistan: unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen; Bürgerkriege und bürgerkriegsähnliche Unruhen; diverse Menschenrechtsverletzungen.

Iran: unter anderem Verfolgungstatbestände wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen sowie diverse Menschenrechtsverletzungen.

Wie lange bleiben die Flüchtlinge in Köln?

Die rechtlichen Möglichkeiten als "Flüchtling" in Deutschland ein Aufenthaltsrecht geltend zu machen sind sehr verschieden. So kann ein Flüchtling in Deutschland einen Asylantrag stellen oder aber auch Gründe vortragen, die zu einem befristeten Duldungsaufenthalt führen können. Manche Flüchtlinge werden im Rahmen eines humanitären Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen. Andere Personen sind zwar aus ihren Heimatländern geflohen, kommen aber als Studenten, Familienangehörige oder Arbeitnehmer nach Deutschland. Aus all diesen verschiedenen Aufenthaltsrechten leiten sich andere Folgerechte ab, zum Beispiel in Bezug auf die Aufenthaltsdauer oder den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die meisten Personen, die als Flüchtlinge in Wohnheimen und Hotels untergebracht sind, sind Asylbewerber oder Personen mit einer Duldung.

Genauso unterschiedlich wie die Fluchtgründe sind auch die Aufenthaltszeiten von Flüchtlingen in Deutschland. Wie lange Flüchtlinge in Köln bleiben, hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Dauer des Asylverfahrens, der Situation im Herkunftsland, der familiären Situation oder auch den gesundheitlichen Umständen.

Nach Aussage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge betrug im Jahr 2012 die durchschnittliche Gesamtverfahrensdauer bei Asylverfahren 12,1 Monate.

Ausländerinnen und Ausländer, die kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben, werden zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls, von der Ausländerbehörde in ihr Herkunftsland oder einen anderen sicheren Drittstaat zurückgeführt.

Gehen Flüchtlingskinder in die Schule beziehungsweise in Kitas?

Sobald Flüchtlingskinder einer Gemeinde zugewiesen beziehungsweise dort gemeldet sind, unterliegen sie der Schulpflicht beziehungsweise haben einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz und OGS-Betreuung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen. Hier bestehen keine Sonderregelungen.

Alle aus dem Ausland zugereisten Kinder und Jugendlichen unabhängig vom Aufenthaltsstatus (also aus anderen EU-Staaten und Drittstaaten), die keine oder nur wenige Deutschkenntnisse haben, sollen im ersten Schritt einen Beratungstermin im Kommunalen Integrationszentrum wahrnehmen, um sie einstufen zu können. Zudem müssen sie auch eine Schuleingangsuntersuchung absolvieren. Anschließend werden sie falls erforderlich einer schulformübergreifenden Vorbereitungsklasse zugewiesen, die sie maximal zwei Jahre besuchen. Sobald wie möglich werden sie dann in einer Regelklasse der geeigneten Schulform beschult.

Den Kindern und Jugendlichen in der Notaufnahmeeinrichtung Herkulesstraße, die noch nicht schulpflichtig sind, werden seit Mai 2014 Sprachfördermaßnahmen zur Überbrückung angeboten.

Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Flüchtlinge, die im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sind, dürfen grundsätzlich arbeiten.

Flüchtlinge, die sich in einem Asylverfahren befinden, dürfen in den ersten 9 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland nicht arbeiten.

Flüchtlinge, die im Besitz einer Duldung sind, dürfen in den ersten 12 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland nicht arbeiten.

Nach 9 beziehungsweise 12 Monaten kann auf Antrag des Flüchtlings bei der Ausländerbehörde eine Beschäftigungserlaubnis erteilt werden. Die Ausländerbehörde muss grundsätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) einholen.

Ausnahmen, nach denen die Beschäftigung ohne Zustimmung der BA gestattet wird, sind insbesondere: Berufsausausbildungen, Praktika, Freiwilligendienste, Beschäftigungen als Hochqualifizierte oder für Beschäftigungen bei Verwandten ersten Grades.

Nach 4 Jahren kann auf Antrag bei der Ausländerbehörde eine Beschäftigungserlaubnis ohne Zustimmung der BA erteilt werden.

Die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ist Personen im Asylverfahren oder geduldeten Personen grundsätzlich nicht gestattet.

Wo in Köln sind Flüchtlinge untergebracht?

Kartenausschnitt mit den Unterbringungsstandorten, Stand: 15. November 2016
PDF, 3838 kb

Wie kann ich konkret helfen?

In vielen Stadtteilen gibt es aktive Gruppen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern, die sich bei der Betreuung einzelner Flüchtlinge oder in bestimmten Wohnheimen engagieren. Ob "vor Ihrer Haustür", in einem anderen Stadtteil oder gesamtstädtisch - Unterstützung ist erwünscht. Sie können sich für ein einmaliges Projekt oder auch für einen kurzen oder längeren Zeitraum engagieren, je nachdem wie viel Zeit sie aufbringen wollen oder können.

Ob Unterstützung beim Deutsch lernen, Begleitung bei Arzt- oder Behördengängen, Organisation gemeinsamer Feste, Angebote zur Freizeitgestaltung für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene oder auch ein Rundgang durch die Umgebung mit Tipps, wo was im Stadtteil zu finden ist – Einsatzfelder gibt es viele, Ideen sind immer gefragt.

Weitere Informationen finden Sie beim Netzwerk "Willkommenskultur Köln".

Netzwerk "Willkommenskultur Köln"

Der Caritasverband Köln hat einen Ratgeber herausgegeben mit übersichtlichen Tipps und Informationen für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Umgang mit Flüchtlingen in Köln.

Weitere Informationen des Caritasverband Köln

Kompetente Ansprechpartner, die mit Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten durch sprechen und Sie an bereits aktive Kölnerinnen und Kölner – vielleicht auch in Ihrem Viertel - weitervermitteln können, finden Sie zum Beispiel

Caritas-Flüchtlingsberatung und Caritas-Integrationsagentur

Die Flüchtlingsberatung ist ein Therapiezentrum für Folteropfer und nimmt keine Sachspenden an. 

Ansprechpartnerinnen: Doris Kölsch und Giovanna Caloiero

Telefon: 0221 / 160-740 und 0221 / 98577-633

E-Mail an die Caritas-Flüchtlingsberatung

Deutsches Rotes Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz nimmt auch Sachspenden an. Gesucht werden immer wieder:

  • Bettwäsche und Handtücher
  • Kleidung für Kinder, Männer und Frauen
  • Gut erhaltenes Kinderspielzeug, Bobby Cars, kleine Fahrräder

Diese können montags, dienstags und donnerstags von 7:30 bis 10:30 Uhr unmittelbar in der Kleiderkammer des Roten Kreuzes in der Oskar-Jäger-Straße 101-103 in 50825 Köln-Ehrenfeld abgegeben werden. Außerhalb dieser Zeiten hinaus können Sie auch den dort auf dem Gelände aufgestellten begehbaren Kleider-Container verwenden.

Servicenummer des DRK: 0221 / 5487-222

E-Mail an das Deutsche Rote Kreuz

Diakonisches Werk Köln und Region

Ansprechpartnerin: Martina Domke

Telefon: 0221 / 1603-826

E-Mail an das Diakonische Werk Köln und Region
Weitere Informationen des Diakonischen Werks Köln und Region

Kölner Flüchtlingsrat

Ansprechpartner: Claus-Ulrich Prölß und Thomas Zitzmann

Telefon: 0221 / 3382-249 und 0221 / 3382-126

E-Mail an Claus-Ulrich Prölß
E-Mail an Thomas Zitzmann
Weitere Informationen des Kölner Flüchtlingsrates

Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"

Ansprechpartnerinnen: Nahid Fallahi und Margret Linder

Telefon: 0221 / 16860-570

E-Mail an Nahid Fallahi vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"
E-Mail an Margret Linder vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"
Weitere Informationen vom Flüchtlingszentrum "Fliehkraft"

Kölner Freiwilligenagentur

Projekte "Mentoren für Flüchtlingsfamilien" und "Pat/-innen für die außerschulische Begleitung von Flüchtlingskindern"

Ansprechpartnerinnen: Gabi Klein, Svenja Rickert

Telefon: 0221 / 8882-780

E-Mail an die Kölner Freiwilligenagentur
Weitere Informationen der Kölner Freiwilligenagentur